Corona-Hilfe: So kommen Sie jetzt schnell an Ihren Förderkredit

Sparkassen helfen mit Unterstützung der KfW und der Förderinstitute der Bundesländer mit Förderkrediten gegen die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus

Die Bundesregierung und die Landesregierungen unterstützen mit Sofortmaßnahmen die deutsche Wirtschaft. Die Folgen der Coronakrise für Unternehmen und Selbständige sollen so möglichst abgefedert werden. Hilfskredite der KfW und der Förderinstitute der Bundesländer können bei der jeweiligen Hausbank beantragt werden. Dazu wurden bestehende KfW-Programme wegen der Corona-Pandemie erweitert und mit dem KfW-Schnellkredit ein neues Instrument geschaffen. Wie die Förderkredite funktionieren und wie Sie schnell Hilfe bekommen.

Ein Unternehmer arbeitet am Laptop.

Das Wichtigste vorab:

  • Eine Reihe von bestehenden KfW-Programmen und solchen der Förderinstitute der Bundesländer wurden wegen der Corona-Pandemie erweitert.
  • Ziel: Unternehmen und Freiberufler schnellstmöglich mit Liquidität zu versorgen.

In ihren Bemühungen um die Abmilderung der Corona-Folgen für die Wirtschaft arbeiten die Bundesrepublik Deutschland, die Bundesländer, die Förderinstitute des Bundes und der Länder sowie die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe sehr eng zusammen. Das gemeinsame Ziel aller ist es, den betroffenen Unternehmen und Selbständigen Förderkredite und damit Liquidität zukommen zu lassen.

Wie hoch ist das Volumen der Hilfen?

Die gute Nachricht: Die Mittel, um die Krise zu bekämpfen, sind vorhanden. „Es gibt keine Grenze nach oben bei der Kreditsumme, die die KfW vergeben kann“, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz zu Beginn der Corona-Krise im März 2020.

Die KfW-Programme haben sich schon in der Finanzkrise 2008/2009 bewährt, um Unternehmen einen leichteren Zugang zu günstigen Krediten zu verschaffen. Die Sparkassen helfen mit eigenen Krediten und ergänzenden Haftungsübernahmen, damit diese Mittel schnell bei den betroffenen Unternehmen ankommen.

Welche Unternehmen können die KfW-Förderkredite nutzen?

Aus den erweiterten Programmen können Unternehmen ohne jede Umsatzbeschränkung finanziert werden. Das gilt auch für Unternehmen, die krisenbedingt bereits in ernsthafte Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind.

Ziel der Förderung ist es, eine Insolvenzwelle durch das Coronavirus zu verhindern. Besonders von der Pandemie betroffene Unternehmen sollen solvent bleiben und Arbeitsplätze gesichert werden. Dazu müssen sie liquide bleiben.

Das Wichtigste zum KfW-Schnellkredit im Überblick:

  • verfügbar für alle Unternehmen, die mindestens seit Januar 2019 am Markt sind.
  • Die maximale Fördersumme liegt abhängig von der Unternehmensgröße und dem Umsatz bei 300.000 bis 800.000 Euro.
  • Der Kreditbetrag ist begrenzt auf 25 Prozent des Jahresumsatzes 2019 des Unternehmens.
  • Für diese Kredite gewährt der Bund den Hausbanken und Sparkassen bis zu 100 Prozent Haftungsfreistellung.
  • Für die Kredite sind 3 Prozent Zinsen zu zahlen. Eine Sondertilgung ist als Vollrückzahlung jederzeit kostenfrei möglich. 
  • Als Kreditlaufzeit sind zehn Jahre vorgesehen – mit zwei tilgungsfreien Jahren.

So kommen Sie schnell an Ihr Geld: Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den KfW-Sonderprogrammen

Anträge auf Corona-Hilfen können Unternehmen ebenso wie Selbstständige und Freiberufler stellen, kleine und mittelständische Firmen ebenso wie Konzerne. Die Programme unterscheiden zwischen Unternehmen, die länger als fünf Jahre am Markt sind, und solchen, die erst am Beginn stehen. 

Die KfW unterstützt mit drei etablierten Programmen, die im Kampf gegen die Corona-Folgen ausgeweitet wurden, sowie dem im Frühjahr 2020 gestarteten KfW-Schnellkredit. Wichtig bei der Auswahl des Programms ist unter anderem, wie lange ein Unternehmen schon am Markt ist:

Die Bundesregierung stellt darüber hinaus seit Mitte des Jahres 2020 Überbrückungshilfe für Soloselbstständige und kleine Unternehmen zur Verfügung. Weitere Zuschüsse gibt es für Unternehmen, die besonders betroffen sind von den neuerlichen Maßnahmen im Kampf gegen Corona im Herbst 2020.

Bei Ihrer Sparkasse. Sie prüft Ihren Antrag und kann schnell alles Notwendige in die Wege leiten.

Weitere Informationen zur Antragstellung finden Sie in diesem FAQ.

Ihre persönlichen Sparkassen-Ansprechpartner sowie die FirmenCenter der Sparkassen stehen für alle Fragen und Beratungsangelegenheiten zur Verfügung. Bitte beachten Sie die Checkliste zur Vorbereitung Ihres Gesprächs.

