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Studie: Wie bessere Bildung Deutschland reicher macht

6,7 Billionen Euro bis 2075
Bildung ist kein Luxus, sondern der Motor unserer Gesellschaft. Sie schafft Chancengleichheit, treibt Innovation und sichert den Wohlstand. Bessere Noten sollen Deutschland einer neuen Studie zufolge bis 2075 um 6,7 Billionen Euro reicher machen. Wie das möglich ist? Hier erfahren Sie mehr.
Das Wichtigste in Kürze:
  • Das Erreichen der Bildungsziele 2035 würde Deutschland laut einer ifo-Studie bis 2075 um 6,7 Billionen Euro reicher machen.

  • Derzeit befindet sich Deutschland mit rückläufigen Ergebnissen im Mittelfeld der PISA-Studie – das bedeutet weniger Talente und schwächeres Wirtschaftswachstum.

  • Die Sparkassen bieten seit 1975 kostenlose Finanzbildung, um Jugendliche und Erwachsene für nachhaltigen Umgang mit Geld zu schulen und Wohlstand zu fördern.

Weniger Durchfaller, mehr Genies – und Billionen extra?

Stellen Sie sich vor: Jeder zweite Schüler, der heute in Mathe und Deutsch durchfällt, schafft es morgen zu bestehen. Jede dritte Schülerin, die gerade so besteht, wird richtig gut. Und die Besten werden noch besser. Das Ergebnis? Deutschland wird bis 2075 um 6,7 Billionen Euro (also 134 Milliarden Euro jährlich) reicher – und bis 2105 sogar um 20,9 Billionen Euro.

Das ist zumindest das Ergebnis einer aktuellen Studie des Münchener ifo-Wirtschaftsinstituts, die zeigt, welchen Wertzuwachs Bildung unserem Land bringen kann. Die Forschenden des ifo-Instituts haben nachgerechnet, was passiert, wenn wir die „Bildungsziele 2035“ erreichen, die Bildungsministerinnen und -minister Anfang 2025 festgelegt haben.

Im Kern geht es darum, drei zentrale Faktoren umzusetzen:

  • Die Mindeststandards in Mathe und Deutsch bei der Hälfte der Schülerinnen und Schüler zu halten,
  • die Regelstandards um 20 Prozent sowie
  • die Optimalleistungen um 30 Prozent zu steigern.

Laut der Studie würde bessere Bildung Nordrhein-Westfalen langfristig 4,9 Billionen Euro Wachstum bringen, Baden-Württemberg 3 Billionen Euro und Bayern 2,8 Billionen Euro.

0Euro pro Jahr

könnte Deutschlands Wirtschaft dank einer verbesserten Bildung generieren.

PISA: Deutschland liegt nur im Mittelfeld – mit Folgen

Dass Deutschlands Nachwuchs noch Verbesserungspotenzial hat, belegt die Bildungssituation deutscher Schülerinnen und Schüler. Sie spiegelt sich sehr gut im Programm zur internationalen Schülerbewertung der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) – besser bekannt als PISA-Studie. Diese oft zitierte Untersuchung gibt es seit dem Jahr 2000. Sie testet alle drei Jahre die Kompetenzen 15-Jähriger (meist 9. Schuljahr) in rund 80 Ländern.

Deutschland liegt in der PISA-Studie 2022 (veröffentlicht Dezember 2023) im Mittelfeld der OECD-Länder – mit rückläufigen Ergebnissen: Lesen 480 Punkte (OECD-Durchschnitt 476), Mathematik 475 (Durchschnitt 472), Naturwissenschaften 492 (Durchschnitt 485). Besonders besorgniserregend: Erstmals seit 2000 fallen die Ergebnisse in Mathe und in Lesen sogar unterdurchschnittlich aus.

Diese Position im Mittelfeld hat Folgen: Weniger Ingenieure, schwächere Exporte, stagnierende Löhne. Bessere Bildung würde das umkehren – mehr Talente für KI, Green Tech und den Mittelstand. Langfristig multipliziert sich der Effekt: Höheres BIP, mehr Steuern, bessere Renten. Denn Bildung ist die Grundlage für alles.

„Finanzbildung stärkt die wirtschaftliche Teilhabe und fördert Wachstum“

Aber nicht nur Rechnen und Schreiben sind wichtig Finanzbildung hat einen ganz besonderen Stellenwert: Wie spare ich für die Rente? Soll ich jetzt in ETFs investieren? Warum oder ab welchem Zinssatz ist ein Kredit teuer? Kinder, die all das früh lernen, treffen später kluge Entscheidungen. Studien der OECD und des Bundesfamilienministeriums zeigen: Finanzkompetenz stärkt die soziale Teilhabe, fördert Unabhängigkeit und pumpt Wachstum in die Wirtschaft.

