
Betrügerinnen und Betrüger geben sich auf Instagram und Facebook als Sparkasse aus und werben mit gefälschten Anlageprodukten.
Über WhatsApp-Gruppen und scheinbar seriöse Handelsplattformen bauen sie über Wochen Vertrauen auf und erbeuten das Geld ihrer Opfer.
Die Sparkassen warnen vor dieser Betrugsmasche und erklären, wie Sie gefälschte Profile erkennen und sich schützen können.
So funktionieren die Social Scams
Betrügerinnen und Betrüger geben sich in sozialen Netzwerken wie Instagram oder Facebook als Sparkasse aus. Sie nutzen täuschend echte Logos, leicht veränderte Profilnamen und werben mit vermeintlich lukrativen Anlageangeboten. Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen und Kundinnen und Kunden in eine Falle zu locken.
Der Ablauf in vier Schritten
- Gefälschte Sparkassen-Profile Über Social-Media-Werbung oder Direktnachrichten nehmen die Täter Kontakt auf. Die Accounts wirken seriös, oft unterscheiden sie sich nur minimal vom Original. Teils werden sogar ganze Posts mit Bildern übernommen.
- Einladung in WhatsApp-Gruppen Interessierte werden in Gruppen mit mehreren Hundert Mitgliedern eingeladen. Viele dieser „Teilnehmenden“ sind Chat-Bots, die scheinbar echte Gespräche führen und angebliche Erfolge teilen.
- Vertrauensaufbau über Wochen In den Gruppen kursieren täglich Marktanalysen und vermeintliche Gewinnmeldungen. Auch persönliche Chat-Kontakte sollen Zweifel zerstreuen und die Glaubwürdigkeit erhöhen.
- Weiterleitung auf Betrugsplattformen Nach einiger Zeit empfehlen die Täter eine externe Handelsplattform, die professionell aussieht, aber nur dem Betrug dient. Eingezahltes Geld landet direkt bei den Betrügern – Auszahlungen sind nicht möglich.
Woran Sie Fake-Sparkassen erkennen
Gefälschte Profile in sozialen Netzwerken sind oft schwer zu entlarven. Mit einigen Merkmalen können Sie jedoch schnell prüfen, ob ein Account echt ist oder nicht.
Typische Warnzeichen
- Ungewöhnliche Profilnamen: Oft weichen sie nur leicht vom Original ab, zum Beispiel „sparkasse.de_official“ oder „die_sparkasse.info“.
- Gefälschte Logos und Bilder: Betrüger kopieren offizielle Grafiken, verwenden aber unscharfe oder leicht veränderte Varianten.
- Rechtschreibfehler und unpersönliche Ansprache: Seriöse Kommunikation der Sparkassen ist sprachlich einwandfrei und individuell.
- Unrealistische Gewinnversprechen: Aussagen wie „hohe Rendite in wenigen Tagen“ sind immer ein Warnsignal.
So prüfen Sie die Echtheit eines Accounts
Wenn Sie auf ein vermeintliches Sparkassen-Profil stoßen, vergleichen Sie den Namen und die Schreibweise mit dem offiziellen Auftritt Ihrer Sparkasse. Diverse Sparkassen verlinken ihre Social-Media-Kanäle direkt über ihre offiziellen Websites. Einige tragen bei Instagram oder Facebook ein verifiziertes Häkchen im Profil. In diesem Fall sollten Sie darauf achten, dass das Verifizierungshäkchen nicht einfach grafisch ins Profilbild eingefügt wurde. Kopierte Logos und Bilder sind oft leicht verfälscht, unscharf oder verzerrt.
Reagieren Sie skeptisch, wenn Sie per Anzeige oder Direktnachricht zu einem Investment eingeladen werden. Im Zweifel hilft ein kurzer Anruf bei Ihrer Sparkasse, um die Echtheit zu klären.
Sparkassen würden Sie niemals über Social Media dazu auffordern, aktiv in eine bestimmte Aktie oder Ähnliches zu investieren. Bei Nachrichten wie „Jetzt in unsere exklusive Anlage investieren“ sollten Sie wachsam sein. Sparkassen laden Sie auch nicht in WhatsApp-Gruppen ein. Seien Sie misstrauisch bei solchen Angeboten und melden Sie verdächtige Profile oder Nachrichten direkt den Plattformbetreibern und Ihrer Sparkasse.
