Gutscheine als Geschenk

Gültigkeit, Auszahlung, Teileinlösung: Das müssen Sie wissen

Geld und Gutscheine sind die beliebtesten Weihnachtsgeschenke in Deutschland. Klarer Vorteil: Man tritt nur selten ins Fettnäpfchen. Schließlich kann sich die beschenkte Person damit selbst etwas aussuchen. Allerdings sollten Gutscheine nicht willkürlich ausgewählt werden. Worauf Sie achten müssen, erfahren Sie hier. 

Eine Frau bastelt einen Gutschein

Das Wichtigste in Kürze:

  • Auch bei Gutscheinen sollten Sie die Interessen der beschenkten Person im Blick haben. Schließlich wäre es schade, wenn die oder der Beschenkte im ausgewählten Geschäft gar nicht einkaufen möchte.
  • Gutscheine lassen sich auf andere Personen übertragen und lange einlösen. Bei unbefristeten Gutscheinen haben Sie drei Jahre Zeit. Allerdings gibt es auch Ausnahmen.
  • Geld und Gutscheine sind unpersönlich? Von wegen. Verschenken Sie doch einen Gutschein für gemeinsame Aktivitäten. So verbringen Sie nicht nur Zeit mit Ihren Liebsten, sondern umgehen auch mögliche Fehlkäufe und Fristen. 

Geschenke ganz Corona-konform

Wer keine Lust hat, sich im Einkaufszentrum oder in Geschäften dem Gedränge auszusetzen und in langen Schlangen vor dem Eingang anzustehen, kann beherzt zu einem Gutschein greifen. Die lassen sich entweder schnell an der Kasse holen oder online bestellen. Außerdem sind Sie so vor Fettnäpfchen sicher. Schließlich kann sich die beschenkte Person beim Einlösen des Gutscheins das Geschenk selbst aussuchen. Dennoch sollten Sie nicht unüberlegt den erstbesten Coupon kaufen, sondern sich doch etwas länger mit der Materie beschäftigen. 

1. Wird der Gutschein wirklich eingelöst?

Gutscheine lassen sich nicht umtauschen. Daher sollten Sie sich im Vorfeld überlegen, ob die beschenkte Person im Geschäft Ihrer Wahl wirklich einkauft und der Gutschein zu den Interessen passt.

Außerdem sollte der Wert des Gutscheins realistisch sein. Erkundigen Sie sich deshalb vorher, in welcher Preisklasse sich das ausgewählte Geschäft bewegt. Sonst ist es für die beschenkte Person möglicherweise ärgerlich, wenn sie beim Einlösen noch draufzahlen muss. 

Manche Gutscheine lassen sich nur auf landeseigenen Webseiten einlösen. Möchten Sie einen Gutschein ins Ausland verschenken, müsse Sie ihn auf der entsprechenden Landesseite kaufen. 

2. Welche Fristen gelten?

Die Fristen für Gutscheine sind meist lang bemessen. Bei unbefristeten Gutscheinen haben Sie zum Einlösen drei Jahre Zeit. Sollte es sich um einen Gutschein für ein zeitlich begrenztes Event handeln, kann der Gutschein nur im Zeitraum der Aufführung eingelöst werden, beispielsweise im Theater.

Wichtig: Die Frist beginnt in der Regel nicht nach dem Kauf, sondern am Ende des Erwerbsjahres. Außerdem müssen Sie sich nicht an alle Fristen halten. Ist die Zeit zu knapp bemessen, wird sie unwirksam. Hier stellen Veranstaltungen allerdings eine Ausnahme dar.  

In den vergangenen knapp zwei Jahren mussten viele Veranstaltungen und Konzerte aufgrund der Corona-Krise abgesagt werden. Um die Veranstalterinnen und Veranstalter vor finanziellen Einbußen zu bewahren, wurde daher anfangs gesetzlich festgelegt, dass Tickets nur mit Gutscheinen erstattet werden können. Dies soll sich jedoch ändern.

Haben Sie für ein abgesagtes Event vor dem 8. März 2021 einen Gutschein erhalten und können diesen bis zum 31. Dezember 2021 nicht einlösen, besteht ab Januar 2022 die Möglichkeit, den Geldwert zurückzuverlangen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen geht außerdem davon aus, dass Sie für nach dem 8. März 2021 erworbene Tickets keine Gutscheine mehr akzeptieren müssen. 

3. Sind Teileinlösungen möglich?

Besonders wenn der Gutschein eine größere Geldsumme umfasst, möchte der oder die Beschenkte nicht unbedingt alles sofort ausgeben. Teileinlösungen sind gesetzlich nicht geregelt, weshalb es der Händlerin oder dem Händler freisteht, Teilleistungen zu akzeptieren.

In den meisten Fällen können Sie Kulanz erwarten. Vor allem, wenn der Anbieterin oder dem Anbieter kein Verlust entsteht. Meistens wird nach Abschluss des ersten Kaufs die restliche Gutschrift auf dem Gutschein vermerkt oder ein neuer Gutschein ausgestellt. Eine Auszahlung ist nicht möglich. 

4. Was passiert bei Verlust oder im Falle einer Pleite?

Wenn Sie den Gutschein verlieren, lässt sich leider nicht viel machen. Der Gutschein ist ein Inhaberpapier. Ohne dessen Vorlage ist es nicht möglich, den Geldbetrag einzulösen. In diesem Fall haben Sie leider Pech gehabt – außer die oder der Schenkende hat den Gutschein noch in elektronischer Form als pdf, zum Beispiel im Mail-Postfach.

Auch wenn die Anbieterin oder der Anbieter pleitegeht, haben Sie keinen Anspruch auf Rückerstattung. Der Gutschein ist damit hinfällig und nicht mehr einlösbar. Eine Auszahlung kann ebenso nicht erfolgen. 

5. Kann man auch einen persönlichen Gutschein ausstellen?

Manche Menschen empfinden Geldgeschenke und Gutscheine als zu unpersönlich. Dabei muss es nicht immer die Gutschrift eines Geschäftes sein. Schreiben Sie Ihren Gutschein einfach selbst und verschenken gemeinsame Zeit. Ein Restaurantbesuch im neuen Jahr, ein Ausflug zum Wandern oder ein entspannter Tag beim Wellness – auf Ihre Kosten.

Der Vorteil? Dieser Gutschein kann nicht verfallen und auch nicht verloren gehen. 

6. Kann ich mir einen Gutschein auszahlen lassen?

In der Regel können Sie sich einen Gutschein nicht auszahlen lassen. Geschenk-Gutscheine können ausschließlich in Waren oder Dienstleistungen umgewandelt werden.

Es gibt jedoch Ausnahmen: Kann die Leistung von der Ausstellerin oder dem Aussteller nicht erbracht werden, haben Sie ein Recht auf Rückerstattung. Ebenso, wenn das Geschäft schließt, allerdings nicht pleitegeht. 

7. Ist ein Gutschein übertragbar?

In den meisten Fällen ist die Übertragung eines Gutscheins möglich. Daher lassen sich Gutscheine auch über Kleinanzeigenportale weiterverkaufen. Lediglich wenn der Gutschein auf die beschenkte Person zugeschnitten ist und beispielsweise eine bestimmte körperliche Fitness voraussetzt, lässt er sich nicht auf jemand anderen übertragen. 

(Stand: 16.12.2021)


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