Ein Mann mit Vollbart und hellem Pullover steht im Wohnzimmer. Er hält eine Lichterkette hoch.

Weihnachtsbeleuchtung: So hoch ist der Stromverbrauch von LED-Lichterketten

Teure Nostalgie
Gerade Weihnachten verbinden viele Menschen mit Erinnerungen aus der Kindheit. Deswegen haben einige auch noch Lichterketten mit echten Glühbirnen. Doch diese verbrauchen ein Vielfaches an Strom. Wir haben nachgerechnet.

Das Wichtigste in Kürze:

Besinnlichkeit ist mitunter auch eine Frage der Menge: 600.000 Lichter blinken und leuchteten im vergangenen Jahr allein an einem Haus in Bücken, einem Ort in Niedersachsen. Laut Deutscher Presse-Agentur, wertete der Besitzer Rolf Vogt dies selbst als Europarekord. Einen Weltrekord haben die Guinness World Records  zuletzt im Jahr 2014 ermittelt. Dieser lag bei 1.194.380 und wurde von einer Familie in Canberra, Australien errungen.

Der Stromverbrauch war immens, wurde aber vom lokalen Stromanbieter getragen, da die gesamte Aktion in einen Spendenzweck gepackt wurde. Und wichtig zu erwähnen: Es handelte sich ausschließlich um LED-Lampen. Profis wissen eben, wie sie sparen können.

Viele Menschen mit weniger Lichtern

Zwar ist Strom längst nicht mehr so teuer wie noch Mitte 2022. Doch das gilt nur für neue Verträge. Viele dürften in ihren Stromverträgen ziemlich hohe kWh-Preise stehen haben. Stromsparen hat daher weiter Priorität. Das macht sich auch in der Weihnachtszeit bemerkbar. So sagten im vergangenen Jahr in einer Civey-Umfrage  39 Prozent von gut 5.000 Befragten, sie würden an der Weihnachtsbeleuchtung sparen. Knapp zwei Drittel gaben an, weniger Weihnachtsbeleuchtung zu nutzen, 45 Prozent wollen auf stromsparende Lichter setzen.

So viel spart LED-Beleuchtung

Doch lohnt sich das? Dazu eine Beispielrechnung:

Sie haben die Wahl zwischen

Die mit Glühbirnen benötigt bei 20 Lichtern etwa 50 Watt. Brennt Sie also eine Stunde, bewegt sich Ihr Stromzähler um 0,05 kWh weiter. Das kostet Sie bei einem Strompreis von aktuell35 Cent/kWh 1,75 Cent pro Stunde. Sollten Sie die Lichter jeden Tag vom 1. Advent bis Silvester von 6 bis 8 Uhr und von 16 bis 24 Uhr brennen lassen, also 10 Stunden, ergibt das 17,5 Cent am Tag und 6,13 Euro für die gesamte Weihnachtszeit.

10 Stunden pro Tag x 35 Tage x 50 Watt (/1000) x 0,35 Euro/kWh = 17,5 kWh x 0,35 Euro/kWh = 6,13 Euro.

Moderne LED-Lichterketten verbrauchen deutlich weniger Strom. Eine Lichterkette mit 20 Lichtern benötigt nur etwa 5 Watt.

10 Stunden pro Tag x 35 Tage x 5 Watt (/1000) x 0,35 Euro/kWh = 1,75 kWh x 0,35 Euro/kWh = 0,61 Euro.

Sie sparen in diesem Fall 5,52 Euro oder 90 Prozent Ihrer alten Stromkosten für die Lichterkette. LED-Lichterketten kosten je nach Länge und Funktion zwischen 10 und 25 Euro. Eine neue Kette kann sich also nach 2 bis 5 Saisons bezahlt machen. 

Was für LED-Beleuchtung spricht

Zudem sind LED-Lichter sehr langlebig. 20.000 Stunden gilt als übliche Angabe für die Lebensdauer. Für Glühbirnen liegt der Richtwert hingegen bei nur 1.000 Stunden, wobei sie zugleich zerbrechlicher sind. Während bei Glühlampen das Licht gewissermaßen nur ein Nebenprodukt des heißwerdenden Drahtes ist, sind die lichtaussendenden Dioden (auf Englisch: Light-Emitting Diode, LED) deutlich effizienter im Erzeugen von Licht.

Dennoch stieg der Anteil der Käuferinnen und Käufer, die sich für herkömmliche Lichterketten entscheiden, bei der zuletzt verfügbaren Untersuchung an: 2021 lag der Wert laut YouGov  bei erstaunlichen 23 Prozent und damit höher als in den vier Jahren zuvor.

Angenehmes Licht auch mit LED

Viele Menschen, die noch auf alte Glühbirnen setzen, tun dies aus Nostalgie oder wegen des vermeintlich angenehmeren Lichts. Doch durch ihre Bauart verfügen LEDs über ein großes Spektrum an möglichen Leuchtfarben. Um ein gemütliches Licht zu bekommen, sollten sie auf eine Farbtemperatur von 3.000 Kelvin (K) oder weniger achten. Dieses Licht wird warmweiß genannt. Werte um 4.000 K heißen neutralweiß, über 5.000 K wirkt es bläulich kalt.

Da LEDs so gut wie keine Wärme entwickeln, ist die Gefahr von Verbrennungen deutlich geringer. Zudem besitzen sie einen Transformator, der die Netzspannung von 230 auf 24 Volt reduziert, was Stromschläge weniger gefährlich macht.

