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Seifenblasen schweben vor der Fassade der New York Stock Exchange.

KI-Euphorie: Was die Big Tech-Zahlen für Ihr Geld bedeuten

Noch Rallye oder schon Blase?
Profitabilität vs. enormer Investitionsbedarf: Die Tech-Giganten liefern gemischte Bilanzzahlen. Ist die KI-Euphorie am Markt noch gesund? Unser Experte erklärt, ob wir uns in einer KI-Blase befinden, wie man sein Depot vor Tech-Crashs schützen kann und wann der richtige Zeitpunkt zum Nachkaufen ist.
Stand:6. August 2026

Die Vorlage der Bilanzzahlen der „Magnificent Seven“ – also der sieben einflussreichsten Tech-Giganten der USA – hat die Finanzmärkte Ende Juli stark bewegt. Aufgrund ihrer enormen Marktkapitalisierung wirken sich die Ergebnisse dieser Giganten unmittelbar auf die weltweiten Aktienindizes aus und bestimmen maßgeblich die Stimmung an den globalen Börsen.

Insbesondere vier von ihnen sorgten für Aufsehen: Während der Software-Riese Microsoft und der Online-Händler Amazon durch massive Umsätze im Bereich der KI-Infrastruktur und Cloud-Dienste glänzten, gerieten andere unter Druck. Microsoft und Amazon wurden nach der Vorlage ihrer Zahlen von den Anlegern mit Kursgewinnen im mittleren einstelligen Bereich belohnt, da die Profitabilität ihrer Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) deutlich sichtbar wurde.

Im Gegensatz dazu kämpften Meta, der Anbieter von Facebook, Instagram und WhatsApp, sowie der Google-Mutterkonzern Alphabet damit, ihre enormen Investitionen in KI-Modelle in unmittelbare Profitabilität umzumünzen. Das sorgte bei den Anlegern für Verunsicherung. Trotz solider Kerngeschäfte führten die hohen Investitionsausgaben bei beiden Unternehmen zu deutlichen Kursrückgängen von bis zu 5 Prozent unmittelbar nach der Bekanntgabe.

Viele Menschen fragen sich nun, ob die rasanten Kursanstiege durch Künstliche Intelligenz der vergangenen Jahre fundamental unterfüttert sind – oder ob wir auf eine KI-Blase zusteuern. Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, erklärt, wie Privatanlegerinnen und -anleger die aktuelle Volatilität einordnen sollten und wie sie die Tech-Welle nutzen können, ohne ihr Depot einem übermäßigen Risiko auszusetzen.

3 Fragen zu Geld an

Dr. Ulrich Kater

Chefvolkswirt der Deka

Herr Dr. Kater, die Zahlen der Tech-Giganten zeigen ein zweigeteiltes Bild: Einige Unternehmen monetarisieren KI bereits massiv, andere verbrennen hohe Summen für die Forschung und Infrastruktur. Ist die aktuelle Euphorie an den Börsen angesichts dieser Diskrepanz noch gesund, oder bewegen wir uns bereits in einer klassischen KI-Blase?

Der KI-Sektor befindet sich in einer stürmischen Entwicklungsphase, deren Tempo sich in den kommenden Jahren verlangsamen wird. Zurzeit sehen wir einen Übergang von einer generellen Euphorie in die harte Realität der Zahlen. Einige Konzerne weisen so solide Cashflows auf, dass sie Spielraum bei Investitionen haben. Bei anderen ist nicht sicher, ob sie die hohen Erträge noch steigern oder überhaupt nur aufrechterhalten können. Bei einzelnen Unternehmen gibt es sicherlich so etwas wie eine Ertragsblase – für den gesamten Sektor muss dies allerdings nicht der Fall sein.

Für Anleger, die bereits in Tech-Werte investiert sind, kann die Volatilität nach solchen Quartalszahlen schmerzhaft sein. Wie lässt sich ein Depot schützen, wenn man die Chance auf die KI-Rallye nicht verpassen möchte, aber auch keine massiven Verluste bei einem Tech-Crash riskieren will?

Heftige Kursausschläge bei einzelnen Titeln sind notwendig und werden weitergehen. Auf Gesamtmarktebene gleichen sich viele Faktoren aber wieder aus. Günstigere Halbleiter belasten die Kurse einzelner Halbleiterhersteller, reduzieren aber zugleich die Investitionskosten von KI-Unternehmen beziehungsweise Hyperscalern, also Technologieunternehmen, die riesige Cloud-Infrastrukturen betreiben und IT-Ressourcen wie Rechenleistung, Speicherplatz, Datenbanken oder Künstliche Intelligenz in nahezu unbegrenztem Umfang bereitstellen können. So stützen sie deren Aktienkurse.

Vorsicht bei wenig diversifizierten Anlagen, etwa einseitigen Geschäftsmodellen oder ausschließlich mit Rechenzentren besicherte Anleihen. KI-Technologien erzielen Effekte in der Breite, deshalb ausreichend diversifizieren, am besten mit aktiver Unternehmensauswahl.

Der Unterschied zwischen Profitabilität und Investitionsbedarf ist deutlich. Aber woran können Privatanleger erkennen, ob ein Unternehmen tatsächlich ein langfristig tragfähiges Wachstum erzeugt?

Durch ein intensives Studium der Geschäftsmodelle, durch die tägliche Verfolgung aller relevanten Meldungen und ein geschultes Auge für Bilanz- wie Industriestrukturen. Das ist aber ein Feld für Profis, die sich hauptberuflich damit beschäftigen.

Stand: 6. August 2026

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