Diversity-Tag 2021 – „Reden ist wichtig, aber noch wichtiger ist Handeln!“

Für eine bunte, vielfältige Arbeitswelt und den Abbau struktureller Diskriminierungen

Am 18. Mai 2021 findet zum 9. Mal der bundesweite Diversity-Tag statt. Der Aktionstag und die dahinterstehende Initiative „Charta der Vielfalt“ setzen sich für vorurteils- und diskriminierungsfreie Arbeitsumfelder ein. Gefördert werden sollen die Einbeziehung von Diversität, Wertschätzung und Anerkennung im Berufsalltag. Aber was bedeutet Diversität genau, warum ist sie so wichtig und wann gilt eine Firma als divers? Wir beantworten die wichtigsten Fragen und lassen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Sparkassen-Finanzgruppe (SFG) zu Wort kommen: Was heißt Vielfalt für sie, welche Erfahrungen haben sie damit gemacht, was wünschen sie sich für die Zukunft?

Illustration Menschen im Büro


Die Sparkassen gehörten 2008 zu den ersten Unternehmen, die sich zu den Grundsätzen der "Charta der Vielfalt" bekannt und diese mitgezeichnet haben.
Elke Alfen-Baum, Gleichstellungsbeauftragte, Sparkasse KölnBonn

Die Sparkassen-Finanzgruppe ist die größte kreditwirtschaftliche Gruppe Europas mit über 300.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dazu gehören die Sparkassen und ihre Regionalverbände, Landesbanken und zahlreiche Verbundpartner, die sich die Aufgaben teilen, die geld- und kreditwirtschaftliche Versorgung der Menschen in allen Teilen Deutschlands sicherzustellen.

Diversität geht uns alle an

Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen (Gender Pay Gap) besteht nach wie vor, in Chefetagen dominiert wenig Vielfalt – der typische Vorstand eines Dax-Konzerns ist überwiegend männlich und weiß – viele Beschäftigte haben berufliche Nachteile durch Elternschaft, bei der Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen ist viel Luft nach oben und Benachteiligungen im Berufsalltag aufgrund ethnischer oder sozialer Herkunft sind  weit verbreitet: In vielen Bereichen des Arbeitsumfelds finden sich Vorurteile und strukturelle Diskriminierungen, mangelt es nach wie vor an der Anerkennung und Wertschätzung von Diversität.

Daher ist es umso wichtiger, auf diese Aspekte aufmerksam zu machen – nicht nur an einem Tag im Jahr, sondern immer.

Diverse Studien zeigen inzwischen, dass vielfältige Teams vom Aufeinandertreffen verschiedener Lebenswelten profitieren: sie sind zufriedener, innovativer, treffen kreativere Entscheidungen und steigern die Toleranz der einzelnen Teammitglieder.


Diversity bedeutet unter anderem soziale Vielfalt. Welche Faktoren, die sogenannten „Dimensionen von Vielfalt“, unterschieden werden, sehen Sie im Video.


Neben den im Video gezeigten Kern-Dimensionen von Vielfalt gibt es weitere Aspekte wie Familienstand, Elternschaft, Ausbildung, Einkommen, Berufserfahrung, Wohnort, Gewohnheiten und einige mehr die berücksichtigt werden müssen. Die Charta der Vielfalt betont zudem, dass alle Dimensionen von Vielfalt gleichwertig sind.

Die Charta der Vielfalt – Selbstverpflichtung für Unternehmen

Der Charta der Vielfalt e. V. ist eine Initiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen – Schirmherrin ist Bundeskanzlerin Angela Merkel. Seit 2013 richtet der Verein jährlich den Diversity-Tag mit zahlreichen Aktionen aus und macht somit darauf aufmerksam, wie bunt und vielfältig die Gesellschaft und die Arbeitswelt sind.

Unternehmen verpflichten sich durch die Unterzeichnung, die wachsende Vielfalt der Gesellschaft anzuerkennen, ihre Personalprozesse dementsprechend zu überprüfen und die Vielfalt für ihr Unternehmen gewinnbringend einzusetzen. Das heißt, es sollen zum einen bestehende Ungerechtigkeiten und Diskriminierungen abgebaut sowie Chancengleichheit hergestellt werden. Zum anderen geht es beim Auflösen veralteter Personalstrukturen und Ansprechen neuer Zielgruppen auch um strategische und wirtschaftliche Aspekte. 3800 Organisationen haben bisher unterzeichnet – Tendenz steigend.

