
Die Zahl der Patentanmeldungen in Deutschland ist 2025 um knapp 5 Prozent gestiegen, bei Marken sogar um fast 20 Prozent.
Besonders stark wächst die Innovationstätigkeit in Digitaltechnologien, Künstlicher Intelligenz (KI), Elektrotechnik und Elektromobilität.
Markenanmeldungen aus China haben sich fast verdreifacht und sind ein zentraler Treiber des Booms.
Deutlich mehr Anmeldungen: Deutschland bleibt Erfinderland
Der Schutz geistigen Eigentums bleibt für Unternehmen ein Kernthema: Die Nachfrage nach Patenten, Marken und anderen Schutzrechten für den deutschen Markt ist 2025 kräftig gestiegen. Das meldete das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) Mitte März. Die in München ansässige Behörde verzeichnete deutlich mehr Anmeldungen als im Vorjahr. Nach eigenen Aussagen ist das ein Signal, dass Unternehmen ihre Innovationen trotz wirtschaftlich unsicherer Zeiten absichern wollen.
In Zahlen bedeutet das: Die Patentanmeldungen legten laut DPMA um 4,7 Prozent auf 62.050 zu, Markenanmeldungen kletterten sogar um 19,8 Prozent auf 96.328. Auch Gebrauchsmuster – der „kleine Bruder“ des Patents – und Designs waren gefragt: Das Amt registrierte 11.427 Gebrauchsmuster (plus 19,3 Prozent) und 4.183 Designanmeldungen (plus 5,9 Prozent).
Inländische Unternehmen treiben die Entwicklung
Besonders erfreulich: Ein Großteil des Wachstums bei den Patenten geht auf das Konto von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und freien Erfinderinnen und Erfindern aus Deutschland. Sie meldeten dem DPMA zufolge 42.349 Patente an (plus 5,6 Prozent). Aus dem Ausland kamen 19.701 Patentanmeldungen, was einem Zuwachs von 2,8 Prozent entspricht. Damit zeigt sich: Deutschland ist weiterhin als Innovations- und Wirtschaftsstandort attraktiv – sowohl für heimische als auch für internationale Akteure.

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Schub für Elektrotechnik und KI
Beim Blick in die Technologiefelder zeigt sich: Der Maschinenbau bleibt mit 24.338 Patentanmeldungen der stärkste Sektor, auch wenn das Plus mit 2,2 Prozent vergleichsweise moderat ausfällt. Deutlich dynamischer entwickelt sich die Elektrotechnik: Hier stiegen die Anmeldungen um 9,1 Prozent auf 19.436. Treiber sind vor allem Digitaltechnologien und Batterietechnik.
In der Computertechnik stieg die Zahl der Patentanmeldungen um 10,9 Prozent auf 3.679, darunter viele KI-basierte Erfindungen zur Bilddatenverarbeitung und Spracherkennung. Noch stärker legte die Digitale Kommunikationstechnik zu mit plus 19,2 Prozent auf 1.222 Anmeldungen. Viele davon im Zusammenhang mit den Mobilfunkstandards 5G und 6G, die als Grundlage für vernetzte Anwendungen in Industrie und Alltag gelten.
Auffällig ist auch, dass KI über alle Klassen hinweg auffallend häufig Bestandteil neuer Wort- und Wort‑Bild‑Marken ist. Ein Indiz dafür, wie stark die Künstliche Intelligenz die Produkt- und Dienstleistungslandschaft durchdringt.
Effizienz, Automatisierung – und E-Autos
Ein besonders auffälliges Wachstum verzeichneten Datenverarbeitungsverfahren für betriebswirtschaftliche Zwecke: Hier nahmen die Anmeldungen um 59,7 Prozent auf 867 zu. Dazu gehören etwa Verfahren zur Steuerung von Energie- oder Wasserversorgung, Produktionsabläufen oder Logistik – immer mit dem Ziel, betriebswirtschaftliche Prozesse effizienter zu machen.
Ein greifbares Beispiel ist die Kommunikation von Elektrofahrzeugen mit der Ladeinfrastruktur, wo sich die Zahl der Erfindungen auf fast 150 verdoppelt hat. Viele dieser Entwicklungen werden durch neue KI-Möglichkeiten befeuert und zeigen, wie eng Technologie, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit mittlerweile zusammenspielen.
Elektroantriebe, Infotainment und Sicherheit: Autoindustrie dominiert die Patentspitze
Die mit Abstand weiterhin anmeldestärkste Branche beim DPMA ist die Automobilindustrie: Unter den 10 wichtigsten Anmeldern finden sich ausschließlich Fahrzeughersteller und Zulieferer, die zusammen rund 30 Prozent aller Patente einreichen. Spitzenreiter ist die Robert Bosch GmbH mit 4.109 Anmeldungen, gefolgt von der Mercedes‑Benz Group AG (2.726) und der BMW AG (2.553).
Daneben spielen Informations- und Unterhaltungssysteme im Auto eine immer größere Rolle: Patente betreffen etwa neue Head‑up‑Displays, Sprach- und Gestensteuerung im Cockpit oder Funktionen, die über individuelle Fahrerprofile Komfort und Personalisierung erhöhen. Parallel nimmt die Zahl der Erfindungen für sicherheitsrelevante elektrische Komponenten zu – etwa für ausfallsichere Stromversorgungen im Kontext des autonomen Fahrens.
Markenboom dank China und Online-Plattformen
Noch dynamischer als bei Patenten ist die Entwicklung im Markenbereich: Die Markenanmeldungen legten um 19,8 Prozent auf 96.328 zu. Ein wesentlicher Treiber ist China: Die Zahl der Markenanmeldungen aus der Volksrepublik sprang von 3.385 auf 10.027 – ein Plus von fast 200 Prozent. Auch aus den USA kamen deutlich mehr Marken: Mit 1.103 Anmeldungen verdoppelte sich diese Zahl im Vergleich zum Vorjahr.
Diese Entwicklung deutet dem DPMA zufolge auf stark wachsende wirtschaftliche Aktivitäten dieser Länder auf dem deutschen Markt hin. Parallel stieg auch die Nachfrage aus dem Inland um 12 Prozent. Nicht zuletzt, weil große Online-Handelsplattformen gewerbliche Schutzrechte zunehmend als Voraussetzung für den Verkauf auf ihren Marktplätzen verlangen.
Diese Zahlen zeigen, dass Forschung, Entwicklung und Markenschutz hierzulande trotz globaler Risiken an Fahrt gewinnen. Für Unternehmen wie für Privatanlegerinnen und Privatanleger ist das ein ermutigendes Signal: Wer heute in innovative Ideen, Technologien und Marken investiert, profitiert von einem Standort, der Zukunftsthemen wie KI, Elektromobilität und Digitalisierung aktiv gestaltet.
Stand: 23.03.2026
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