Was Sie über Cloud Computing wissen müssen

Daten online speichern ist praktisch – aber auch sicher?

Immer mehr Unternehmen nutzen Cloud Services. Dennoch besteht in Deutschland noch große Skepsis – vor allem die Datensicherheit macht Managern Sorge. Wir erklären, ob die Angst berechtigt ist und zeigen Vor- und Nachteile der Technik auf.

Cloud Computing: alles online, immer erreichbar

Zwei von drei Unternehmen (65 Prozent) haben in Deutschland 2016 Cloud Computing eingesetzt, ergibt eine Umfrage des Branchenverbandes Bitkom. Das entspricht einem Anstieg um elf Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Speichern von Daten in der sogenannten Wolke ist praktisch, günstig und optimal dafür geeignet, mehreren Personen den gleichzeitigen Zugriff darauf zu ermöglichen. Aber wie funktioniert diese Technologie?

Eine Cloud ist ein Onlinedienst, mit dem Sie Daten auf externen Servern speichern. Dadurch können Sie von jedem internetfähigen Gerät darauf zugreifen. Ebenso können Sie manche Programme, beispielsweise zur Bildbearbeitung, über die Cloud benutzen, ohne sie zu kaufen. Stattdessen zahlen Sie eine Leasinggebühr.

Einsatz von Cloud-Diensten in Unternehmen

Cloud Computing & Services

Public oder Private Cloud Computing?

Der Bitkom-Studie zufolge steigt vor allem das Interesse an Private Cloud Computing. Dabei nutzen Unternehmen ihre eigene technische Infrastruktur, um Daten zu speichern. Das heißt, dass sie auch selbst für die Sicherheit ihrer Daten verantwortlich sind. Wichtig: Verwenden Sie immer die aktuellste Version Ihrer Cloud-Software. Andernfalls könnten Sicherheitslücken entstehen, warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Alternativ beauftragen Sie einen externen IT-Dienstleister damit, die Private Cloud für Ihr Unternehmen zu betreiben. Aber auch hierbei müssen Sie sich auf Ihren Dienstleister verlassen können. Ein typisches Anwendungsbeispiel für eine Private Cloud ist ein Intranet, auf das die Mitarbeiter nur zugreifen können, wenn sie sich über einen Firmencomputer einloggen.

Beim Public Cloud Computing nutzen Sie das öffentliche Internet – beispielsweise Google Drive. Hier haben Sie keinen Einfluss auf die Cloud-Software, müssen aber auch nicht die technische Infrastruktur stellen. Dadurch sinken die Kosten. Allerdings stehen die Server der Anbieter von Public Cloud Computing in der Regel im Ausland, wo andere Datenschutzbestimmungen gelten als in Deutschland.

Vorteile von Cloud Services

Die Nutzung von Cloud Services bietet viele Vorteile. Die wichtigsten sind:

  • Die Dateien sind für jeden, den Sie dazu berechtigen, online einsehbar.
  • Mehrere Personen können parallel daran arbeiten.
  • Auf diese Weise sparen Sie und Ihre Mitarbeiter Zeit und müssen Dateien nicht nach jeder Aktualisierung hin und her schicken.
  • Sie sparen Speicherplatz auf Ihren eigenen Geräten.
  • Unter Umständen sparen Sie sogar Geld, da Sie keine teuren Programme mehr kaufen müssen.

Prüfen Sie die Angebote genau

Die Bedenken mancher Unternehmer gegenüber dem Public Cloud Computing sind berechtigt. Einige verbieten in ihren Firmen sogar, Programme wie Google Drive zu benutzen – aus Datenschutzgründen. Folgende Fragen sollten Sie sich stellen, bevor Sie einen Cloud Service abonnieren:

Wo liegen meine Daten? Die Frage nach dem Server-Standort ist entscheidend, denn davon hängt ab, welche Datenschutzgesetze gelten. Das deutsche Datenschutzgesetz ist deutlich strenger als das US-amerikanische.

Wie sicher sind meine eigenen Geräte? Nur wenn Ihre eigenen Geräte, mit denen Sie auf die Cloud zugreifen, sicher sind, sind auch Ihre Daten sicher. Sollten Sie sich einen Trojaner einfangen, haben die Hacker auch die Möglichkeit, auf Ihre online gespeicherten Dateien zuzugreifen.

Benutze ich sichere Passwörter? Machen Sie es Datendieben so schwer wie möglich, indem Sie komplexe Passwörter verwenden. Ein sicheres Passwort sollte aus mindestens acht Zeichen bestehen und sowohl Klein- als auch Großbuchstaben sowie Zahlen und Sonderzeichen beinhalten. Außerdem wichtig: Denken Sie sich am besten für jeden Onlinedienst ein eigenes Passwort aus und wechseln Sie Ihre Passwörter regelmäßig.

Ist die Datenübertragung sicher? Eine sichere Verbindung zu einer Website sollte immer über das geschützte https-Protokoll erfolgen. Ob das der Fall ist, können Sie daran erkennen, dass sich zum Beispiel der Anfang der Browserzeile verändert. Statt „http://“ steht dort „https://“.

Was passiert, wenn mein Anbieter ein Problem mit seinen Servern hat? Bei guten Anbietern von Cloud-Computing-Diensten sind Ihre Dateien immer erreichbar. Denn wenn es einmal technische Probleme gibt, spiegeln sie die Daten auf einem weiteren Server, der an einem anderen Ort steht.

Fazit: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste

Cloud Computing gewinnt immer mehr an Relevanz – egal wie groß Ihr Unternehmen ist. Bevor Sie einen Vertrag abschließen, sollten Sie sich aber die Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen des jeweiligen Anbieters genau durchlesen. Sie sollten außerdem überlegen, was Sie in der Cloud ablegen. Besonders wichtige und sensible Daten sollten Sie vorsichtshalber weiterhin nur auf Ihren eigenen Geräten oder internen Servern speichern.