Um als vielfältig zu gelten, müssen Unternehmen erst einmal verstehen, was Vielfalt beziehungsweise Diversität bedeutet und wie man damit umgeht. Eine Charta zu unterzeichnen, reicht allein nicht aus, genauso wenig wie eine inklusive Personalpolitik. Vielfalt muss ganzheitlich gelebt werden, nicht nur an der Oberfläche. Viele Organisationen haben das inzwischen erkannt und dafür eigene Diversity-Managerinnen oder -Manager eingestellt, um mithilfe von individuell auf die Firma abgestimmten Diversity-Strategien Vielfalt einzuführen oder zu stärken.

Auch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes bietet Unternehmen Instrumente an, ihre Gleichbehandlungsstandards zu überprüfen. Außerdem unterstützt Sie unter anderem Beschäftigte im Fall einer Diskriminierung oder sexuellen Belästigung.

Diversity-Studie 2020

Zwei Drittel aller Unternehmen in Deutschland sehen durch den Einsatz von Diversity Manager und Managerinnen konkrete Vorteile für ihr Unternehmen. Dazu zählen insbesondere:

  • die Attraktivität für bestehende und neue Beschäftigte
  • die Offenheit und Lernfähigkeit der Organisation
  •  die Förderung von Innovation und Kreativität
Die häufigsten Maßnahmen des Diversity Managements sind:
  • die flexible Gestaltung von Arbeitszeiten in persönlichen Ausnahmesituationen (z. B. Erkrankungen von Familienmitgliedern)
  • die generelle Flexibilisierung von Arbeitszeiten für die Belegschaft
  • die Berücksichtigung von Vielfaltskriterien bei der Personalauswahl
Die soziale Herkunft von Beschäftigten stellt nach den Studienergebnissen eine besondere Herausforderung dar: Fast die Hälfte der befragten Führungskräfte bestätigte, schon einmal Benachteiligung im Unternehmen aufgrund der sozialen Herkunft beobachtet zu haben. An erster Stelle liegt dabei die Ausgrenzung durch Kommunikation, gefolgt von der Benachteiligung in Bewerbungsverfahren oder einer Geringschätzung der Leistungsfähigkeit.
 

Rot ist bunt – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der SFG zum Thema Diversität

Anlässlich des Diversity-Tages 2021 haben wir verschiedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befragt, was Diversität und Chancengleichheit für sie persönlich und beruflich bedeutet, welche Erfahrungen sie damit während ihrer Laufbahn in der Sparkassen-Finanzgruppe gemacht haben, wo sie Verbesserungspotenzial sehen und wie sie sich beruflich wie privat für das Thema Diversität einsetzen.

file
Komfortkundenberaterin, Stadtsparkasse Düsseldorf
Konadu-Yiadom Apetor
seit 2017 in der Sparkassen-Finanzgruppe
Mir ist wichtig, jungen Menschen deutlich zu machen, dass für ihr eigenes Fortkommen ihre Herkunft oder der Bildungsabschluss der Eltern nicht zwangsläufig eine Rolle spielen muss.

Was Diversität in meinem Leben bedeutet ...

... Vorurteile auszuschalten und Menschen so zu respektieren, wie sie sind. Daher ist die Vielfalt der Gesellschaft und die Akzeptanz aller Kulturen für mich eine absolute Herzensangelegenheit.

Warum man über Diversität sprechen sollte ...

... weil ein gutes "Funktionieren" unserer Gesellschaft davon abhängt, dass wir Vielfalt als Realität akzeptieren, sie als Chance sehen und sie gemeinsam gestalten. Wenn wir das schaffen, gehen wir gemeinsam in die richtige Richtung.

Diese positiven Erfahrungen habe ich im Umgang mit Vielfalt und Chancengleichheit in der SFG gemacht ...

... ganz einfach: Das bedeutet bei "meiner" Stadtsparkasse Düsseldorf Alltag. Tagtäglich arbeite ich mit engagierten und diversen Menschen zusammen, die mich sehr bereichern.

Durch viel Verständnis, Empathie und noch mehr Austausch habe ich bisher in diesen Bereichen nur positive Erfahrung machen können.