Darüber hinaus fragt Ihre Sparkasse Sie auch niemals nach persönlichen Daten (z. B. PIN, TAN oder Online-Banking-Zugangsdaten), weder persönlich noch online.
Was Sie tun sollten, wenn Sie betroffen sind
Wenn Sie auf ein gefälschtes Sparkassen-Profil hereingefallen sind oder Geld auf eine betrügerische Plattform überwiesen haben, ist schnelles Handeln entscheidend. Je früher Sie reagieren, desto größer ist die Chance, einen finanziellen Schaden zu begrenzen.
Melden Sie den verdächtigen Account oder die Werbeanzeige direkt bei der jeweiligen Plattform, zum Beispiel über die Meldefunktion von Instagram oder Facebook. Informieren Sie anschließend umgehend Ihre Sparkasse. Dort können Expertinnen und Experten prüfen, welche weiteren Maßnahmen möglich und sinnvoll sind.
Sollten Sie bereits Geld investiert haben, bewahren Sie alle Nachrichten, Screenshots und Überweisungsbelege auf. Diese Informationen helfen Ihrer Sparkasse und gegebenenfalls der Polizei, den Betrug zu dokumentieren. Leiten Sie keine weiteren Zahlungen mehr an die Betrüger weiter und antworten Sie nicht auf Nachrichten der vermeintlichen Beraterinnen oder Berater.
Auch wenn Sie selbst nicht betroffen sind, können Sie helfen: Melden Sie gefälschte Sparkassen-Accounts und verdächtige Werbung an die Betreiber der Plattform und informieren Sie Ihre Sparkasse, damit andere Kundinnen und Kunden frühzeitig gewarnt werden.
So schützen Sie sich allgemein vor Social-Fakes
Ein gesundes Misstrauen ist der beste Schutz vor Betrug in sozialen Netzwerken. Seien Sie vorsichtig, wenn ein Angebot zu gut klingt, um wahr zu sein – meist ist es das auch. Offizielle Sparkassen-Kanäle posten Servicethemen, Finanzwissen, oder lokale Aktionen, aber nie reißerische Anlageangebote.
Klicken Sie keine Links in Nachrichten oder Kommentaren an, deren Herkunft Sie nicht eindeutig kennen.
Achten Sie auf ungewöhnliche Schreibweisen auf den Accounts: Sparkassen beispielsweise duzen oder siezen konsistent und bleiben immer seriös im Ton. Prüfen Sie auch, ob das Profil viele seltsame Followerinnen und Follower hat, es wenig echte Interaktionen gibt oder überwiegend merkwürdige Kommentare.
Schützen Sie außerdem Ihre eigenen Konten: Verwenden Sie sichere Passwörter, aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung und geben Sie persönliche Daten niemals leichtfertig weiter – weder über Chatnachrichten noch über externe Links. Sprechen Sie auch mit Familie und Freundeskreis über solche Betrugsmaschen, damit sich möglichst viele frühzeitig schützen können.
Unterstützung durch das S-CERT der Sparkassen-Finanzgruppe
Das Computer-Notfallteam der Sparkassen-Finanzgruppe (kurz S-CERT) beobachtet kontinuierlich aktuelle Betrugsversuche und Sicherheitsrisiken im Finanzbereich. Die Expertinnen und Experten analysieren neue Maschen, informieren die Institute und veröffentlichen Warnhinweise, damit Kundinnen und Kunden frühzeitig geschützt sind.
Sollten Sie etwas Verdächtiges entdeckt haben, beispielsweise eine gefälschte E-Mail, können Sie diese einfach an warnung@sparkasse.de weiterleiten. Jede Meldung hilft!
Durch die enge Zusammenarbeit mit den Sparkassen werden neue Betrugsformen schnell erkannt und öffentlich kommuniziert. So bleiben Kundinnen und Kunden gut informiert und können auf die offiziellen Kanäle ihrer Sparkasse vertrauen.
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Stand: 21.11.2025



