zum Inhalt springen
Suche
Online-Banking
Ein älterer Mann sitzt mit zwei Kindern auf einer Wiese und isst Melone.

Grundsicherung, Pflegelöhne, Pfändungsgrenzen und mehr: Das ändert sich für Millionen

Viele Neuigkeiten im Juli
Höhere Renten, neue Regeln beim Bürgergeld, vereinfachte Steuererklärungen und zusätzliche Kosten beim Online-Shopping: Der Juli bringt zahlreiche Änderungen – auch für Verbraucher, Autofahrende, Pflegekräfte und Reisende. Während manche von mehr Geld oder weniger Bürokratie profitieren, müssen sich andere auf strengere Regeln und höhere Ausgaben einstellen.
Stand:24. Juni 2026

Mehr Schutz vor Pfändungen

Menschen mit Schulden können etwas aufatmen. Die Pfändungsfreigrenzen werden zum Juli um rund zwei Prozent angehoben. Dadurch bleibt Betroffenen künftig ein größerer Teil ihres Einkommens zur Sicherung des Lebensunterhalts erhalten.

  • Schuldner ohne Unterhaltspflichten: Der unpfändbare monatliche Grundbetrag steigt von bisher 1.555,00 Euro auf 1.587,40 Euro.

  • Erste unterhaltsberechtigte Person: Der zusätzliche Freibetrag steigt von 585,23 Euro auf 597,42 Euro.

  • Weitere unterhaltspflichtige Personen (2. bis 5. Person): Der Betrag erhöht sich um jeweils 332,83 Euro (bisher 326,04 Euro)

  • Die Erhöhung greift vollautomatisch beim Arbeitgeber sowie auf dem Pfändungsschutzkonto (P-Konto).

Ticketsteuer sinkt, Flüge werden trotzdem kaum billiger 

Die Ticketsteuer für Flüge ab Deutschland sinkt. Je nach Reiseziel reduziert sich die Abgabe zwischen 2,50 (Kurzstrecke) und 11,40 Euro (Langstrecke) pro Flug. Ob Reisende tatsächlich günstigere Tickets erhalten, hängt jedoch davon ab, ob die Fluggesellschaften die Entlastung weitergeben. Die Steuerreform soll vor allem verhindern, dass Billigflieger noch mehr Routen aus Deutschland streichen. Sie sichert also eher das Angebot als Rabatte.

Online-Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern werden teurer

Das vermeintliche Schnäppchen aus Fernost könnte künftig deutlich mehr kosten. Für Sendungen aus Nicht-EU-Ländern mit einem Warenwert unter 150 Euro fällt ab Juli eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro pro Warenkategorie an. Hinzu kommen weiterhin Einfuhrumsatzsteuer (meist 19 Prozent) und mögliche Servicegebühren der Versanddienstleister (bis 7,50 Euro).

  • Beispiel: Ein Produkt für 2,00 Euro kann Verbraucherinnen und Verbraucher durch 3,00 Euro Pauschalzoll, Steuer und die Auslagenpauschale des Paketdienstes am Ende schnell mehr als 13 Euro kosten. Das zerstört das Geschäftsmodell von Ultra-Cheap-Plattformen bei Einzelbestellungen.

Mehr Lohn in der Altenpflege

Zum Juli bekommen rund 1,3 Millionen Beschäftigte in der Altenpflege mehr Geld. Die Anhebungen der Mindestlöhne sind streng nach der beruflichen Qualifikation gestaffelt – Pflegefachkräfte erreichen dabei den stärksten Anstieg. Ein weiterer Erhöhungsschritt für alle drei Gruppen ist bereits gesetzlich für den 1. Juli 2027 festgeschrieben; insgesamt mehr als 5 Prozent für alle. Das sind die neuen bundesweiten Mindestlöhne pro Stunde.

Steuererklärung künftig per App und Klick

Die Steuererklärung soll für viele Menschen deutlich einfacher werden. Ab 1. Juli können erste Nutzergruppen ihre Einkommensteuererklärung über die App „MeinElster+“ weitgehend automatisiert erledigen. Ledige Arbeitnehmer, Rentner und Pensionäre erhalten dabei eine vorausgefüllte Erklärung mit bereits bekannten Steuerdaten. Stimmen die Angaben, genügt ein Klick für die Abgabe.

  • Aber Achtung: Da das Finanzamt persönliche Ausgaben wie Arbeitswege, Spenden oder Handwerkerkosten nicht automatisch kennt, kann der schnelle Klick ohne manuelle Nachbesserung bares Geld kosten. Lesen Sie hierzu auch unsere Steuertipps.

Steuererklärung 2025
Diese Fristen gelten jetzt

Die verlängerten Corona-Fristen sind vorbei. Für das Steuerjahr 2025 gelten wieder die regulären Termine:

  • Für Selbstersteller: Stichtag ist der 31. Juli 2026. Bis dahin muss die Erklärung via ELSTER oder Steuersoftware beim Amt sein.
  • Mit Steuerberater / Lohnsteuerhilfeverein: Die Frist endet am 1. März 2027.
  • Für freiwillige Abgeber: Angestellte ohne Abgabepflicht können die Erklärung rückwirkend bis zum 31. Dezember 2029 einreichen.