Das gibts in diesen Bereichen noch zu tun ...

… Vielfalt darf noch deutlich sichtbarer gemacht werden. Wir gehen mit gutem Beispiel voran und zeigen, wie Diversity im Alltag und in unseren Sparkassen stattfindet. Damit schaffen wir sogenannte Rolemodels, die andere wahnsinnig motivieren können, Mut zu fassen und einen bestimmten Weg einzuschlagen.

In unserem Haus haben wir mit unserer Vorstandsvorsitzenden Frau Göbel ein Vorbild für Frauen, wir sehen, dass vieles erreichbar ist.

Zudem sehe ich Sprache ganz deutlich als wichtiges Instrument, um Diversity zu unterstützen. Wir alle sind eingeladen, Sprache so zu wählen, dass möglichst viele Menschen damit angesprochen und inkludiert werden.

Privat und beruflich engagiere ich mich in diesen Bereichen ...

... indem ich beruflich zum Beispiel unsere Hauszeitschrift „Banderole Plus“ nutze, um über das Thema Diversity zu schreiben und so meine Kolleg:innen und unsere jungen Auszubildenden zu sensibilisieren.

Privat begleite ich als Mentorin des Vereins „African German Shades“ junge Menschen auf dem Weg ins Berufsleben. Mir ist es wichtig, den jungen Menschen deutlich zu machen, dass ihre Herkunft oder der Bildungsabschluss ihrer Eltern für das eigene Fortkommen nicht zwangsläufig eine Rolle spielen muss.

file
Innovationsmanager in der Unternehmensentwicklung und Koordinator der Hamburger Sparkasse (Haspa) im S-Hub
Malte Brauer
mit Unterbrechungen bei der Haspa seit 2007
Ich kann jedem nur empfehlen, in Meetings einmal kritisch in die Runde zu schauen und es aktiv anzusprechen, wenn alle Personen gleich aussehen.

Was Diversität in meinem Leben bedeutet ...

... dass es in Organisationen und Gruppen jeglicher Art eine Repräsentation der unterschiedlichsten Arten von Menschen gibt. Eine diverse Zusammenstellung von Teams mit unterschiedlichen kulturellen, persönlichen und geschlechtlichen Hintergründen liefert nun mal bessere Arbeitsergebnisse durch unterschiedlichere Perspektiven. Ich versuche auch bewusst im privaten Umfeld zu reflektieren, wie meine "Bubble" aufgebaut ist und proaktiv andere Sichtweisen zu lernen.

Warum man über Diversität sprechen sollte ...

... weil psychologische Mechanismen des Menschen häufig zu einem "Gleich und Gleich gesellt sich gern"-Ergebnis führen. Es liegt in unserer Natur, Andersartigkeit grundsätzlich skeptisch entgegenzutreten – egal wie bereichernd sie sein kann. Das aufzubrechen schafft man nur, indem man auffällt, sich Gehör verschafft und darüber spricht! Ich kann jedem nur empfehlen, in Meetings einmal kritisch in die Runde zu schauen und es aktiv anzusprechen, wenn alle Personen gleich aussehen.

Diese positiven Erfahrungen habe ich im Umgang mit Vielfalt und Chancengleichheit in der SFG gemacht ...

... dass ich mit einem Mann verheiratet bin und eine Tochter adoptiert habe, war und ist einfach überhaupt kein Thema – also außer gelegentlicher positiver Kommentare a la "Wie schön, dass das auch möglich ist". Auch schön war die Reaktion eines Kollegen aus einer anderen (kleineren) Sparkasse, der beeindruckt davon war, wie divers unser Team im Sparkassen Innovation Hub ist und wie selbstverständlich mit Homosexualität umgegangen wird.

Das gibt es in diesen Bereichen noch zu tun ...

... Diversity-Gruppen wie Frauen- & LGBTQ*-Netzwerke sollten innerhalb der Sparkassen mehr Anerkennung und Förderung – auch aus dem Topmanagement – erhalten. Ein toller Weg, das zu zeigen, sind Budgets für Veranstaltungen. Der Geist und das Engagement, die ich in diesen Gruppen erlebe, ist ein Blick in die Zukunft: die bereits heute gelebte Unternehmenskultur von morgen. Auch die Frauenquote für Vorstände ist meiner Meinung nach ein Muss! Unsere Arbeitgeberinnen und -geber sollten sich hier ehrgeizige Ziele setzen, damit verdient man auch am Ende mehr, wie diverse Studien zeigen.

