Einfacher Bezahlen an Ladesäulen für E-Autos

Einheitliches System mit Giro- und Kreditkarte statt Anhäufung von Apps

In Deutschland gibt es mittlerweile rund 22.500 E-Ladesäulen und mehr als 589.000 elektrische Fahrzeuge. Bisher konnte die Strom-Tankladung per App oder mit einer Ladekarte von Strom- und Mobilitätsanbietern bezahlt werden. Nun sollen Giro- und Kreditkarte als Zahlungsmittel folgen und E-Mobilität attraktiver machen. 

Ein Mann und eine Frau stehen an einer E-Ladesäule

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ab Juli 2023 soll Tanken von Strom auch mit Giro- und Kreditkarten bezahlbar sein.
  • Die Bundesregierung hat dazu Mitte Mai eine Ladesäulenverordnung beschlossen, die noch vom Bundesrat bestätigt werden muss. Nach dem Notifizierungsverfahren der Europäischen Kommission wird dieser sich damit befassen.
  • Die neue Regelung soll den Zugang erleichtern und so der Elektromobilität einen zusätzlichen Schub verschaffen. 

Mehr Flexibilität für Fahrerinnen und Fahrer

Die Bundesregierung hat Mitte Mai die Ladesäulenverordnung beschlossen. Darin ist geregelt, dass in Zukunft das Tanken von Strom nicht nur via App am Smartphone oder per Ladekarte eines Strom- und Mobilitätsanbieters bezahlt werden kann, sondern auch mit Giro- und Kreditkarten. Ab Juli 2023 müssen alle neuen Stromtankstellen diese Zahlungsarten ermöglichen – eine Nachrüstung der bestehenden E-Ladesäulen ist nicht nötig.

Ziel ist, die Zahlungen einfacher und transparenter zu gestalten und jedem Autofahrer ein spontanes Laden zu ermöglichen, wenn dieser gerade weder Smartphone noch Ladekarte zur Hand hat. Außerdem argumentiert das Wirtschaftsministerium mit dem Nutzen für Autofahrerinnen und Autofahrer aus dem europäischen Ausland. Zum einen würde die Neuerung zur Etablierung eines europäischen Bezahlsystems beitragen und zum anderen würde den Fahrerinnen und Fahrern die Bezahlmöglichkeit mit Giro- oder Kreditkarte das Tanken erleichtern.

Ab dem 1. März 2022 soll es zudem eine weitere Änderung geben. Geplant ist eine Datenschnittstelle, die anhand eines Systems Standortinformationen und dynamische Daten übermitteln soll, um Nutzerinnen und Nutzern den Ladeprozess zu erleichtern. Dadurch könnten beispielsweise freie Ladesäulen schneller ausgemacht werden. 

Gegenwind aus der Branche

Die Auto- und Energie-Branche zeigt sich von der Regelung wenig begeistert: Laut Industrie sollte das Verfahren wie bisher beibehalten werden, da die Fahrer von E-Fahrzeugen in der Regel alle ein Smartphone besäßen und der Aufbau von dringend nötigen Ladesäulen durch das Hinzufügen einer Bezahlfunktion mit Giro- oder Kreditkarte nur erschwert und verlangsamt werden würde. Gründe hierfür seien das zusätzliche System zur PIN-Eingabe und dessen Eichung. 

Final scheinen die Vorteile zu überwiegen

Wirtschaftsminister Peter Altmaier ist der Meinung, dass nur die Ergänzung von EC-Zahlungsmöglichkeiten für mehr Akzeptanz von E-Mobilität sorgen kann. Bezahlverfahren via Karte sind absoluter Standard in Deutschland. Sie bieten den Kundinnen und Kunden die Sicherheit, ihre bewährten Zahlverfahren nutzen zu können, und bewahrt sie vor dem Anhäufen vieler unterschiedlicher Apps. Aktuell muss sich ein User nämlich bei der am Ladestandpunkt angebotenen App registrieren und dort ein Zahlungsmittel hinterlegen.

Außerdem haben Roaming-Modelle Nachteile, da günstiges Aufladen nur durch den am Ladepunkt ausgewählten Vertragsanbieter möglich ist und digitale Methoden besonders im Außenbereich vor Betrugsangriffen sicher gemacht werden müssen. Das Zahlen mit der Karte vereinfacht das gesamte Verfahren und macht E-Mobilität für Autofahrerinnen und Autofahrer attraktiver. 

(Stand 19.05.2021)


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