Equal Pay Day: Die Lücke schließt sich nur langsam

Darum ist der Equal Pay Day auch im Jahr 2021 noch unabdingbar

Am 8. März haben wir den Weltfrauentag gefeiert – ein Tag, der den unermüdlichen Protest vieler Frauen und auch Männer für mehr Gleichberechtigung unterstützt. Der 10. März ist ebenso bedeutsam. An diesem Tag findet der Equal Pay Day statt. Der Internationale Aktionstag setzt sich, wie der Name schon sagt, für die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern und die Reduzierung der bestehenden Lohnlücken ein. Wir erklären Ihnen, warum dieser Einsatz nach wie vor so immens wichtig ist. 

Frau und Mann sitzen an Unterlagen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Equal Pay Day hat seinen Ursprung in den USA. Die amerikanischen Business and Professional Women (BPW) weisen im Jahr 1988 erstmals mit der Red Purse Campaign auf die „roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen“ hin.
  • In Deutschland verdienen Frauen im Schnitt 18 Prozent weniger als Männer – das ergibt eine Berechnung des Statistischen Bundesamtes. Insgesamt hat Deutschland einen der höchsten Gender Pay Gaps (geschlechtsspezifisches Lohngefälle, Lohnlücke) in Europa.
  • Seit 2014 steigt das öffentliche Interesse am Thema Gender Pay Gap – um genau zu sein hat sich die Anzahl der Mediennennungen laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) von 2014 bis 2018 von 63 auf 455 versiebenfacht.
  • Mittlerweile findet der Equal Pay Day in mehr als 20 europäischen Ländern statt.
  • Ziele sind nicht nur eine gleichberechtigte Bezahlung und mehr Gehaltstransparenz, sondern auch das Gegenarbeiten gegen alte Rollenstereotype. 
  • Die EU-Kommission plant einen Richtlinienentwurf, der Unternehmen dazu zwingen soll, ungleiche Gehälter öffentlich zu machen und bestehende Lohnlücken zu begründen. Dadurch soll Diskriminierten ein Anspruch auf Entschädigung ermöglicht werden. 

Equal Pay Day – Von einer einzelnen Kampagne zur weltweiten Bewegung

Im Jahr 1988 weisen die Business and Professional Women (BPW) mit der Red Purse Campaign erstmals auf die ungleiche Bezahlung zwischen Frauen und Männern hin. BPW Germany übernimmt die Kampagne im Jahr 2007 und legt damit den Grundstein für eine bundesweite Einführung des Equal Pay Days. Der BPW ist eines der größten und ältesten Berufsnetzwerke für angestellte und selbstständige Frauen mit einer internationalen Vertretung von 100 Ländern.

Mittlerweile findet der Equal Pay Day in mehr als 20 europäischen Ländern statt und kennzeichnet rechnerisch den Tag, bis zu dem oder ab dem Frauen unentgeltlich arbeiten würden, wenn sie ab oder bis zu dem Tag die gleiche Lohnsumme wie Männer bekämen. Zwar konnten die Gehaltsunterschiede auf 18 Prozent reduziert werden, jedoch hat sich diese Zahl in den letzten 15 Jahren kaum verändert.

Deutschland hängt im europäischen Vergleich hinterher und hat noch immer einen der höchsten Gender Pay Gaps. Ein Beispiel könnte sich an den nordischen Ländern genommen werden. Diese haben eine ähnlich hohe Frauenerwerbsquote, jedoch deutlich niedrigere Lohnlücken und eine vorbildlichere Steuer- und Lohnpolitik. Deshalb ist es hierzulande wichtig, dass Sie sich schon früh für ein gutes und gerechtes Gehalt stark machen. Wie das geht und warum das von zentraler Bedeutung ist, können Sie hier im Überblick nachlesen.

Die öffentliche Diskussion nimmt zu

Bis zum Jahr 2014 wurde die Thematik auch in den deutschen Medien kaum aufgegriffen, seitdem hat sich allerdings einiges getan. Die Anzahl der Mediennennungen hat sich laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) von 2014 bis 2018 von 63 auf 455 versiebenfacht. Gründe dafür sind mitunter die stärkere digitale Vernetzung und das Lauterwerden von Stimmen, die sich für Gleichberechtigung einsetzen. Denn der Equal Pay Day verfolgt nicht nur das Ziel, gleiche Bezahlung zwischen Frauen und Männern zu fordern, sondern versucht allgemein gegen festgefahrene Rollenstereotype anzukämpfen.

Auch die EU-Kommission scheint dies künftig stärker unterstützen zu wollen. Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sollen demnach gezwungen werden können, ungleiche Gehälter zu veröffentlichen und den Diskriminierten Schadensersatz anzubieten. Zusätzlich soll – im Falle einer Lohndifferenz von mehr als 5 Prozent – eine Untersuchung stattfinden können, die nach den Auslösern sucht. Die Mitgliedstaaten werden außerdem dazu aufgerufen, Sanktionen und Strafen bei Verstößen zu verhängen. 

(Stand 09.03.2021)


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