Privat und beruflich engagiere ich mich in diesen Bereichen ...

...  indem ich innerhalb der Haspa im Frauennetzwerk wo*men@haspa und bei HaspaPride tätig bin.  Die Kolleginnen und Kollegen aus dem Pride-Netzwerk organisieren schon seit einigen Jahren unter besonderem persönlichem Einsatz die Finanzierung und Ausstattung eines von der Haspa gesponsorten CSD-Trucks. Privat zeige ich auf meinem Instagram Profil @ploetzlichpapas, wie der Alltag einer Regenbogenfamilie aussehen kann – und wie normal das eigentlich ist.

 

file
Gleichstellungsbeauftragte, Sparkasse KölnBonn
Elke Alfen-Baum
seit 1984 in der Sparkassen-Finanzgruppe
Anpacken sollten wir das überholte Vormachtdenken in Zweigeschlechtlichkeit und die damit verbundenen alten Rollenbilder, Stereotype und Vorurteile.

Was Diversität in meinem Leben bedeutet ...

... dass alle Menschen die Chance haben, gleichberechtigt an Bildung, Einkommen, Einflussmöglichkeiten, (finanzieller) Wertschätzung teilzuhaben. Wir in der Sparkasse stehen dafür mit unserem Verhaltenskodex ein. Es geht um Überdenken von überholten Rollenbildern, Stereotypen, Vorurteilen, Lebensziele und -weisen inklusive dem Denken in zwei Geschlechterkategorien. Denn letztlich hat jede und jeder von uns die Verantwortung, Diversität im täglichen Umgang vorzuleben.

Warum man über Diversität sprechen sollte ...

... weil weltweit, aber auch in Deutschland, Diversität noch nicht erreicht ist. Denken wir z. B. an den Umgang mit Homosexualität, Transgender oder Intersexualität oder an die deutliche Unterrepräsentanz von Frauen in Fach- und Führungskarrieren, oder daran, dass Frauen nur 10 Prozent des Welteinkommens erhalten, andererseits aber anderthalb Mal soviel an unbezahlter Care-Arbeit als Männer leisten.

Erst das konkrete Aufzeigen und Ansprechen struktureller Ungleichheiten und Benachteiligungen zeigen den Handlungsbedarf auf, eröffnen das Feld für konkrete Ziele und Maßnahmen und schaffen den notwendigen Handlungsdruck für Änderungen.

Diese positiven Erfahrungen habe ich im Umgang mit Vielfalt und Chancengleichheit in der SFG gemacht ...

... Die Sparkassen gehörten 2008 zu den ersten Unternehmen, die sich zu den Grundsätzen der Charta der Vielfalt bekannt und diese mitgezeichnet haben. Damals wie heute geht es darum, Vielfalt als Chance zu sehen und in einer zunehmend globalisierten Welt die Talente aller Beschäftigten, unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, Religion, Handicaps, Alter, sexueller Orientierung und Identität zu fördern und einzusetzen. "Wertschätzung schafft Wertschöpfung" – das damalige Motto hat an Aktualität nichts eingebüßt. Das macht mich stolz auf unser Haus und unsere Organisation.

Das gibt es in diesen Bereichen noch zu tun ...

... für die kommenden 5 Jahre wünsche ich mir, dass wir es schaffen, deutlich mehr Frauen für Fach- und Führungskarrieren zu gewinnen. Anpacken sollten wir auch das überholte Vormachtdenken in Zweigeschlechtlichkeit und die damit verbundenen alten Rollenbilder, Stereotype und Vorurteile. Als Sparkasse setzen wir uns für zeitgerechte Rollenbilder ein. Wir möchten die Väterrolle im Unternehmen stärken und sind Mitglied im bundesweiten Väternetzwerk. Im Bündnis MIT FRAUEN IN FÜHRUNG machen wir z. B. erfolgreiche Frauen als Vorbilder sichtbar. Den notwendigen Wandel unterstützen wir zudem mit zeitgerechten Best-Practice-Beispielen zur Karriere und Führung in Teilzeit – für Frauen und Männer.

