Mit Wearables alle Infos im Blick behalten

Intelligente tragbare Geräte erobern den kommerziellen Bereich

Eine Datenbrille, die Logistikmitarbeitern den idealen Weg zum richtigen Lagerplatz anzeigt, ein Handschuh mit integriertem Scanner: Wearables sind intelligente tragbare Geräte mit viel Potenzial. Sie steigern die Produktivität der Mitarbeiter und beschleunigen Prozesse – von der Produktion bis zum Warenumschlag. 

Wie lässt sich die Lagerlogistik optimieren? Diese Frage stellte sich vor einiger Zeit Horst Robertz, Geschäftsführer des Kosmetikherstellers Dr. Babor in Aachen. Inzwischen hat er gleich zwei Lösungen gefunden. „Wir haben die Laufwege optimiert und setzen eine Datenbrille von Picavi ein“, erklärt er.

Picavi aus Herzogenrath hat nach eigenen Angaben als erstes Unternehmen weltweit die Kommissionierung mit WLAN-Datenbrillen zur Marktreife gebracht. Auf diesen Brillen sehen Lageristen die für sie aktuell entscheidenden Informationen. Gezielt werden sie durch den Arbeitsprozess geleitet.

Fünf Lagermitarbeiter von Dr. Babor nutzen im rund 5.000 Quadratmeter großen Packmittellager die Datenbrillen mit integrierten Displays. Wenn die Produktion auf der gegenüberliegenden Straßenseite Packmittel benötigt, erhalten die Lageristen die Information direkt auf ihre Brillen in ein kleines Sichtfenster am rechten Rand gespiegelt. Sie werden auf dem idealen Weg zum richtigen Lagerplatz geleitet und scannen mit der kleinen Kamera in der Brille das Packmittel. „Zusammen mit der Wegeoptimierung stellen wir einen um 18 Prozent schnelleren Ablauf fest“, sagt Robertz. Eine Studie des Cloud-Anbieters Rackspace kommt zu vergleichbaren Ergebnissen: Wearables, so das Fazit, steigern die Produktivität und Zufriedenheit der Mitarbeiter.

Daten in Echtzeit

Im Privaten sind Wearables bereits angekommen – beispielsweise als smarte Uhren oder Armbänder für Sportler. Dabei markieren Fitness- und Gesundheitsanwendungen nach Einschätzung des Digitalverbands Bitkom erst den Anfang. Die größten Chancen von Wearables werden im betrieblichen Umfeld gesehen. Allein der prognostizierte Umsatz mit visuellen Spezialgeräten soll von 46 Millionen Euro in diesem Jahr auf 88 Millionen Euro im Jahr 2020 steigen.

Ein Mann tippt auf seine Smart Watch

Virtual, Augmented und Mixed Reality

Zwar spricht man gemeinhin von virtueller Realität, doch im Grunde handelt es sich um eine erweiterte Wirklichkeit, Augmented Reality, oder eine Mischung daraus: Mixed Reality. Während Virtual Reality bestimmte Szenarien in Computern simuliert, werden bei Augmented Reality mithilfe von Datenbrillen oder ­helmen künstliche Elemente in die reale Welt eingeblendet. Als Mixed Reality werden Systeme bezeichnet, die in den realen Raum Informationen, Multimediainhalte und Hologramme projizieren, mit denen man in Echtzeit sogar arbeiten kann.

Timm Lutter, Bereichsleiter Digital Media bei Bitkom, sieht beim Erweitern der Realität ein riesiges Potenzial für deutsche Unternehmen: „Künftig wird es selbstverständlich sein, dass Mitarbeiter bei der Wartung von Maschinen durch Smart Glasses unterstützt werden.“

Auch aus Sicht von Leif Oppermann, Leiter Mixed and Augmented Reality Solutions beim Fraunhofer FIT, werden diese Innovationen die Arbeitsplätze in absehbarer Zeit nachhaltig prägen, „erfordern jedoch einen kooperativen Innovationsprozess im Unternehmen unter Einbeziehung der Mitarbeiter“.

Schnellere Arbeitsabläufe

So ging auch Manfred Gilch vor. Der IT-Leiter des Badezimmermöbelherstellers Burgbad am bayerischen Standort Greding setzt für die neue automatische Korpuspresse seit Anfang des Jahres den mobilen Scanner von Pro Glove ein, der in den Handrücken eines Handschuhs integriert ist.

Gilch erklärt: „Wir haben überlegt, wie sich die Konfigurationsdaten der variablen Schränke am besten an die Korpuspresse übermitteln lassen, ohne dass die Mitarbeiter immer einen Scanner in die Hand nehmen müssen.“

Jetzt ist jeder Korpus, der zusammengebaut werden muss, mit einem Barcode versehen. Der Mitarbeiter liest mit dem Scanner-Handschuh die genauen Maße und Pressparameter der Schränke aus und überträgt sie drahtlos an die Presse. Das beschleunigt den Ablauf in der Herstellung enorm.

Wo lassen sich Wearables einsetzen?

Die Beispiele von Dr. Babor und Burgbad zeigen, wie sich Wearables erfolgreich in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Doch es gibt noch mehr Einsatzmöglichkeiten. In folgenden Bereichen können betriebliche Abläufe durch die intelligenten Helfer verbessert werden:
 

  • Produktion: Tragbare intelligente Geräte geben Beschäftigten optische, akustische und haptische Reaktionen bei Arbeitsprozessen.
  • Konferenzen und Zusammenarbeit: Virtuelle Meetings mit Datenbrillen senken Reisekosten und beschleunigen Arbeitsabläufe.
  • Logistik: Die Datenbrillen zeigen den Mitarbeitern die genaue Position der gesuchten Ware.
  • Wartung: Spezialbrillen (Smart Glasses) greifen auf Informationen aus dem Web zu.
  • Marketing: Virtuelle Showrooms bieten Kunden gute Eindrücke von Produkten.
  • Schulungen: Visualisierungstechnologien machen Trainings standortunabhängig.
  • Produktentwicklung: Virtuelle 360-Grad-Ansichten erleichtern die Arbeit von Entwicklern.


Möchten auch Sie die Produktivität Ihres Unternehmens mit Wearables steigern? Wir beraten Sie gern über verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten. 

Mehr Infos und Konditionen finden Sie bei Ihrer Sparkasse.

Bitte wählen Sie Ihre Sparkasse aus:

Ist das nicht Ihre Sparkasse?