Nachhaltige Geldanlagen

Mit gutem Gewissen Geld investieren

Immer mehr Anlegerinnen und Anleger möchten mit ihrem Geld nicht nur Erträge erzielen – sondern gleichzeitig auch Gutes tun. Aber geht das überhaupt? 5 wichtige Fakten über nachhaltige Geldanlagen. 

Fakt 1: Das Interesse an nachhaltigen Geldanlagen explodiert.

Symbolbild: Ein Baum
Euro

Um so viel stieg das Vermögen von Nachhaltigkeitsfonds in einem Jahr

Die Idee des nachhaltigen Wirtschaftens ist bei vielen Menschen bereits angekommen – die Beachtung ethischer, sozialer und ökologischer Aspekte wird immer wichtiger. Heute schon an morgen denken, die Zukunft aktiv und verantwortungsbewusst gestalten: Diese Ziele sind vielen Menschen einfach wichtig – auch bei ihrer Geldanlage.

Grafik nachhaltiges Fondsvermögen in Deutschland

Das schlägt sich in Zahlen nieder: Unlängst stieg das in Deutschland verwaltete Vermögen von Nachhaltigkeitsfonds von 63,2 Milliarden Euro (in 2019) auf 107 Milliarden Euro (in 2020) – ein Sprung von 43,8 Milliarden Euro innerhalb nur eines Jahres. Das ist der größte Zuwachs, den die Statistik des Forums für Nachhaltige Geldanlagen (FNG) bisher verzeichnen konnte. 

Fakt 2: ESG-Kriterien spielen in der Nachhaltigkeit eine große Rolle.

Was bedeutet Nachhaltigkeit überhaupt? Und wer entscheidet, was nachhaltig ist – und was eben nicht? Schwierige Fragen, die (noch) nicht abschließend geklärt sind. Grundsätzlich aber sind sich Expertinnen und Experten einig: Nachhaltige Produkte sind in erster Linie Produkte, die nicht nur auf die Bedürfnisse der Gegenwart zugeschnitten sind – sondern auch auf die Bedürfnisse künftiger Generationen Rücksicht nehmen. Durch den Klimawandel rückt dabei aktuell vor allem der ökologische Aspekt in den Fokus. Die wichtigsten Punkte: Ressourcen schonen und Treibhausgase reduzieren. 

So werden nachhaltige Fonds ausgewählt

Bei der Auswahl nachhaltiger Fonds berücksichtigen Fondsmanagerinnen und Fondsmanager sogenannte ESG-Kriterien. ESG steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (gute Unternehmensführung). Das heißt:

  • Environment: Bewertet werden zum Beispiel Energie- und Wasserverbrauch, Umweltverschmutzung oder Müllproduktion eines Unternehmens.
  • Social: Dieses Kriterium beurteilt die Einhaltung von Menschenrechten oder Arbeitsbedingungen, aber auch die Innovationskraft und das Management der Lieferkette.
  • Government: Auf dem Prüfstand stehen die Aktivitäten von Geschäftsführung und Aufsichtsrat sowie der Umgang mit den Anteilseignern.

Eine einheitliche Definition dafür, was eine nachhaltige Geldanlage ausmacht, gibt es nicht. Deshalb ist es wichtig, sich darüber zu informieren, ob der Fonds die eigenen Prioritäten in puncto Nachhaltigkeit widerspiegelt.

Manche Fonds schließen Unternehmen bestimmter Branchen aus – etwa Kriegswaffen, Alkohol und Tabak, Pornographie oder Glücksspiel. Andere Fonds fokussieren auf die Unternehmen, die in einer Branche am nachhaltigsten arbeiten – ohne dabei einzelne Branchen auszuklammern. Das ist der so genannte „Best-in-Class-Ansatz“. Und wieder andere Fonds wählen nach Positivkriterien aus – so fließt das Geld zum Beispiel in erneuerbare Energien. 

Fakt 3: Nachhaltige Unternehmen sind erfolgreich.

Firmen, die auf langfristige und nachhaltige Ziele setzen, haben zahlreiche Vorteile:

  • Ökonomische Vorteile: Der umweltschonende und effiziente Umgang mit Ressourcen spart Kosten.
  • Zufriedene und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Eine nachhaltige Geschäftsstrategie sorgt für eine hohe Identifikation und langfristige Bindung.
  • Gute Marktperspektiven: Unternehmen, die die Gefahren des Klimawandels erkennen und die Herausforderungen frühzeitig angehen, werden in Zukunft von einem langfristigen strukturellen Wachstum profitieren.
  • Besondere Innovationsfähigkeit: Die Forschung an und Entwicklung von umweltfreundlichen Produkten sorgt dafür, dass sich das Innovationspotenzial erhöht.
Symbolbild: Solaranlage
Euro

wurden im Jahr 2020 in Deutschland in nachhaltige Geldanlagen investiert

Fakt 4: Die Deka bietet schon seit vielen Jahren nachhaltige Geldanlagen an.

