Wie stabil sind die USA nach Sturm auf das Kapitol und Impeachment?

Märkte hoffen auf Neustart nach Bidens Amtseinführung

Die Erstürmung des Parlaments durch Anhänger des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump hat zwar weltweit Sorge über die Stabilität der Demokratie in den USA ausgelöst. Doch der befürchtete Schock an den Börsen blieb aus. Im Gegenteil markierten sie neue Höchststände – nicht nur in den Vereinigten Staaten.

Die amerikanische Fahne weht vor der Wall Street

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die dramatischen Szenen in Washington hatten keinen Einfluss auf die Kapitalmärkte.
  • Nicht nur die US-Börsen, auch in Deutschland verzeichnen die Aktienmärkte neue Höchststände.
  • Der Erfolg der Demokraten und das angekündigte Konjunkturpaket des neuen US-Präsidenten Joe Biden nähren die Hoffnung auf eine baldige Konjunkturbelebung.
  • Die Anleger gehen davon aus, dass die Corona-Pandemie im Sommer überwunden ist.

Als Anfang Januar 2021 wütende Trump-Anhänger das Kapitol in Washington stürmten, befürchteten viele Menschen in den USA und anderswo auf der Welt eine Erosion der Demokratie. Doch ihre Sorge, dass die US-Kapitalmärkte mit dramatischen Kursrutschen auf die chaotischen Vorgänge reagieren würden, erwies sich als unbegründet.

Anleger bleiben gelassen

Die Bilder aus Washington seien zwar dramatisch, aber es gebe gute Gründe für Gelassenheit an den Aktienmärkten, kommentierten Wirtschaftsexperten. Zum einen herrsche nach Joe Bidens formeller Bestätigung im Kongress endgültig Sicherheit, dass er der neue US-Präsident sei.

Gleichzeitig verfüge seine Partei, die Demokraten, nach dem Ergebnis der Senats-Nachwahlen in Georgia über eine Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments – und kann durchregieren. Politik-Experten und Anleger nennen diese Konstellation „clean sweep“.

Von „sleepy“ zu „sweepy“ Joe

Damit hat Biden sehr viel mehr Durchsetzungsmöglichkeiten – etwa bei seinen geplanten Konjunkturmaßnahmen. Deshalb wird aus „sleepy Joe“, wie Trump seinen Kontrahenten im Wahlkampf immer wieder bezeichnete, nun „sweepy Joe“.

Die Aktienmärkte quittierten dies nicht nur in den USA mit neuen historischen Höchstständen – 31.000 Punkte beim Dow-Jones-Index, 13.000 Punkte an der Technologiebörse Nasdaq. In Deutschland ging es für den Dax zeitweise hinauf auf Rekordwerte über 14.000 Punkten.

Neues Konjunkturpaket

Die Details seines gigantischen Konjunkturpakets will Biden im Rahmen seiner Amtseinführung am 20. Januar 2021 vorstellen. Er betonte mehrfach, dass es entscheidend sei, jetzt zu investieren, um Wirtschaft und Arbeitsmarkt zu stützen.

Ende Dezember 2020 hatten die Abgeordneten ein Paket im Umfang von rund 900 Milliarden US-Dollar beschlossen. Biden will nun 1,9 Billionen US-Dollar durchsetzen. Bereits nach der Verschärfung der Corona-Pandemie in den USA im vergangenen Frühjahr hatte der Kongress Finanzspritzen in Höhe von fast drei Billionen Dollar freigegeben.

Außerdem stabilisiert die US-Notenbank Fed seit Monaten mit ihren milliardenschweren Anleihekäufen die Wirtschaft in den USA. Zurzeit kauft die Notenbank Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere im Wert von monatlich 120 Milliarden US-Dollar.

Corona: Anleger erwarten keine langfristigen Auswirkungen

Die anhaltende Corona-Pandemie hat in den USA mit inzwischen fast 400.000 Toten mehr als dreimal so viele Menschenleben gefordert wie der Vietnamkrieg.  Aber auch sie kann die Rallye an den US-Börsen nicht stoppen.

Die Anleger gehen davon aus, dass bald flächendeckend geimpft werden kann. Das werde spätestens im Sommer möglich sein, heißt es in den US-Medien.

Außerdem erwarten Wirtschaftsexperten bei der von Biden zugesagten finanzpolitischen Unterstützung und den monetären Maßnahmen der Fed eine robuste Erholung ab der zweiten Jahreshälfte 2021 – vor allem dank einem höheren Konsum und einer niedrigeren Arbeitslosigkeit. Die jüngsten Verschärfungen der Pandemie-Beschränkungen in einigen Bundesstaaten spielen da kaum noch eine Rolle.

(Stand: 15.01.2021)


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