Paralympics in Rio

Meilensteine der Geschichte

Paralympics Rio

1948 gilt als Geburtsjahr der Paralympics. Am 28. Juli dieses Jahres veranstaltet der Neurologe Sir Ludwig Guttmann, ein nach England emigrierter deutsch-jüdischer Arzt, in dem Örtchen Stoke Mandeville einen Wettbewerb im Bogenschießen. An den „Stoke Mandeville Games“ nehmen 14 Männer und Frauen mit Rückenmarksverletzungen teil. Am selben Tag beginnen im nahe gelegenen London die ersten Olympischen Spiele nach dem 2. Weltkrieg.

1960 in Rom werden die „Stoke Mandeville Games“ zum ersten Mal in der Stadt ausgetragen, in der auch die Olympischen Spiele stattfinden. Teilnahmeberechtigt sind ausschließlich Gelähmte, daher die Bezeichnung „Weltspiele der Gelähmten“. Die Austragung am Ort der Spiele der Nicht-Behinderten wird aber erst von 1988 an zur festen Regel.

1976 werden erstmals Paralympische Winterspiele veranstaltet.

1984 finden die Paralympics (die noch nicht so heißen) noch einmal in Stoke Mandeville statt, da sich Los Angeles aus Kostengründen weigert, die Behinderten-Spiele auszutragen. Weiterer Wettkampfort ist in dem Jahr New York.

1988 werden die Spiele die Spiele in Seoul ausgetragen und heißen von nun offiziell Paralympics.

2000 in Sydney sorgen die Veranstalter dafür, dass behinderte und nichtbehinderte Sportler ihre Spiele unter komplett identischen Rahmenbedingungen austragen können. Ein wichtiger Entwicklungsschritt für den Behindertensport.

2012 finden die Olympischen Spiele zum dritten Mal in London statt. Eines der beiden Maskottchen trägt in Erinnerung an den ersten Austragungsort von Behindertenwettkämpfen den Namen Mandeville.

Fakten zu den Paralympics in Rio

Paralympics Rio

4.350 Sportlerinnen und Sportler aus fast 180 Ländern treten bei den Paralympics in Rio an. Deutschland schickt 155 Athleten zu den Wettkämpfen, 66 Frauen und 89 Männer. 85 von ihnen starten zum ersten Mal bei den Paralympics.

63 Jahre alt ist die Leichtathletin Marianne Buggenhagen und damit Älteste im deutschen Team, die Jüngste ist Schwimmerin Janina Breuer. Sie ist erst 17.

94 Trainer, Ärzte und Betreuer begleiten die deutschen Wettkämpfer. Drei Guides für sehbehinderte Sportler reisen ebenfalls mit nach Rio.

23 Sportarten sind in Rio in den paralympischen Reigen aufgenommen worden. Zum ersten Mal geht es auch im Para-Triathlon und Para-Kanu um Medaillen.

10 Wettkampfklassen, unterteilt nach Art der Behinderung, sorgen für einen fairen Wettstreit unter den Athleten. Die einzelnen Wettkampfklassen werden nach der Schwere der Beeinträchtigung weiter differenziert.

Die Medaillen der Paralympischen Spiele

Paralympics Rio

528 Goldmedaillen gibt es für die Paralympioniken in Rio zu gewinnen. Besonderheit aller paraolympischen Medaillen: Außer einem Aufdruck in Brailleschrift enthalten sie eine kleine Apparatur, die Geräusche erzeugt, wenn man die Medaille schüttelt, laute für die Goldmedaille, leise für Bronze.

264 Wettbewerbe tragen die Männer aus. Bei den Frauen sind es 226. 38 Mal kämpfen gemischte Teams um Gold, Silber und Bronze.

2 Sportler, einer aus Syrien stammend, der andere aus Iran, bilden ein kleines Flüchtlingsteam, ähnlich wie es auch bei den Olympischen Spielen angetreten ist.

177 Entscheidungen stehen in der Leichtathletik an. Sie ist damit die medaillenreichste Sportart dieser Paralympics.

65 mal wird am 16. September, dem drittletzten Wettkampftag, Gold verliehen. Er ist damit der medaillenreichste Tag dieser Paralympics.

21 Sportarenen bilden die Austragungsorte der paralympischen Spiele. Sie befinden sich in vier Stadtteilen von Rio: Maracanã mit dem Olympiastadion, Barra mit dem Olympischen Dorf, Deodoro und Copacabana. In den Sportstätten haben auch schon die olympischen Athleten um Medaillen gekämpft.

Zwischen drei bis 36 Euro kosten umgerechnet die meisten Tickets für die Sportveranstaltungen. Das günstigste kostet damit etwa so viel wie ein Nachmittag am Strand mit Drink, Snack und Liegestuhl oder ein Paar Havaianas. Für den Gegenwert der teureren Tickets gibt es ein Abendessen für zwei in einem Restaurant inklusive Wein und Caipirinha.