Bei der Deka Investment ist Nachhaltigkeit neben Rendite, Risiko und Liquidität eine zentrale Orientierungsgröße – und das schon seit geraumer Zeit.

So managt die Deka Investment bereits seit Ende 2006 einen Aktienfonds, der in Unternehmen investiert, die Lösungen für die Probleme des Klimawandels anbieten. Die in dem Fonds enthaltenen Firmen haben den Schwerpunkt ihrer Geschäftstätigkeit in den Bereichen regenerative Energien, Energieeffizienz und Wasserversorgung. 

Die Sektor-Analystinnen und -Analyten der Deka Investment prüfen die Auswirkungen des Klimawandels beziehungsweise das Nicht-Erreichen von Klimazielen auf die Geschäftsmodelle der Unternehmen.

Hauptversammlungen ermöglichen den direkten Dialog mit Unternehmen

Der direkte Dialog mit den Unternehmen, deren Aktien und Anleihen die Deka Investment hält, spielt eine wichtige Rolle – auch beim Thema Nachhaltigkeit. Die Ausübung des Stimmrechts auf Hauptversammlungen ist dafür zentral. Das zahlt sich aus: Die Deka Investment schaltet sich als aktive Aktionärin ein. Ihre Sichtbarkeit ist bei den Unternehmen als starke Stimme für eine gute Unternehmensführung sehr gestiegen. 

Fakt 5: Nachhaltigkeit kann helfen, Risiken zu reduzieren.

Im Vergleich zu klassischen Investments schneiden nachhaltige Anlagen generell nicht schlechter ab. Expertinnen und Experten zufolge sind nachhaltige Geldanlagen sogar etwas weniger riskant als konventionelle Investments. Der Grund: Unternehmen, die auf Nachhaltigkeit achten, handeln oft auch generell mit mehr Weitblick.

Wer also als Anlegerin oder Anleger auf Nachhaltigkeit bei Unternehmen achtet, tut dies, um Risiken zu vermeiden und höhere Erträge zu erzielen. Garantien gibt es dafür aber – wie bei anderen Geldanlagen auch – nicht. Beachten Sie bei Investmentfonds deshalb immer auch die Risiken. Denn kapitalmarktbedingte Währungs- und Wertschwankungen können sich negativ auf die Anlage auswirken.


Einfach erklärt: Nachhaltigkeitsfonds


Rendite und gutes Gewissen – geht das?

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3 Fragen zu Geld an
Ingo Speich
Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei der Deka Investment

Die Klimaschutzbewegung #FridaysforFuture um die schwedische Schülerin Greta Thunberg hat das Thema Umweltschutz in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gehoben. Wie stark spüren Sie den „Greta“-Effekt?

Ingo Speich: Ja, wir sehen im Markt zurzeit eine Sensibilisierung der Kundinnen und Kunden im Hinblick auf Nachhaltigkeitsthemen. Dazu trägt auch die Debatte um den Klimawandel bei. Nachhaltigkeit ist in diesem Zusammenhang das Zusammenspiel von Ökologie, Ökonomie und sozialen Aspekten. Grün ist häufig nachhaltig, aber nachhaltig ist nicht nur grün. Es geht weit darüber hinaus.

Nachhaltigkeit ist heute aus dem Leben nicht mehr wegzudenken. Das gilt für die Konsumgüterbranche, wenn Sie im Supermarkt einkaufen. Für den Transport wie Bahn, Schiene, Auto, Elektroantrieb. Und das gilt auch für Finanzprodukte.

Wie weiß ich als Anlegerin oder Anleger, ob ein Finanzprodukt wirklich nachhaltig ist – oder ob es vielleicht nur ein nachhaltiges Etikett hat?

Aktuell gibt es noch keinen einheitlichen Standard. Die Anbieterinnen und Anbieter legen die Auswahlkriterien selbst fest. Diese müssen transparent und die Prozesse für die Kundin oder den Kunden klar sein. Eine eindeutige Linie ist hier wichtig. Es muss sicher sein, dass das hohe Qualitätsniveau einer nachhaltigen Anlage gesichert ist. Das geht zum Beispiel durch Ausschlusskriterien: Problematische Branchen oder Tätigkeitsfelder wie Rüstung, Waffen oder Atomenergie sind ausgeschlossen.