So berechnen Sie die Stromkosten Ihrer Weihnachtsbeleuchtung

Sie benötigen:

Rechnung: Leuchtdauer pro Tag in Stunden x Anzahl von Leuchtetagen x Wattzahl (geteilt durch 1.000, um auf Kilowatt zu kommen) x Strompreis in Euro/kWh

Wenn bei Ihnen mehrere Lichterketten, Sterne und Ähnliches leuchten, können Sie die Wattzahlen einfach addieren und in die Rechnung oben einsetzen – vorausgesetzt, sie sind ähnlich lang angeschaltet.

Tipp: Achten Sie beim Kauf unbedingt auf die Leistung der Weihnachtsbeleuchtung. Sie wird in Watt angegeben. Zur Orientierung: Eine klassische Glühbirne, wie sie früher verkauft wurde, verbraucht meist 60 Watt je Stunde.

Batterie-LEDs deutlich teurer im Verbrauch

Wenn Sie die Möglichkeit haben, entscheiden Sie sich für Weihnachtsschmuck mit Stromkabel statt mit Batterie. Wie die Verbraucherzentrale ermittelt hat, ist Batteriestrom 300-mal teurer als Strom  aus der Steckdose. Sondermüll entsteht außerdem.

Wie viel Strom Ihre Weihnachtsbeleuchtung verbraucht und wie viel sie kostet, können Sie der folgenden Tabelle für ausgewählte Beispiele entnehmen.

Stromkosten: So viel kostet Ihre Weihnachtsbeleuchtung, wenn sie 5 Wochen leuchtet

Beispielgerät
Watt
10Min/Tag
1h/Tag
4h/Tag
8h/Tag
24h/Tag
Außen- Lichterkette 50 Glüh-birnen
350
0,71 €
4,29 €
17,15 €
34,30 €
102,90 €
Glühbirnen-Lichterkette 20 Kerzen
50
0,10 €
0,61 €
2,45 €
4,90 €
14,70 €
Energiespar-Fensterbogen mit 7 Kerzen
21
0,04 €
0,26 €
1,03 €
2,06 €
6,17 €
LED-Lichterkette 20 Kerzen
5
0,01 €
0,06 €
0,25 €
0,49 €
1,47 €
Außen-Schneemann als LED-Lichtschlauch
6
0,01 €
0,07 €
0,29 €
0,59 €
1,76 €
Indoor Deko-Rentier mit 40 LEDs
2,4
0,00 €
0,03 €
0,12 €
0,24 €
0,71 €

Annahme: Stromkosten 35 Cent/kWh, Quelle: eigene Berechnung

Nicht ganz von der Hand zu weisen ist, dass zumindest in geschlossenen Räumen der Stromspareffekt ein Stück weit durchs Heizen aufgewogen wird. Denn die ineffizienteren Glühlampen haben ihre Energie zu großen Teilen in Wärme statt in Licht umgewandelt. Gerade in der kühlen Weihnachtszeit, in der ohnehin geheizt wird, ist die Energie nicht per se verschwendet. Anders sieht es natürlich bei der Beleuchtung aus, die außerhalb des Hauses angebracht wird. Sie erwärmt sinnlos die Umgebung.

Achten Sie bei Außenbeleuchtung darauf, dass sie spritzwassergeschützt ist. Dies ist der Fall, wenn sie mit IP44, IP54 oder IP64 oder einem Symbol (Tropfen im Dreieck) gekennzeichnet ist.

Kerzen als Alternative, um Strom zu sparen

Wer echte Kerzen nutzt, braucht weniger Strom und muss etwas weniger heizen. Doch steigt mit jeder Kerze die Wahrscheinlichkeit, dass etwas schief geht. Das Brandrisiko ist dabei schwer aufzuwiegen gegen ein paar Kilowatt eingesparten Strom. Hinzu kommt die Notwendigkeit, öfter zu lüften, weil die Luft mit Feinstaub und Ruß verunreinigt wird.

Aller guten Dinge sind drei: Darauf sollten Sie achten!

Drei Sachen sind für besinnliche und energiesparende Weihnachten entscheidend:

  1. Die Art der Beleuchtung,
  2. die Menge an Leuchtdeko
  3. und wie lange Sie sie anschalten.

Wer auf LED umgestellt hat, spart im Vergleich zur alten Beleuchtung mit Glühbirnen zwischen 70 und 90 Prozent der Stromkosten. Anders gesagt: Glühbirnen verbrauchen 10-mal mehr Strom als LEDs. Eine LED-Lichterkette, die in der Adventszeit täglich 5 Stunden am Tag leuchtet, benötigt gerade mal so viel Strom wie eine Stunde Staubsaugen oder eine halbe Stunde Plätzchen backen.

Außerdem empfiehlt es sich, zeitlich einen Gang zurückzuschalten. Für das Glücksgefühl ist die Dauer einer nostalgischen Erfahrung nämlich weniger von Bedeutung. Auch der selbsternannte Europarekordler Rolf Vogt sagte im vergangenen Jahr, er wolle seine Beleuchtung nur noch für zwei statt für vier Stunden anschalten. Die Effekte – aber auch die Kosten – dürften trotzdem noch beachtlich sein.

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Stand: 27.11.2023



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