
Alternative für Familien: Mit der Förderung „Jung kauft Alt“ gibt es zinsgünstige Kredite für den Kauf und die Sanierung alter Häuser, jedoch mit strengen Auflagen.
Neue Konditionen: Seit dem 23. Oktober 2025 gelten für dieses Förderprogramm günstigere Zinsen.
Erleichterte Sanierung: Die geforderte energetische Modernisierung wurde von Effizienzhaus-Standard 70 EE auf 85 EE abgesenkt.
Leere Häuser und verlassene Ortskerne wiederbeleben
In Deutschland stehen rund 2 Millionen alte Wohnhäuser leer, vor allem in kleineren Städten und ländlichen Gebieten. Oft ist es für viele Menschen günstiger, neu zu bauen, anstatt ein älteres Haus zu sanieren. Um diesen Leerstand zu verringern, fördert die Bundesregierung den Kauf und die Renovierung alter Häuser.
Das Programm "Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb (Kredit 308)", kurz: Jung kauft Alt , soll:
- Ressourcen schonen,
- bestehende Bausubstanz erhalten,
- leerstehende Gebäude bewohnbar machen und
- verlassen wirkende Ortskerne wiederbeleben.
Vor allem soll es Familien unterstützen, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen.
Kritik an den bisherigen Rahmenbedingungen
tz des Potenzials des Programms, alte Häuser zu sanieren und Ortskerne zu beleben, galt das Programm „Jung kauft Alt “ von Beginn an als zu anspruchsvoll. Immobilienverbände hielten die Vorgaben für überzogen, Fachleute kritisierten die hohen energetischen Anforderungen, enge Einkommensgrenzen und den zeitlichen Druck bei der Sanierung. Viele junge Familien fühlten sich durch die Pflicht zum schnellen Heizungstausch und die hohen Kosten überfordert. Zwar sei das Programm grundsätzlich sinnvoll, weil der Eigentümerwechsel der ideale Zeitpunkt für eine energetische Sanierung sei, doch die strikten Klimavorgaben und geringen Zinsvorteile hätten das Ziel verfehlt.
Gefordert wurden daher flexiblere Bedingungen, etwa längere Sanierungszeiträume, niedrigere Effizienz-Standards, deutlichere Zinsvergünstigungen, höhere Einkommensgrenzen und eine Reform der Grunderwerbsteuer, um Altbaukäufe attraktiver zu machen.
Das sind die Neuerungen
Auf die Kritik an den hohen Hürden hat die Bundesregierung teilweise reagiert. Seit dem 23. Oktober 2025 gelten verbesserte Konditionen für das KfW-Programm „Jung kauft Alt“:
Die Zinsen wurden deutlich gesenkt.
Für eine Kreditlaufzeit von 35 Jahren mit zehnjähriger Zinsbindung beträgt der effektive Jahreszins jetzt 1,13 Prozent statt zuvor 1,71 Prozent. Damit reduziert sich die Belastung um rund 0,6 Prozentpunkte, was besonders Familien mit kleinen und mittleren Einkommen entlastet. Klingt wenig, summiert sich aber je nach Kredithöhe und Laufzeit auf 10.000 Euro und mehr.
Die energetischen Anforderungen gelockert.
Nun reicht der Effizienzhaus-Standard 85 EE statt 70 EE. Die Immobilie darf also 15 Prozent weniger Energie verbrauchen als ein Neubau nach dem aktuellen Gebäudeenergiegesetz (GEG). Beim früher geforderten Standard 70 EE lag der Verbrauch bei 30 Prozent unter dem Neubau-Niveau.
Und die Beantragung über die Hausbank wurde vereinfacht.
Seit 23. Oktober 2025 sind weniger Nachweise erforderlich, Unterlagen können digital übermittelt werden und die Bestätigung durch Energieeffizienz-Experten und -Expertinnen erfolgt automatisch über die dena-Liste.
Nicht umgesetzt wurden bislang Forderungen nach höheren Einkommensgrenzen, längeren Sanierungsfristen oder einer Reform der Grunderwerbsteuer. Dennoch gilt: Mit den neuen Konditionen wird der Weg ins Eigenheim realistischer, finanziell tragbarer und bürokratisch einfacher – auch wenn noch Luft nach oben bleibt.
Einkommensgrenzen bei der Unterstützung für Familien
„Jung kauft Alt“ des Bundesbauministeriums bietet zinsvergünstigte Kredite für den Kauf von älteren Immobilien, die energetisch saniert werden müssen. Je nach Anzahl der Kinder können Familien Kredite zwischen 100.000 und 150.000 Euro erhalten. Allerdings gilt eine Einkommensgrenze: Familien mit einem Kind dürfen maximal 90.000 Euro steuerpflichtiges Einkommen im Jahr haben. Für jedes weitere Kind steigt diese Grenze um 10.000 Euro.
Alte Häuser, neues Leben
Viele alte Häuser stehen leer, weil die Sanierungskosten oft sehr hoch sind und Neubauten bevorzugt werden. Diesem Trend soll das Programm „Jung kauft Alt“ entgegenwirken. Grundsätzlich gilt: Jede Sanierung ist besser als keine Sanierung. Und das Programm „Jung kauf Alt“ könnte umweltpolitisch sogar sehr viel bewegen. Denn der Wechsel des Eigentümers ist oft der perfekte Moment, um energetische Sanierungen umzusetzen.
Ihre Partnerin für mehr Durchblick
Hier dreht sich alles ums Geld. Mit uns bleiben Sie auf dem Laufenden und erfahren alles über clevere Spartipps, lukrative Anlagemöglichkeiten, smarte Altersvorsorgen und News aus der Finanzwelt. Denn: Wissen zahlt sich aus!
Stand: 12.11.2025



