Weltfrauentag: Demonstrationen für gleiche Rechte

Frauen müssen über Geld sprechen

Am 8. März feiern wir den Internationalen Frauentag. Seit mehr als 100 Jahren demonstrieren Frauen an diesem Tag weltweit gegen Diskriminierung und für Gleichberechtigung – im Arbeitsleben, in der Gesellschaft und vor dem Gesetz. Wofür der Internationale Frauentag steht und warum es noch immer einiges zu tun gibt.

Frau auf der Straße mit gereckter Faust

Das Wichtigste in Kürze:

  • Jedes Jahr läuft der Weltfrauentag unter einem eigenen Motto. In diesem Jahr ist es #BreakTheBias – weg mit Diskriminierung, Stereotypen und Vorurteilen.
  • Auch heutzutage ist die Gleichstellung der Geschlechter noch nicht erreicht. Das beweist allein der Gender Pay Gap: Im Jahr 2021 erhielten Frauen über alle Branchen hinweg 18 Prozent weniger Gehalt als Männer.
  • Doch die Gesellschaft wehrt sich. Jährlich gehen am Weltfrauentag Menschen auf die Straße, um für Gleichberechtigung und Chancengleichheit zu demonstrieren – mit Erfolg. 

Gleichberechtigung der Geschlechter – da geht noch mehr

Der Weltfrauentag am 8. März – ein besonderer Tag im gesellschaftlichen Bewusstsein. Denn auch im 21. Jahrhundert ist die reale Gleichstellung der Geschlechter noch nicht erreicht. Das beweist allein der Gender Pay Gap: Im Jahr 2021 erhielten Frauen 18 Prozent weniger Gehalt als Männer – über alle Branchen hinweg. Selbst bei gleicher Tätigkeit, Kompetenz und Arbeitserfahrung liegt der Unterschied noch bei sechs Prozent – zugunsten der Männer. 

Frauen in Deutschland nehmen immer noch häufiger und länger Elternzeit als Männer. Auch der Prozentsatz an Frauen in einer Teilzeitbeschäftigung ist höher, wie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen.

Besonders erschreckend: Kein Land dieser Erde hat bisher die Gender Equality erreicht – in 150 Ländern gibt es nach wie vor Gesetze, die Frauen diskriminieren. 

#BreakTheBias – der Weltfrauentag am 8. März

Um der Gender Equality näher zu kommen, läuft der Weltfrauentag jedes Jahr unter einem bestimmten Motto. 2021 lautete es „Women in leadership: Achieving an equal future in a COVID-19 world“ mit Fokus auf die Gleichberechtigung der Frau während und nach Corona. Die Pandemie hatte soziale Ungleichheiten und das Zurückfallen in eine traditionelle Rollenverteilung verstärkt.

Das diesjährige Motto lautet „#BreakTheBias“ und soll ein Zeichen setzen gegen Diskriminierung, Stereotypen und Vorurteile. Eine vielfältige, gleichberechtigte und integrative Welt soll geschaffen werden.

Erste Erfolge ließen sich bereits verzeichnen. Das Land Berlin hat ihn 2019 zum gesetzlichen Feiertag gemacht und damit die Wichtigkeit betont. Mecklenburg-Vorpommern zieht kommendes Jahr nach. Außerdem erreichte die Protestaktion „Die Periode ist kein Luxus“ aus dem Jahr 2019, dass der Mehrwertsteuersatz für Tampons und Co. gesenkt wurde. Seit dem 1. Januar 2020 gilt der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent, nicht mehr 19 Prozent.

Gleichberechtigung in der Finanzbranche – es ist noch Luft nach oben

Ein Blick in die Finanzbranche zeigt, dass hier zwar durchaus viele Frauen arbeiten, wenn es um Frauen in Führung geht, kann sich jedoch noch was tun.

Gleichberechtigung im beruflichen Kontext sollte als selbstverständlich umgesetzt werden.
Christiane Michelsen, Kommunikationsdesignerin bei der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg

Auch die Sparkassen-Finanzgruppe bemüht sich konstant darum, Defizite auszugleichen und sich von geschlechterungleichen Trends loszumachen. Verbände und Institute arbeiten daran, mehr Frauen in führende Positionen zu bringen.

Viele meiner Mentoren und beruflichen Vorbilder sind Frauen aus dem Unternehmen – Menschen, mit denen ich mich identifizieren kann.
Kanimoli Pavanandarajah, Bankbetriebswirtin der Sparkasse KölnBonn

Eine Methode ist das Cross Mentoring. Dabei geben erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Wissen und Erfahrung an weniger erfahrene weiter.  

So sollen Potenzialträgerinnen sichtbar gemacht werden, um sie auf ihrem individuellen Karriereweg zu stärken und letztlich zu befördern. 

Die mutigen Anfänge:

  • Im März 1911 gingen erstmals Frauen in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz zum Frauentag auf die Straße. Ziel und Hauptforderung war damals das Frauenwahlrecht.
  • Nach Ende des ersten Weltkriegs erhielten Frauen in Deutschland das aktive und passive Wahlrecht und durften 1919 erstmalig wählen.
  • In der Zeit des Nationalsozialismus erhielt der Kampf für die Gleichberechtigung einen Dämpfer. Der Frauentag wurde verboten – schließlich stand er in sozialistischer Tradition und forderte die Gleichberechtigung und Einbindung der Frau ins Berufsleben – und widersprach damit der NS-Ideologie.
  • In der DDR wurde der 8. März offiziell als „Tag der Frau“ gefeiert – mit verordneten sozialistischen Veranstaltungen.
  • In Westdeutschland gewann der Frauentag Ende der 1960er Jahre wieder an Bedeutung. Mit der Forderung „Das Private ist politisch“ ging es bei den Demonstrationen um Gewalt in der Ehe und das Recht, ohne Zustimmung des Ehemanns eine Arbeit aufzunehmen.
  • 1975 erklärten die Vereinten Nationen einen Tag im Jahr offiziell zum Internationalen Frauentag. 

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