  • Kurze schriftliche Beschreibung der Auswirkungen der Pandemie auf Ihr Unternehmen
  • Jahresabschlüsse / Einnahmen-Überschuss-Rechnungen 2017 und 2018
  • Betriebswirtschaftliche Auswertung 2019 (inklusive Summen- und Saldenliste)
  • Ermittlung des Kreditbedarfs anhand einer Maßnahmen- und Liquiditätsplanung für die nächsten 12 Monate
  • Selbstauskunft
  • Vorschlag für den Eigenbeitrag des Gesellschafters

Jede Unterstützung der Sparkassen stellt eine individuelle Kreditentscheidung dar. Gegebenenfalls sind dafür weitere Unterlagen und Informationen erforderlich. Beachten Sie bitte: Für den KfW-Schnellkredit gilt diese Checkliste nicht!

In der Sparkasse findet eine beschleunigte Kreditprüfung statt. Bei Krediten bis 3 Millionen Euro stützt sich die KfW dabei auf die Prüfung der Sparkasse. Das macht den Prozess nochmals schneller.

Durch gute Zusammenarbeit aller Beteiligten wird der Abwicklungsprozess enorm beschleunigt. Wir bemühen uns, dass Sie schon innerhalb weniger Tage über das Geld verfügen können.

Das Geld kommt von Ihrer Hausbank. Die KfW übernimmt bei Corona-Hilfen je nach Programm zwischen 70 und 100 Prozent der Risiken für die vermittelnden Finanzierungspartner – und damit zum Teil mehr als sonst. Das restliche Kreditrisiko trägt die Sparkasse. 

Im Zuge der Corona-Sonderprogramme wurden die Zinsen nochmals erheblich abgesenkt: Für kleine und mittlere Unternehmen nennt die KfW als maximale Zinssätze je nach Bonität des Kreditnehmers Zinsen zwischen 1,00 bis 1,46 Prozent pro Jahr.

Für größere Unternehmen gelten in acht der neun Preisklassen der KfW Zinssätze von maximal 2,00 Prozent. In der Preisklasse mit der höchsten Risikoeinschätzung sind Zinsen bis höchstens 2,12 Prozent vorgesehen.  

Für den KfW-Schnellkredit sind 3 Prozent Zinsen zu zahlen. Im Online-Angebot der KfW finden sich detaillierte Informationen und Konditionen.

Sparkassen und Landesbanken haben Geschäftsverbindungen zu den meisten deutschen Unternehmen. Die wichtigste Aufgabe ist es jetzt, diesen Unternehmen und Freiberuflern in dieser schwierigen Zeit zu helfen und sie vor einem wirtschaftlichen Absturz zu bewahren. Nur die dezentralen Kreditinstitute sind in der Lage, ein solches Programm flächendeckend in Deutschland umzusetzen.

Beim Finanzamt. Das können Sie beantragen:

  • Hinausschieben von Steuerzahlung
    Die Finanzbehörden können die Zahlung von Steuern für die von den Auswirkungen des Corona- Virus betroffenen Unternehmen leichter zinsfrei stunden.
    Voraussetzung: Die Einziehung muss eine erhebliche Härte darstellen. In der aktuellen Situation stellt das Finanzamt daran keine strengen Anforderungen.
  • Anpassung von Vorauszahlungen
    Das Finanzamt kann Ihre Vorauszahlungen auf die Einkommens- und Körperschaftssteuer unkompliziert herabsetzen.
    Voraussetzung: Ihre Einkünfte sind im laufenden Jahr voraussichtlich geringer.
  • Aussetzung von Vollstreckungsmaßnahmen
    Die Finanzbehörden verzichten bis Ende 2020 auf Vollstreckungsmaßnahmen, zum Beispiel Kontopfändungen beziehungsweise Säumniszuschläge.
    Voraussetzung: Der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung ist unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen.

Außerdem: Bei den Steuern, die von der Zollverwaltung verwaltet werden, zum Beispiel Energiesteuer und Luftverkehrssteuer, kommt die Generalzolldirektion den Steuerpflichtigen ebenfalls entgegen.

Gleiches gilt für das Bundeszentralamt für Steuern, das bei seiner Zuständigkeit für die Versicherungssteuer und die Umsatzsteuer entsprechend verfährt.

Der Bund stellt der Wirtschaft mit Exportkreditgarantien, so genannte Hermesdeckungen eine flexible, effektive und umfassende Unterstützung bereit. Die Instrumente haben sich bereits in der Finanzkrise bewährt. Darüber hinaus gibt es ein KfW-Programm zur Refinanzierung von Exportgeschäften.

  1. Ausführliche Informationen der KfW unter www.kfw.de/corona
  2. Bürgschaftsbank kontaktieren (zur Bürgschaftsbank)
    Kredite zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen können durch die Bürgschaftsbank besichert werden.
  3. Überbrückungshilfe nutzen (zum Onlineportal)
    Beantragen Sie mit Hilfe Ihres Steuerberaters die staatliche Überbrückungshilfe für betriebliche Fixkosten.
  4. Kurzarbeit beantragen (zur Arbeitsagentur)
    Wenn Ihr Unternehmen wegen der Pandemie Kurzarbeit anordnet, können betroffene Beschäftigte Kurzarbeitergeld erhalten.
  5. Steuerstundung verhandeln: bei Ihrem Finanzamt
    Reden Sie mit Ihrem Finanzamt oder Ihrem Steuerberater über die Möglichkeit von Steuerstundungen.

Weiterführende Links zum Coronavirus

(Stand: 18.11.2020)


Informieren Sie sich über die Hilfsprogramme der KfW und der Bundesländer bei Ihrer Sparkasse.

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