Aus Bürgergeld wird Grundsicherungsgeld

Das Bürgergeld ist Geschichte, doch nicht nur der Name ändert sich: Es gehen spürbare Verschärfungen für die Betroffenen einher.

  • Härtere Strafen: Wer Termine beim Jobcenter zweimal ohne wichtigen Grund verpasst, dem wird das Geld sofort um 30 Prozent gekürzt.

  • Wohnkosten im Visier: Die Übernahme der Wohnkosten wird ab dem ersten Tag strenger gedeckelt.

  • Kein Vermögensschutz mehr: Die einjährige Karenzzeit für Ersparnisse fällt komplett weg. Das Schonvermögen wird sofort (nicht mehr erst nach 1 Jahr) und altersabhängig gestaffelt und auf maximal 20.000 Euro für ältere Leistungsbezieher begrenzt.

Die Höhe des Geldes (z. B. 563 Euro für Singles) ändert sich nicht. Laufende Anträge laufen vollautomatisch weiter. 

Mehr Geld für Rentnerinnen und Rentner

Für Millionen Ruheständler beginnt der Juli mit einem Plus auf dem Konto. Die gesetzlichen Renten steigen  bundesweit um 4,24 Prozent. Wer bislang 1.000 Euro Rente erhält, bekommt künftig rund 42 Euro mehr im Monat. Die Anpassung orientiert sich an der Entwicklung der Löhne in Deutschland und erfolgt völlig automatisch.

Der Kölner Dom verlangt Eintritt

Deutschlands bekannteste Kirche bittet Besucher erstmals zur Kasse. Für die Besichtigung des Kölner Doms werden ab 1. Juli regulär 12 Euro Eintritt fällig (ermäßigt 6 Euro). Kinder bis einschließlich 13 Jahre sowie Menschen mit Schwerbehinderung (inklusive Begleitperson) erhalten weiterhin gratis Einlass, auch Gottesdienstbesucher und Betende. Mit den Einnahmen sollen Unterhalt, Sicherheit und Pflege des Bauwerks finanziert werden.

Wölfe dürfen leichter abgeschossen werden

Zum Schutz von Schafen und anderen Weidetieren erhalten die Länder neue Möglichkeiten beim Wolfsmanagement. Durch die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz können Abschüsse unter bestimmten Voraussetzungen leichter genehmigt werden. Das geänderte Gesetz sieht eine feste Jagdzeit vom 1. Juli bis zum 31. Oktober vor.

Mehr Kontrolle auf Deutschlands Straßen

Für Autofahrer treten gleich mehrere Änderungen in Kraft:

  • Künftig wird der sogenannte Punktehandel verboten: Wer Verkehrsverstöße gegen Bezahlung auf die eigene Kappe nimmt, muss mit hohen Bußgeldern rechnen.

  • Gleichzeitig verdoppelt sich die Verjährungsfrist für viele Verkehrsverstöße von 3 auf 6 Monate.

  • Zudem dürfen Kommunen verstärkt digitale Kontrollfahrzeuge einsetzen, die Parkverstöße automatisch erfassen.

Neue Regeln für Transporter und Lieferdienste

Für viele Handwerks- und Kurierbetriebe gelten strengere Vorgaben im grenzüberschreitenden Güterverkehr. Transporter zwischen 2,5 und 3,5 Tonnen müssen künftig mit modernen digitalen Fahrtenschreibern ausgestattet sein. Diese dokumentieren Lenk- und Ruhezeiten automatisch.

Von A wie Aktien bis Z wie Zentralbank
Der Newsletter Ihrer Sparkasse

Hier dreht sich alles ums Geld. Mit uns bleiben Sie auf dem Laufenden und erfahren alles über clevere Spartipps, lukrative Anlagemöglichkeiten, smarte Altersvorsorgen und News aus der Finanzwelt. Denn: Wissen zahlt sich aus!

Kostenlos abonnieren

Das könnte Sie auch interessieren

  • Ältere Hände halten einen blauen Geldbeutel
    Inflation und Preise
    Rentenerhöhung 2026
    Renten steigen stärker als erwartet
    Gute Nachrichten für alle Rentnerinnen und Rentner: Ab Juli 2026 gibt es erneut eine spürbare Rentenerhöhung. Aufschlussreich ist der Vergleich mit der Inflation der vergangenen Jahre.
    6. März 2026
  • Ein Flugzeug fliegt über einen karibischen Strand. Man sieht nur den Schatten des Flugzeugs auf dem Strand.
    Reise und Mobilität
    Ab in den Urlaub – wenn der Flieger kommt. Hohe Kerosinpreise, geopolitische Spannungen und ein angespannter Luftverkehr sorgen derzeit für Verunsicherung bei Reisenden.
    29. Mai 2026
  • Close-up einer junge Frau mit roten Haaren, die auf ihr Mobiltelefon vor sich schaut.
    Wichtige Neuerungen, Trends und wirtschaftliche Entwicklungen: Wir halten Sie auf dem Laufenden und berichten über das, was sich ändert, was es kostet und was das konkret für Sie bedeutet.