
Die Umsatzrendite deutscher Mittelständler ist von 4 auf rund 3 Prozent gesunken. Besonders betroffen sind der Metall-, Fahrzeug- und Maschinenbau sowie der Einzelhandel.
Sparkassen haben Unternehmen und Selbstständigen im ersten Halbjahr 46,6 Milliarden Euro an neuen Krediten zugesagt; ein Plus von 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
DSGV-Präsident Reuter sieht Deutschlands Wirtschaft nicht im Niedergang, sondern in einer Transformation; er fordert konkrete politische Weichenstellungen.
Die Lage ist besser als die Stimmung
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) hat am 15. September 2026 in Berlin seine Bilanzauswertung zu Situation des deutschen Mittelstandes präsentiert. Sie basiert auf rund 40 Prozent aller deutschen Unternehmensumsätze. Das Ergebnis: Der Mittelstand steht unter Druck, hält aber dagegen. Ulrich Reuter, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, sagte bei der Pressekonferenz „Zukunft Mittelstand 2026": „Unsere Zahlen zeigen: Die Lage ist besser als die Stimmung." Allerdings: Damit aus den ersten Investitionsimpulsen ein tragfähiger Aufschwung wird, müsse jetzt gehandelt werden.
Die Umsätze stiegen in der Breite nur in Höhe der Inflationsrate. Das Betriebsergebnis sank im Schnitt um 5 Prozent. Die Umsatzrendite rutschte von 4 auf rund 3 Prozent.
Im Metall-, Fahrzeug- und Maschinenbau ist die Umsatzrendite mit minus 3,9 Prozent laut Verband erstmals tief in der Verlustzone, obwohl die Unternehmen bereits deutlich Personal abgebaut haben. Reuter nannte das „ein ernstes Warnsignal". Auch im Einzelhandel ist die Rendite gesunken, auf 0,3 Prozent, den niedrigsten Wert, den der Verband in dieser Branche je gemessen hat.
Mittelstand trotzt Ertragsschwäche
Andere Branchen entwickeln sich dagegen deutlich positiver. Das Baugewerbe steigerte seinen Gewinn um knapp 30 Prozent und erreicht knapp 9 Prozent Rendite. Die Immobilienwirtschaft kommt auf rund 8 Prozent, die IT-Dienstleister wachsen um gut 9 Prozent. Die Eigenkapitalbasis der Unternehmen bleibt mit rund 40 Prozent solide.
Für Firmenkundinnen und Firmenkunden der Sparkassen ist vor allem ein Wert relevant. Die Institute haben im ersten Halbjahr 46,6 Milliarden Euro an neuen Krediten für Unternehmen und Selbstständige zugesagt, 5,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das deutet auf eine Belebung der Investitionen hin. Reuter zeigte sich trotz der schwierigen Zahlen zuversichtlich, nun sei es wirtschaftspolitisch entscheidend, an drei Stellschrauben zu drehen:
- zukunftsfeste Sozialsysteme
- mehr Widerstandskraft gegen Klimafolgen
- und europäische Stärke bei Künstlicher Intelligenz.
Sein Fazit: „Öffentliche Milliarden setzen einen wichtigen Impuls. Aber echtes Wachstum entsteht nur dort, wo Unternehmen wieder Zuversicht gewinnen und langfristig investieren. Zuversicht lässt sich nicht verordnen. Sie wächst, wenn sich Investitionen in Deutschland wieder rechnen."
Firmenkundinnen und Firmenkunden, die selbst über Investitionen nachdenken, können sich bei ihrer Sparkasse vor Ort beraten lassen.
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