Wie ich mich privat und beruflich in diesen Bereichen engagiere ...

...  Als Gleichstellungsbeauftragte aus Leidenschaft habe ich das Glück, das, was mir privat ein Herzensthema ist, auch beruflich voranzutreiben. Mein Fokus richtet sich zunächst auf die beiden Ziele, die Unterrepräsentanz von Frauen in Fach- und Führungskarrieren abzubauen und Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer zu stärken. Dafür haben wir in der Sparkasse einen erfolgreichen Mix an Einzelmaßnahmen entwickelt.

file
Bereichsleiter Sparkasse Holstein
Steffen Müller
Seit 2006 in der Sparkassen-Finanzgruppe
Egal ob Frauen, Männer, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, mit Handicap oder ohne: Das ist es, was ich an unserer Sparkassenorganisation so schätze.

Was Diversität in meinem Leben bedeutet ...

... die Möglichkeit für jeden einzelnen, sich so zu geben, wie man ist.

Warum man über Diversität sprechen sollte ...

... weil es hier und da noch Vorbehalte gegen Vielfalt gibt und weil es wichtig ist, miteinander zu erleben, wie gut es ist, wenn die Welt bunt ist.

Diese positiven Erfahrungen habe ich im Umgang mit Vielfalt und Chancengleichheit in der SFG gemacht ...

... zahlreiche. Bei den beiden Sparkassen, früher Lüneburg und jetzt Holstein, bin ich vielen Menschen begegnet, die Vielfalt beziehungsweise Diversität vorleben und zeigen, was wir erreichen können, wenn wir diverse Teams aus unterschiedlichsten Charakteren mit den unterschiedlichsten Stärken bilden.  

Egal ob Frauen und Männer, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, mit Handicap oder ohne: Das ist es, was ich an unserer Sparkassenorganisation so schätze. Es gibt unheimlich viele großartige Menschen bei uns, die einander wertschätzen, in der Mitte der Gesellschaft stehen und sich gegenseitig jeden Tag ein bisschen besser machen. Unser Bekenntnis als Sparkasse Holstein auf der diesjährigen Jahrespressekonferenz und in unserem moin!-Magazin zu gleichen Karrierechancen für Frauen ist dafür nur eines von vielen Beispielen.

Das gibt es in diesen Bereichen noch zu tun ...

... unsere Gruppe kann sogar noch ein bisschen bunter werden. Gerade bei der Integration von Flüchtlingen in unsere Teams wird deutlich, wie gut das funktioniert. Diesen Weg sollten wir weitergehen.

Wie ich mich privat und beruflich in diesen Bereichen engagiere ...

... indem ich in meinem gesamten Leben für das Thema Vielfalt und Diversität eintrete. Angefangen in der Schulzeit, über mein Engagement als Fußball-Schiedsrichter, im Verein bis hin zum Berufsleben. Im Beruflichen stark durch den Fokus auf unsere Unternehmenskommunikation, aber auch dadurch, wie wir uns als Sparkasse nach innen und außen vermarkten.

file
Tätig im Bereich Organisation und IT: Prozessunterstützung, Risikomanagement und Treasury/ im Führungskräftenachwuchsprogramm, Frankfurter Sparkasse
Tharsiga Kuganakathasan
Seit Sommer 2019 in der Sparkassen-Finanzgruppe
Der Erfolg von diversen Teams ist mehr als nur eine Studie. Reden ist gut und schön, aber wir müssen handeln!

Was Diversität in meinem Leben bedeutet ...

... ist für mich beruflich wie privat bedeutungsvoll. Offen gegenüber Neuem, Unbekanntem, Unerfahrenem zu sein, erweitert unseren Horizont und macht uns innovativ und wettbewerbsfähig. Dies können wir in vollem Umfang ausschöpfen. Die unterschiedlichen Prägungen und Denkweisen von Menschen geben einem Unternehmen neue Impulse für kreative Lösungen.

Privat bedeutet Diversität für mich als Vegetarierin zum Beispiel, auch mit Veganer:innen und Fleischesser:innen essen zu gehen. Die Erfahrungen, die ich nicht persönlich machen will, mache ich indirekt durch andere und weiß, was die kulinarische Welt zu bieten hat.

