Junge Frau begutachtet einen Chip.

6 Gründe für den Industriestandort der Zukunft

Wachstum in Ostdeutschland
In vielen Regionen Ostdeutschlands wird die Bevölkerung in den nächsten Jahren immer älter und kleiner – das Thema Strukturwandel immer drängender. Um gegenzusteuern, werden in ostdeutsche Regionen derzeit Investitionen in Milliardenhöhe gesteckt – etwa in erneuerbare Energien oder Chipfabriken.

Große Firmen investieren immer häufiger im Osten Deutschlands. Das hat positive Auswirkungen auf die Regionen, die neben guten Standortbedingungen diverse andere Vorteile bieten. Ansiedlungen von Unternehmen wie Intel in Magdeburg, Tesla in Brandenburg oder CATL in Arnstadt tragen zur wirtschaftlichen Zukunft der nicht mehr so neuen Bundesländer bei. Dank großer Investitionen wird die Region zum Beispiel zum Vorreiter in Schlüsseltechnologien, wie in der Chip-Herstellung. So befindet sich der größte europäische Produktionsstandort für Mikrochips – das Silicon Saxony – heute in Ostdeutschland.

6 Potenziale in Ostdeutschland

Standortvorteile

Infrastruktur und Raum: Ostdeutschland hat in den letzten Jahrzehnten massiv in die Verbesserung der Infrastruktur investiert – einschließlich moderner Verkehrswege, Breitbandausbau und Logistikzentren, die eine effiziente Anbindung an wichtige europäische Märkte ermöglichen. Zudem gibt es in Ostdeutschland große verfügbare Flächen. Die Tesla Gigafactory 4 in Brandenburg befindet sich auf einem Gebiet von über 300 Hektar. Intels Chipfabrik in Magdeburg  wird voraussichtlich eine Fläche von 450 Hektar einnehmen.

Niedrigere Kosten

Die Standort- und Lebenshaltungskosten in Ostdeutschland sind im Vergleich zu Westdeutschland und diversen anderen europäischen Ländern oft niedriger. Menschen, die hier arbeiten wollen, finden zum Beispiel noch leichter bezahlbaren Wohnraum.

Auch die Kosten für Grundstücke sind in Ostdeutschland im Vergleich zu westdeutschen Ballungszentren niedriger. Dies und die meist niedrigeren Löhne reduziert die Betriebskosten und machen die Regionen für Investoren attraktiv.

Nachschub an Fachkräften

Ostdeutsche Regionen kämpfen mit Abwanderung und einer alternden Bevölkerung. Dies kann zu einem Mangel an jungen, qualifizierten Arbeitskräften führen und die wirtschaftliche Dynamik hemmen.

In vielen Regionen in Ostdeutschland gibt es aber zahlreiche Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die hochqualifizierte Fachkräfte hervorbringen. Dies ist besonders attraktiv für innovative Industrien und Technologieunternehmen. Eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre wird sein, gut ausgebildete Fachkräfte in den Regionen zu halten oder zu rekrutieren.

In diesem Zusammenhang spielt die Nähe zu Ländern wie Polen, Tschechien oder der Slowakei für Unternehmen eine entscheidende Rolle, weil dort noch wichtige Fachkräfte zu finden sind.

Innovative Branchen und Forschung

Erneuerbare Energien: Ostdeutschland ist führend in der Produktion und Nutzung erneuerbarer Energien wie Wind- und Solarenergie, was zur Entwicklung einer nachhaltigen Industrie beiträgt. Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt  sind hier ganz vorn mit dabei.

Forschung und Hightech: In ostdeutschen Regionen gibt es zahlreiche Technologieparks und Forschungszentren, unter anderem den Weinberg-Campus in Halle, den Technologiepark Adlershof, das Technologie- und Gründerzentrum in Gera, die BioCity Leipzig oder das Silicon Saxony in Dresden. Sie fördern zum Beispiel Innovationen in Bereichen wie Mikroelektronik, Bio- und Informationstechnologie oder künstlicher Intelligenz. Diese Einrichtungen spielen darüber hinaus eine wichtige Rolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung in Ostdeutschland und stellen mit ihrer hervorragenden Infrastruktur und ihren engen Verbindungen zu Universitäten und Forschungseinrichtungen eine starke Unterstützung für Start-ups und etablierte Unternehmen dar.

Automobilindustrie: Teslas Großfabrik für Elektroautos und Batterien in Ostdeutschland hat sich zu einem wichtigen Zentrum für die Automobilproduktion und -entwicklung sowie zum größten industriellen Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb im Land Brandenburg entwickelt. Marken wie Volkswagen (Zwickau und Dresden) und BMW (Leipzig) haben ebenfalls bedeutende Elektroauto-Fabriken im Osten des Landes.

Politische und wirtschaftliche Unterstützung

Förderprogramme: Die Bundesregierung, aber auch die Europäische Union , unterstützen den Strukturwandel in Ostdeutschland  mit umfangreichen Förderprogrammen und Investitionen  . Das erleichtert Unternehmensgründungen und die Umsetzung von Innovationsprojekten.

Clusterbildung: Die Förderung von Innovationsclustern zwischen Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen soll die Stärke regionaler Netzwerke verbessern, um die Zusammenarbeit zu intensivieren und den Austausch von Innovationen zu fördern.

Kooperation mit osteuropäischen Märkten

Die geografische Nähe zu osteuropäischen Ländern ermöglicht eine enge Zusammenarbeit und erleichtert den Marktzugang in diese aufstrebenden Märkte. Ostdeutschland kann so als Brücke zwischen West- und Osteuropa dienen.

Herausforderungen und Fazit

Ostdeutschland hat dank seiner Standortvorteile, innovativen Branchen und politischen Unterstützung das Potenzial, sich zu einem bedeutenden Industriestandort der Zukunft, sowohl national als auch international, zu entwickeln. Allerdings gibt es auch diverse Herausforderungen, die aktiv angegangen werden müssen, um das volle Potenzial Ostdeutschlands als zukunftsfähigen Industriestandort auszuschöpfen. Der Bevölkerungsrückgang sowie der demografische Wandel, anhaltende Imageprobleme, eine Willkommenskultur, die die Integration von Zuwandererinnen und Zuwanderern fördert, sowie bürokratische Hürden für Unternehmen, die Investitionen und Geschäftsabläufe verlangsamen, sind nur einige davon.

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Stand: 10.05.2024

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