
Die Polizei registrierte 2025 rund 96.400 Fälle von Betrug rund um Konto und Zahlungskarte in Deutschland – etwa 5 Prozent mehr als im Vorjahr.
Häufig beginnen die Angriffe mit Phishing-Mails, gefälschten Anrufen oder manipulierten SMS, mit denen Kriminelle an Zugangsdaten oder Freigaben gelangen wollen.
Wichtig ist: Betrug kann jede und jeden treffen. Wenn Sie unsicher sind oder einen Verdacht haben, kontaktieren Sie Ihre Bank oder Sparkasse.
Betrug rund ums Konto nimmt zu
Ob gefälschte Banknachricht, angeblicher Sicherheitsanruf oder manipulierte Zahlungsfreigabe: Kriminelle versuchen immer häufiger, an Kontodaten, Karteninformationen oder Zugangsdaten fürs Online-Banking zu gelangen. Das zeigen aktuelle Zahlen des Bundeskriminalamts:

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Hinzu kommen Fälle, bei denen die Täterinnen und Täter mutmaßlich aus dem Ausland handeln, die Auswirkungen aber in Deutschland spürbar sind. Auch hier verzeichneten die Behörden einen deutlichen Anstieg.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher heißt das: Bleiben Sie wachsam. Gleichzeitig gilt: Wer betroffen ist, ist nicht „selbst schuld“. Betrugsmaschen werden immer professioneller, während sie ganz bewusst darauf abzielen, Menschen unter Druck zu setzen.
Wie Kriminelle vorgehen
Viele Betrugsfälle beginnen mit einer scheinbar harmlosen Nachricht. Eine E-Mail sieht aus, als käme sie von der Bank. Eine SMS warnt vor einer angeblich gesperrten Karte. Oder am Telefon meldet sich jemand, der sich als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter eines Finanzinstituts ausgibt.
Das Ziel ist fast immer ähnlich: Kriminelle wollen erreichen, dass Kundinnen und Kunden sensible Daten preisgeben oder eine Zahlung freigeben.
Dazu zählen zum Beispiel:
- Zugangsdaten fürs Online-Banking
Etwa Anmeldename, PIN oder Passwörter
- Freigaben in der Banking-App
Zum Beispiel für Überweisungen oder die Aktivierung einer digitalen Karte.
- Karteninformationen
Etwa Kartennummer, Ablaufdatum oder Sicherheitscode.
- TANs oder Push-Freigaben
Besonders gefährlich: Wenn Kundinnen und Kunden eine Freigabe bestätigen, ohne die Details genau zu prüfen.
Manchmal geben sich Betrügerinnen und Betrüger als Sparkassen- oder Bankbeschäftigte aus. Sie behaupten etwa, das Konto sei gefährdet und müsse „gesichert“ werden. In Wirklichkeit versuchen sie, die Kundin oder den Kunden zu einer Überweisung oder Freigabe zu bewegen.
Phishing-Mails, Schockanrufe, falsche
Sparkassen-Mitarbeitende oder gefälschte Trading-Angebote: Kriminelle
entwickeln ihre Methoden laufend weiter. In unserer Übersicht sammeln wir viele
aktuelle Betrugsmaschen und erklären, woran Sie sie erkennen und wie Sie sich
schützen können.
Sparkassen haben ihre Schutzsysteme verstärkt
So wichtig die eigene Aufmerksamkeit ist: Kundinnen und Kunden stehen nicht allein da. Sparkassen und Banken haben ihre Sicherheitsmaßnahmen in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Dazu gehören unter anderem moderne Verfahren zur Betrugserkennung, zusätzliche Sicherheitsabfragen und Systeme, die auffällige Kontobewegungen erkennen können.
Auch künstliche Intelligenz spielt dabei eine zunehmende Rolle. Sie kann helfen, ungewöhnliche Muster schneller zu entdecken – etwa wenn plötzlich hohe Beträge überwiesen werden oder Zugriffe aus ungewohnten Regionen erfolgen.
Trotzdem bleibt Betrugsprävention eine gemeinsame Aufgabe. Denn viele Angriffe setzen nicht zuerst bei der Technik an, sondern beim Menschen. Kriminelle arbeiten mit Angst oder vermeintlicher Dringlichkeit. Genau deshalb ist der wichtigste Schutz oft ein kurzer Moment des Innehaltens.
Keine falsche Scham: Betrug kann jeder und jedem passieren
Viele Betroffene schämen sich, wenn sie auf eine Betrugsmasche hereingefallen sind. Das ist verständlich, aber nicht nötig. Die Methoden sind heute oft so professionell, dass selbst aufmerksame Menschen verunsichert werden können.
Wichtig ist deshalb: Sprechen Sie darüber. Wenn Ihnen eine Nachricht, ein Anruf oder eine Zahlungsaufforderung merkwürdig vorkommt, kontaktieren Sie Ihre Sparkasse lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Das gilt besonders, wenn Sie bereits Daten eingegeben oder eine Zahlung bestätigt haben.
Je schneller Sie reagieren, desto größer ist die Chance, den
Schaden zu begrenzen.
Was Sie bei einem Verdacht sofort tun sollten
Wenn Sie glauben, dass Ihre Kontodaten, Ihre Karte oder Ihr Online-Banking betroffen sein könnten, handeln Sie schnell:
- Kontaktieren Sie sofort Ihre Sparkasse
Nutzen Sie dafür bekannte Telefonnummern, die Website Ihrer Sparkasse oder die Banking-App – nicht die Kontaktdaten aus verdächtigen Nachrichten.
- Sperren Sie Karte oder Online-Banking-Zugang
Karten können Sie über den Sperr-Notruf 116 116 sperren lassen.
- Prüfen Sie Ihre Umsätze
Achten Sie auf Abbuchungen oder Überweisungen, die Sie nicht selbst veranlasst haben.
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei
Das ist wichtig, damit Betrugsfälle erfasst und verfolgt werden können.
- Sichern Sie Beweise
Speichern Sie E-Mails, SMS, Telefonnummern, Screenshots oder Chatverläufe.
So erkennen Sie typische Warnsignale
Ein Betrugsversuch ist nicht immer sofort erkennbar. Dennoch gibt es Hinweise, bei denen Sie aufmerksam werden sollten:
Sie werden aufgefordert, sofort zu handeln.
Ihnen wird mit Kontosperrung, Strafgebühren oder Sicherheitsproblemen gedroht.
Sie sollen Zugangsdaten, TANs oder Freigaben weitergeben.
Ein Link führt auf eine Seite, die der Ihrer Sparkasse ähnelt, aber ungewöhnlich aussieht.
Am Telefon verlangt jemand, dass Sie eine Überweisung ausführen oder eine App-Freigabe bestätigen.
Eine Nachricht enthält Rechtschreibfehler, ungewohnte Formulierungen oder eine unpersönliche Anrede.
Grundregel: Ihre Sparkasse wird Sie niemals auffordern, am Telefon oder per Nachricht vertrauliche Zugangsdaten oder TANs weiterzugeben. Und vor allem: keine falsche Scham. Melden Sie sich bei Ihrer Sparkasse. Genau dafür ist sie da.
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Stand: 03.06.2026