Daher setzen die Sparkassen konsequent auf Finanzbildung als Kernaufgabe – mit Fokus auf praxisnahes, kostenloses Lernen für alle Altersgruppen. Sie sind Pioniere im Bereich Finanzbildung: Seit 1975 betreibt der Sparkassen-SchulService praxisnahes Lernen. Von Planspielen bis interaktive Apps, kostenlos für alle Schulen, auf die Lehrpläne abgestimmt.

„Finanzbildung stärkt die wirtschaftliche Teilhabe und fördert Wachstum“, lautet der Leitspruch des SchulServices. Das Ziel: Orientierung im Umgang mit Geld, nachhaltiges Verhalten, persönliche Freiheit. Stellen Sie sich vor: Ihr Kind versteht schon als Teenager, warum Sparen siegt und Schulden knechten. Das spart später Tausende Euro – und baut Wohlstand auf.

Die Sparkassen vor Ort ergänzen dieses Angebot mit Seminaren, Wettbewerben und Online-Kursen für Jugendliche und Erwachsene. Ein besonderes Highlight: Das Planspiel „Börse“, bei dem die Teilnehmenden echte Anlagegrundlagen für den Aktienhandel üben – spielerisch, aber hart an der Realität.

Nur wer über ausreichende Kenntnisse im Umgang mit Finanzen verfügt, kann sicher und selbstbewusst Entscheidungen treffen, von den Chancen der Finanzmärkte profitieren und langfristig für die eigene Zukunft vorsorgen.
Karolin Schriever, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV)
Auswahl
Bildungsangebot der Sparkassen

Sparkassen-SchulService

  • Entwicklung: Der Sparkassen-Schulservice ist 1975 gestartet als bundesweites Programm der Sparkassen-Finanzgruppe. Heute digitale Plattform mit Tausenden Materialien – werbefrei, laufend aktualisiert (etwa zu Inflation und Krypto-Trends).
  • Zusammenarbeit: Eng mit Schulen, Lehrkräften und Bildungsministerien. Mehr als 10.000 Schulen nutzen es jährlich; Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer inklusive.
  • Angebot: Vielfältig, kostenlos, pädagogisch top (Lehrplan-konform):
  • PDF-Arbeitsblätter, Erklärvideos, interaktive Übungen, gedruckte Hefte.
  • Themen: Rechengeld, Konten, Zahlungsverkehr, Geldanlagen, Kredite.
  • Praxislernen: Planspiele, Apps – z.B. virtuelle Budgets simulieren.
  • Zugang: Direkt über www.sparkassen-schulservice.de – Downloads sofort verfügbar.

Initiativen einzelner Sparkassen

  • Vielfalt für Jugendliche/Erwachsene: Seminare, Online-Kurse, Wettbewerbe.
  • Beispiele: Frankfurter Sparkasse (Planspiel + Finanztipps), Hamburger Sparkasse (Schulpreise bis 3.000 Euro), Sparkasse Krefeld (Unterrichtsbesuche)

Geld und Haushalt

  • Geld und Haushalt ist der Beratungsdienst der Sparkassen-Finanzgruppe.
  • Ziel ist, die Finanzkompetenz der Verbraucherinnen und Verbraucher bei allen Fragen rund ums Budget und bei Finanzthemen mit kostenfreien Angeboten zu verbessern.
  • Ratgeber zur Ausgabenkontrolle
  • Ratgeber zu Lebensphasen
  • Ratgeber zu Finanzwissen

Planspiel Börse

  • Konzept: Das Planspiel Börse beinhaltet 17 bis 20 Wochen Börsen-Handeln mit virtuellem Startkapital (50.000 Euro). Echte Kurse, Echtzeit-Abrechnung – aber ohne Risiko.
  • Kategorien: Schülerinnen und Schüler (ab Klasse 9), Studierende, Azubis, Kundinnen und Kunden – Team/Einzel.
  • Preise: Bis 2.000 Euro Teamgeld und Sachpreise; Börsenbesuch in Frankfurt

Bildung schafft Wohlstand, Finanzbildung Freiheit

Deutschland könnte – mit klügeren Köpfen – wieder eine der reichsten Nation weltweit werden. Die ifo-Studie zeigt, dass Bildung eine Investition mit unschlagbarer Rendite ist: 6,7 Billionen extra in 50 Jahren, 134 Milliarden pro Jahr. So zahlt sich jeder Euro in Schulen mehr als zehnfach aus. Dabei spielt Finanzbildung eine besondere Rolle: Sie macht Verbraucherinnen zu Investorinnen, Schuldenmacher zu Sparern. Sie ist schnell umsetzbar, sofort wirksam.

Wichtig ist, früh damit anzufangen, um später sicherer landen zu können. Denn die Welt stellt sich nicht nur geopolitisch, sondern auch wirtschaftlich neu auf. Inflation, Crashs und Krypto-Chaos gehören mittlerweile zum Alltag. Gerade Finanzwissen verhilft zu Unabhängigkeit und finanzieller Freiheit.

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(Stand 14.01.2026)

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