300 Euro Energiepreispauschale: Wer sie wann bekommt

7 Fragen und Antworten zur staatlichen Unterstützung

Die Energiepreise steigen immer weiter. Deshalb hat die Bundesregierung als Teil eines Entlastungspakets die Energiepreispauschale beschlossen. Aber wer bekommt die 300 Euro eigentlich? Und muss das Geld versteuert werden? Antworten gibt es hier.

Ein Paar sieht sich Rechnungen an

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Bundesregierung reagiert auf die enorm gestiegenen Energiepreise und entlastet die Bürgerinnen und Bürger mit einer Zahlung von 300 Euro.
  • Diese Energiepreispauschale muss allerdings versteuert werden.
  • Das Geld soll mit dem Septembergehalt auf den Konten ankommen. Die Arbeitgeber holen sich den Beitrag vom Staat zurück.

Wie hoch ist die Energiepreispauschale?

Die Energiepreispauschale beträgt 300 Euro brutto. Sie unterliegt der Einkommensteuer, gegebenenfalls fallen auch Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag an. 

Wer bekommt die Energiepreispauschale?

Allen aktiv sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, einkommensteuerpflichtigen Erwerbstätigen der Steuerklassen 1 bis 5 bekommen die Pauschale. Das ist die Liste derer, die laut Finanzministerium anspruchsberechtigt sind:

  • Arbeiter, Angestellte, Auszubildende, Beamte, Richter, Soldaten,
  • Vorstände und Geschäftsführer mit Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit,
  • kurzfristig und geringfügig Beschäftigte ("Minijobber") sowie Aushilfskräfte in der Land- und Forstwirtschaft, unabhängig von der Art des Lohnsteuerabzugs (pauschale Lohnsteuer oder individuelle Lohnsteuer),
  • Arbeitnehmer in der passiven Phase der Altersteilzeit,
  • Personen, die ein Wertguthaben bei der DRV Bund ansparen,
  • Freiwillige im Sinne des § 2 Bundesfreiwilligendienstgesetz (BFDG) und Freiwillige im Sinne des § 2 Jugendfreiwilligendienstegesetz (JFDG),
  • Arbeitnehmer, die steuerpflichtige oder steuerfreie Zuschüsse des Arbeitgebers erhalten (z. B. nach § 20 Mutterschutzgesetz ‑ MuSchG ‑),
  • im Inland unbeschränkt steuerpflichtige Grenzpendler und Grenzgänger,
  • Personen, die ausschließlich steuerfreien Arbeitslohn beziehen (z. B. ehrenamtlich tätige Übungsleiter oder Betreuer),
  • Werkstudenten und Studenten im entgeltlichen Praktikum,
  • Menschen mit Behinderungen, die in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen tätig sind,
  • Arbeitnehmer mit einem aktiven Dienstverhältnis

Dagegen werden Pensionärinnen und Pensionäre sowie Rentnerinnen und Rentner keine Energiepreispauschale erhalten, sofern sie in 2022 keine sonstigen Einkünfte haben, zum Beispiel als Mini-Jobber oder aus selbstständiger Arbeit. Gleiches gilt für Studierende.

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Wann wird die Energiepreispauschale ausgezahlt?

Wenn Sie berechtigt sind, erhalten Sie die Energiepreispauschale mit dem Septembergehalt. Sprich, es gibt keinen festen Tag, wann das Geld ausgezahlt wird. Sondern es kommt darauf an, wann Ihr Arbeitgeber Ihnen Ihr Gehalt überweist. Wenn Sie zum Beispiel Mitte des Monats Ihr Gehalt erhalten, bekommen Sie auch dann die Energiepreispauschale. 

Muss ich etwas tun, um die Energiepreispauschale zu bekommen?

Nein, als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer bekommen Sie die Energiepreispauschale ganz einfach mit Ihrem Gehalts aufs Konto überwiesen. Selbständige erhalten sie über eine einmalige Senkung ihrer Einkommensteuer-Vorauszahlung.

Wird die Energiepreispauschale versteuert?

Ja, die Energiepreispauschale unterliegt der Einkommensteuer. Das heißt, wie viel Geld genau bei Ihnen ankommt, hängt von Ihrem Einkommen und von Ihrer Steuerklasse ab. 

Wird die Pauschale nur einmal ausgezahlt?

Bislang ist die Energiepreisepauschale als einmalige Maßnahme gedacht. Heißt, alle Empfangsberechtigten bekommen die Zahlung nur einmal. Ob es hier eine Fortsetzung beziehungsweise Wiederholung geben könnte, ist derzeit nicht bekannt. 

Welche Entlastungen gibt es noch?

Es gibt noch einige weitere Maßnahmen, mit denen die Regierung zuletzt die Bevölkerung entlastet hat und versucht, so zumindest die enorm gestiegenen Lebenshaltungskosten nicht noch weiter anwachsen zu lassen:

  • Zum 1.7.2022 entfiel die EEG-Umlage, mit der der Ausbau der Erneuerbaren Energien finanziert werden soll.
  • Wer Wohngeld empfängt, erhält einen Heizkostenzuschuss.
  • 9-Euro-Ticket
  • 200 Euro Kinderbonus
  • Tankrabatt
  • Einmalzahlung für Empfängerinnen und Empfänger von Sozialleistungen in Höhe von 200 Euro
  • Einmalzahlung für Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld 1 in Höhe von 100 Euro
  • Der Arbeitnehmerpauschbetrag stieg von 200 auf 1.200 Euro.
     

Quelle: Bundesfinanzministerium

(Stand: 29.08.2022)