Anlageprodukte einfach nur als nachhaltig zu labeln, bringt niemanden weiter. Es muss eine klare Verantwortung geben. Es ist wichtig, sich immer wieder zu vergegenwärtigen, dass die Finanzwirtschaft kein Selbstzweck sein darf, sondern ein dienender Teil der Gesamtwirtschaft ist.

Analystinnen und Analysten behaupten, dass nachhaltige Fonds besser performen als herkömmliche. Stimmt das?

Wir glauben, dass nur Unternehmen auf eine erfolgreiche Zukunft blicken, die sich den aktuellen Herausforderungen wie Klimawandel oder digitale Transformation stellen. In diese Unternehmen wollen wir investieren. So sichern wir Chancen und können an ihrem langfristigen Erfolg teilhaben.

Unternehmen müssen jetzt etwas tun, wenn sie sich auf Veränderungen durch das Klima, in der Gesetzgebung oder im Rahmen der Regulierung vorbereiten wollen. Dazu wollen wir mit unserem Handeln beitragen.

Mit diesem langfristigen Blick können Risiken vermieden werden, indem etwa nicht mehr in Unternehmen investiert wird, die einen besonders hohen CO2-Fußabdruck haben.

Das bedeutet: Mit einer vergleichbaren Rendite wird bei einem niedrigeren Risiko ein attraktiveres Anlageumfeld geschaffen.

Wenn ich als Anlegerin oder Anleger mein Geld stärker in nachhaltiges Wirtschaften leite, dann ist das sowohl gut für die Rendite als auch für die Förderung der Nachhaltigkeit. Durch mein Verhalten stärke ich die nachhaltigen Unternehmen. Als Anlegerin oder Anleger habe ich damit eine gewisse Lenkungsfunktion.

Häufige Fragen

Eine einheitliche Definition dafür, was eine nachhaltige Geldanlage ausmacht, gibt es nicht. Als Maßstab für die Auswahl von Unternehmen gelten in der Regel die drei sogenannten ESG-Kriterien, also Umweltaspekte (Environment), Soziales (Social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (Governance).

Es gibt nachhaltigen Fonds, die Unternehmen bestimmter Branchen gänzlich ausschließen. Dabei kann es sich etwa um Glücksspiel, Waffen oder Gentechnik handeln. Andere Fonds investieren in Unternehmen, die in einer Branche am nachhaltigsten arbeiten. Das ist der so genannte „Best-in-Class-Ansatz“. Außerdem gibt es Fonds, die nach Positivkriterien auswählen und beispielsweise bevorzugt in erneuerbare Energien investieren. 

Die Abkürzung ETF steht für „Exchange Traded Funds“. Übersetzt: börsengehandelte Fonds. Dabei handelt es sich um Fonds, die die Kurs- und Renditeperformance ausgewählter Indizes möglichst präzise abbilden. Nachhaltige ETFs bilden die Entwicklung von Aktienindizes ab, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind.

Die Abkürzung ESG steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (gute Unternehmensführung). Diese drei Kriterien stecken den Rahmen ab, in dem Manager nachhaltiger Fonds Unternehmen beurteilen:

Im Segment Umwelt werden zum Beispiel Energie- und Wasserverbrauch, Umweltverschmutzung oder Müllproduktion eines Unternehmens bewertet. Im Social-Bereich geht es unter anderem um die Einhaltung der Menschenrechte oder faire Arbeitsbedingungen. Im Segment Government werden das Handeln der Unternehmensführung und der Umgang mit Investoren unter die Lupe genommen.

Wer in nachhaltige Unternehmen investiert, gestaltet die Zukunft aktiv und verantwortungsvoll mit. Experten sagen: Unternehmen, die auf Nachhaltigkeit achten, handeln oft mit mehr Weitblick, weshalb Anlagen in solche Firmen auch etwas weniger riskant sind als konventionelle Anlageprodukte. Garantien für höhere Erträge gibt es jedoch nicht. 

Welche nachhaltige Anlage zu Ihnen passt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ihre Sparkasse berät Sie gern. Für Ihre unterschiedlichen Ziele und entsprechend Ihrer persönlichen Chance-Risiko-Neigung bietet die DekaBank passende Spar- und Anlagemöglichkeiten.

Die Deka Investment managt seit 2006 zahlreiche Nachhaltigkeitsfonds. Damit berücksichtigen Sie bei Geldanlagen einen Nachhaltigkeitsansatz, der weit über Umwelt- und Klimathemen hinausgeht. Mehr zu den Produkten der Deka finden Sie unter deka.de


Sie möchten Ihr Geld nachhaltig anlegen? Wir beraten Sie gern vor Ort.


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