Weihnachtsgeschenke umtauschen

So sparen Sie sich den Frust nach dem Fest

Jeder kennt es: In freudiger Erwartung halten Sie Ihr Weihnachtsgeschenk in den Händen, die Blicke der Familie ruhen auf Ihnen und sie lösen Schleife sowie Geschenkpapier – doch, och nö, was ist das denn? Schlechte Geschenke gibt es immer wieder. Gut, dass der Handel beim Umtausch meist kulant ist. Dennoch gibt es ein paar Dinge zu beachten. 

Eine Frau hält einen Pullover hoch, der ihr augenscheinlich nicht gefällt

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Umtauschrecht binnen 14 Tagen nach einem Einkauf im Laden ist ein Mythos, der sich hartnäckig hält. Händlerinnen und Händler sind gesetzlich nicht verpflichtet, Ware zurückzunehmen. Allerdings räumen Ihnen viele Geschäfte dieses Recht dennoch ein.
  • Wer online einkauft, hat die Ware nicht live gesehen und kann sie daher binnen 14 Tagen ohne Nennung von Gründen zurückschicken – vorausgesetzt, die Ware ist nicht gebraucht oder beschädigt.
  • Bei fehlerhafter oder kaputter Ware haben Sie ein zweijähriges Recht auf Reklamation. Sechs Monate nach dem Kauf müssen Sie jedoch nachweisen, dass die Ware nicht von Ihnen beschädigt wurde. 

Umtausch im Geschäft

Auch wenn sich der Mythos hartnäckig hält – ein Recht auf Umtausch binnen 14 Tagen gibt es nicht. Denn die Kundin oder der Kunde konnte die Ware persönlich vor Ort in Augenschein nehmen. Viele Geschäfte bieten einen Umtausch jedoch trotzdem an. Voraussetzung ist dafür meist der Kassenbon. Sollten Sie diesen nicht besitzen, könnte es schwieriger werden.

Ein Tipp: Das Geschenk wurde mit Karte bezahlt? Versuchen Sie, Ihren Kontoauszug als Nachweis vorzulegen. Restliche Angaben sollten Sie gründlich schwärzen.

Zur Weihnachtszeit zeigen sich Verkäuferinnen und Verkäufer oft noch kulanter. Da Weihnachtsgeschenke meist verfrüht eingekauft werden, ist die Frist oft schon verstrichen, bevor das Geschenk überhaupt ausgepackt wurde. Sprechen Sie daher an der Kasse eine verlängerte Umtauschfrist an. In manchen Fällen erhalten Sie die Möglichkeit, die Ware bei Nichtgefallen bis spätestens Anfang Januar zurückzugeben. 

Umtausch im Online-Shop

Bestellen Sie Ware im Internet oder via App, haben Sie fast immer ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Das liegt daran, dass Sie die Ware noch nicht live gesehen haben. Innerhalb von 14 Tagen können Sie die Ware zurückschicken und Ihr Geld erstattet bekommen. Dafür müssen sie nicht einmal Gründe anführen.

Die Händlerin oder der Händler muss anschließend innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt der Ware den Kaufpreis und das Geld für die Rücksendung erstatten. Viele Online-Shops bieten freiwillig längere Umtauschfristen an. Allerdings können der Kundin oder dem Kunden die Kosten für die Rücksendung auferlegt werden.

Übrigens: Bei digitalen Produkten wie Musik, Online-Spielen und Software müssen Verkäuferinnen und Verkäufer einem Umtausch nicht zustimmen. Gleiches gilt bei Sonderanfertigungen, hygienischen Artikeln und frischen Lebensmitteln. Manche Anbieterinnen und Anbieter zeigen Kulanz und nehmen ein Online-Spiel beispielsweise dann zurück, wenn es nicht länger als zwei Stunden gespielt wurde.

Genauere Informationen dazu stehen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs) der jeweiligen Anbieterin oder des Anbieters. 

Reklamation

Ein Umtausch ist nicht dasselbe wie eine Reklamation. Ist das Geschenk kaputt oder fehlerhaft, gelten andere Regeln, als wenn es nur nicht gefällt. Die Verkäuferin oder der Verkäufer muss defekte Ware austauschen oder reparieren, wenn Sie ihm das innerhalb von zwei Jahren nach dem Kauf melden. Bei gebrauchten Waren gilt die Reklamationsfrist nur ein Jahr.

Im ersten halben Jahr haben es Sie als Kundin oder Kunde leicht. Die Verkäuferin oder der Verkäufer muss nachweisen, dass die Ware bei der Übergabe in Ordnung war. Anschließend Sind Sie gefragt und die Beweislast liegt auf Ihnen. Sie müssen nachweisen, dass der Mangel nicht durch Sie entstanden ist.

Im Falle einer Reklamation haben Händlerinnen und Händler zweimal die Möglichkeit, einwandfreie Ware zu liefern. Ob das durch Umtausch oder Reparatur geschieht, bleibt der Verkäuferin oder dem Verkäufer überlassen.

Weist die Ware nach dem Umtausch oder der zweiten Reparatur immer noch Mängel auf, können Verbraucherinnen und Verbraucher vom Kaufvertrag zurücktreten und ihr Geld zurückverlangen. Außerdem besteht die Möglichkeit, mangelhafte Ware zu behalten und den Kaufpreis zu reduzieren.


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