Warum man über Diversität sprechen sollte ...

... weil der Erfolg von diversen Teams mehr als nur eine Studie ist. Reden ist gut und schön, aber wir müssen handeln! Was wir brauchen, sind genaue Ziele und einen guten Umsetzungsplan. Wir brauchen Befürwortende in der oberen Riege, die unsere Ziele mit Beharrlichkeit priorisieren. Schauen wir uns das Thema Digitalisierung an. Wir haben viel darüber geredet und meist nur kleine Schritte gewagt – und dann kam Corona …

Diese positiven Erfahrungen habe ich im Umgang mit Vielfalt und Chancengleichheit in der SFG gemacht ...

... die Sparkassen-Finanzgruppe investiert viel in die Weiterentwicklung der Mitarbeitenden, das finde ich beeindruckend. Die Vielfalt an Entwicklungsmöglichkeiten in der Sparkassenwelt ist enorm groß. Man wird gefordert und gefördert. Die Sparkassenwelt ist offen, tolerant und sehr wertschätzend, genau das spiegelt sich auch überall in unterschiedlichen Netzwerken der Sparkasse wider.

Das gibt es in diesen Bereichen noch zu tun ...

... klare Formulierung von Zielen und die entschlossene Umsetzung!

Wie ich mich privat und beruflich in diesen Bereichen engagiere ...

... indem ich jeweils über verschiedene Netzwerke involviert bin und täglich an meinem Mindset arbeite : „Jede Veränderung beginnt in uns.“

file
Referent PR/ Unternehmenskommunikation, S Broker AG & Co. KG
André Sarges
Seit Anfang 2020 in der Sparkassen-Finanzgruppe
Nur „mitmeinen“ ist für mich nicht genug. Daher bin ich für sprachliche Sichtbarmachung der unterschiedlichen biologischen und sozialen Geschlechter.

Was Diversität in meinem Leben bedeutet ...

... im beruflichen Kontext: unterschiedliche Denk-, Sicht- und Verhaltensweisen zwischen meinen Kolleg:innen und mir nicht nur zu tolerieren und zu respektieren, sondern wertzuschätzen.

Darum sollte man über Diversität sprechen ...

... weil Diversität irrtümlicherweise nach einem Zustand klingt, den man in einem Unternehmen irgendwann erreicht, wenn man nur genug unterschiedliche Menschen eingestellt hat. Diversität ist für mich aber ein fortwährender kommunikativer und kognitiver Prozess, an dem man aktiv partizipieren muss.

Diese positiven Erfahrungen habe ich im Umgang mit Vielfalt und Chancengleichheit in der SFG gemacht ...

... beim Sparkassen Broker arbeite ich täglich zusammen mit Kolleg:innen – mit und ohne körperliche Beeinträchtigungen –, die zwischen 25 und 65 Jahre alt sind, die mehr als zehn verschiedene Muttersprachen sprechen, die hetero- oder homosexuell orientiert sind sowie mit Menschen, die glauben und solchen, die es nicht tun. Dass ich all dies von meinen Kolleg:innen selbst weiß und nicht irgendeiner Statistik entnehme, zeigt, wie offen und positiv wir hier und andernorts in der Sparkassen-Finanzgruppe mit Diversität umgehen. 

Das gibts in diesen Bereichen noch zu tun ...

... insbesondere die sprachliche Sichtbarmachung der unterschiedlichen biologischen und sozialen Geschlechter beschäftigt mich als Referent für Unternehmenskommunikation in diesem Zusammenhang gegenwärtig. Denn nur „mitmeinen“ ist für mich nicht genug.

Privat und beruflich engagiere ich mich in diesen Bereichen ...

... ehrlicherweise noch viel zu wenig.


Interview mit der Gleichstellungsbeauftragten

Diversity-Tag 2021
Margareta Rieck
seit 1993 beim Rheinischen Sparkassen- und Giroverband (Foto-Credit: Thomas Sievert)

Frau Rieck, das Thema Gleichstellung ist noch nicht in allen Köpfen gleichermaßen verankert. Vor welchen Herausforderungen stehen Sie in Ihrer Rolle als Gleichstellungsbeauftragte beim Rheinischen Sparkassen- und Giroverband (RSGV)?

