Lassen Sie sich nicht verheizen

Betrugsmaschen mit Brennholz und Wunderheizungen

Alle wollen, müssen, sollen Energie sparen. Denn die Heizkosten nehmen zu – die Betrugsmaschen dazu leider auch. Angeboten von dubiosen Online-Händlern, werden begehrte Materialien wie Holz nie geliefert oder phänomenale Geräte angepriesen, die nicht funktionieren. Dann ist das Geld weg, allein der Frust bleibt. Lassen Sie sich nicht verheizen! Neben Warnungen geben wir auch einige Hinweise, wie Sie sich vor Betrügern schützen können.

Eine Frau sitzt vor einem Kamin und legt Brennholz nach.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Betrüger haben sich im Internet auf den Online-Verkauf für Heizalternativen spezialisiert.
  • Vorsicht ist geboten bei billigen Preisen für Holz, Kaminöfen und sogenannten Wunderheizungen.
  • Verbraucher und Verbraucherinnen sollten misstrauisch sein und haben Möglichkeiten, Fake Shops zu erkennen.

Holz: Das knappe Gut ist derzeit so begehrt wie selten zuvor

Dürrejahre und Stürme – einige Bäume haben diese Katastrophen nicht überstanden. Als seien in den vergangen Jahren Unwetter und Borkenkäferplagen nicht genug, als hätte die Forstbewirtschaftung nicht etliche Schäden hinnehmen und Krisen meistern müssen – steigt ausgerechnet jetzt die Frage nach dem Rohstoff. Holz, das knappe Gut, ist der Baukonjunktur und Energiekrise wegen gefragt wie selten zuvor. Das führt zur rasanten Teuerung, freut die in der Vergangenheit gebeutelten Forstbetriebe und belastet die Verbraucher und Verbraucherinnen.

Auf dem Holzweg: Vor Betrügern muss gewarnt werden

Wenn der Bedarf nicht gedeckt werden kann, weil das Angebot knapp und die Nachfrage groß ist – ruft das oft auch Betrüger auf den Plan. Mittlerweile gibt es zahllose Fake Shops im Internet. Dort verheißen dubiose Anbieter günstige Alternativen und bieten auf zweifelhaften Webseiten Brennholz, Holzpellets oder Kaminöfen scheinbar zum Kauf an. Die Polizei und das Bundeskriminalamt, der Bundesverband Brennholzhandel und Brennholzproduktion oder auch Verbraucherzentralen warnen vor diesen Shops mit Schnäppchenangeboten. Dabei wird

  • die Ware besonders preiswert angeboten,
  • eine kurze Lieferzeit versprochen,
  • um Vorkasse gebeten
  • und schließlich mangelhafte Ware oder überhaupt keine Ware geliefert.

Mitunter wird das Geld ins Ausland überwiesen und kann nicht mehr zurückgebucht werden. Oft nutzen die Betrüger auch die Namen bekannter und seriöser Firmen – operieren also mit Identitätsdiebstahl.

Tipp: Suchen Sie den Namen des Shops in Verbindung mit dem Stichwort „Erfahrungen“ oder „Kritik“ über Ihren Browser oder nutzen Sie den Fakeshop-Finder. Achten Sie darauf, ob ein Impressum vorhanden ist und auch darauf, aus welchem Land die Webseite gehostet wird.

Kamine, Kachelöfen und andere Wunderheizungen

Beliebt ist auch die Masche, Kamine und Kachelöfen besonders preiswert zu liefern und einzubauen, wie etwa auf der Seite www.kamine.pl, die schon viele Kunden und Kundinnen – insbesondere aus Brandenburg – abgezockt hat.

Auch stark im Trend: tragbare Heizgeräte. Sie werden wie Wunderheizungen verkauft, die für kleines Geld die große Wärme versprechen. Manche Geräte werden als Heizstecker – klein, kabellos und leise für nur 60 Euro angepriesen. Sie sollen Räume in weniger als 2 Minuten aufheizen und überdies besonders effizient sein – bis zu 30 Prozent Heizkosten könnten damit gespart werden. Das klingt genial, ist aber lediglich kriminell. Vor aparten Namen wie beispielsweise Ultraheatpro, Heaterprox und Valty-Heater warnt etwa die unabhängige Informationsplattform Watchlist Internet, die sich auf Online-Betrugsfälle spezialisiert hat.

Feuer und Flamme: Teelichter sind als Öfchen keine gute Alternative

Die Runde machte bundesweit auch der absurde Energiespartipp eines Mannes aus Schleswig-Holstein: Er bohrt kleine Löcher in einen Blumentopf, dreht ihn um – und beheizt dieses selbstgebaute Öfchen mit Teelichtern. Die Feuerwehr warnt eindringlich vor dieser „Idee“: Da Teelichter bis zu 250 Grad heiß werden, könne ein Wachsbrand nicht ausgeschlossen werden. Der wäre verheerend: Teelichter brennen dann lichterloh und die Wachstropfen können wie bei Fett- oder Ölbränden bis zu einem Meter hohe Stichflammen verursachen. Dann ist es sicher schön warm, ja sogar heiß. Aber empfehlenswert ist es nicht. Dreimal auf Holz geklopft – dass dieser Tipp nicht länger ernstgenommen wird.

Es gibt bessere und gesündere Möglichkeiten, eine behagliche Umgebung zu schaffen und dabei die Heizkosten zu senken. Und das ohne kriminelle Energie. Da wird einem ganz warm ums Herz.

(Stand: 27.10.2022)


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