Das Thema Gleichstellung findet unterschiedliche Beachtung und stößt nicht immer auf große Euphorie. Dennoch habe ich den Eindruck, dass sich in den letzten Jahren einiges zugunsten der Gleichstellung verändert hat. Weil es gesetzgeberische Impulse, aber auch gesellschaftliche Entwicklungen gegeben hat. Ein Belächeln des Themas nehme ich nicht mehr wahr. Eine Selbstverständlichkeit ist es aber auch noch nicht geworden und das ist eine der Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.

Ich bin der Meinung, dass sich nicht nur Frauen für das Thema einsetzen sollten. Erst dann, wenn sich deutlich mehr Männer öffentlich und überzeugend für Gleichstellung und Gleichberechtigung einsetzen, werden wir einen weiteren Entwicklungsschub beobachten können. Denn diese Themen betreffen alle Geschlechter und müssen somit von allen gelebt werden.

Wo ist der RSGV in den Bereichen Diversität und Chancengleichheit schon gut unterwegs und wo sehen Sie noch Handlungsbedarf?

Besser geht natürlich immer, aber über unsere Frauenförderpläne und unseren aktuellen Gleichstellungsplan ist der RSGV in punkto Chancengleichheit gut aufgestellt. Das Thema Diversität hingegen ist noch nicht lange auf unserer Agenda; zurzeit befinden wir uns diesbe-züglich in einer Analysephase.

Frauen beruflich zu fördern, ist eine ihrer Aufgaben. Welche Fördermöglichkeiten können Sie anbieten? Welche Anreize gibt es zum Beispiel für Mütter, in Vollzeit zu bleiben?

Der RSGV hat eine flache Hierarchie und eine sehr geringe Fluktuation. Daraus folgt, dass es ausgesprochen wenige Karrierepositionen im Sinne von Leitungsfunktionen gibt, auf die sich Kolleginnen bewerben könnten. Stattdessen haben wir in unserem aktuellen Gleichstellungsplan das Thema der Sichtbarkeit priorisiert. Auch wenn es zum Beispiel keine freie Führungsposition gibt, leiten einige Kolleginnen eigenverantwortlich Projekte. Durch diese Rolle erhalten sie eine andere Sichtbarkeit, sammeln wichtige Erfahrungen und vernetzen sich untereinander ganz anders. In einer Welt des agilen Arbeitens mit wegfallenden Hierarchieebenen ist in dem Zusammenhang nicht zu unterschätzen, welche emanzipatorische Dynamik daraus entstehen kann.

Darüber hinaus wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf / Karriere im RSGV besonders gelebt. Grundsätzlich wird immer versucht, den Müttern die Arbeitszeit zu ermöglichen, die sie sich wünschen. In Vollzeit oder auch vollzeitnah zu arbeiten, wird zunehmend durch mobiles Arbeiten möglich.

Denken schlägt sich auch in der Sprache nieder. Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht die sogenannte gendersensible Kommunikation?

Ich halte sie für extrem wichtig. Unsere Sprache ist ein Abbild unseres Denkens und unserer Wahrnehmungen. Sprache beeinflusst die Gesellschaft, gesellschaftliche Entwicklungen schlagen sich wiederum in der Sprache nieder. Frauen sollten nicht mitgemeint, sondern explizit genannt werden, genau wie diverse Menschen. Wo das nicht geht, sollte geschlechtsneutral formuliert werden. Wenn Gleichberechtigung in der Sprache stattfindet, dann kann sie auch in anderen Bereichen des Lebens funktionieren.

Hand aufs Herz, was denken Sie, in welchem Jahr könnten Sie als Gleichstellungsbeauftragte ruhigen Gewissens ihr Büro räumen?

Na ja, das hängt von der Definition eines ruhigen Gewissens ab. Nein, Scherz beiseite. Ich weiß es nicht. Wie ich anfangs sagte, hat sich schon einiges getan. Aber wenn ich mir allein die faktische Zahl der Frauen in Führung anschaue, müssen noch viele Jahre veranschlagt werden.

(Stand 14.05.2021)


Mit mehr Abstand als gewohnt. Aber genauso nah. Erreichen Sie jetzt Ihre Sparkasse vor Ort.

Bitte wählen Sie Ihre Sparkasse aus:

Ist das nicht Ihre Sparkasse?