Lieferengpässe: So gut kommen Ihre Weihnachtsgeschenke an

Warum Sie besser heute schon an die Festtage denken

Dem Weihnachtsmann fehlen die Helferinnen und Helfer. Gleichzeitig wollen oder können die Menschen in Deutschland aufgrund der Inflation und der gestiegenen Energiepreise weniger für Geschenke ausgeben. Dafür könnten Rabatte locken.

Zwei Männer schlendern mit frisch gekauften Tüten und Inhalt durch eine Einkaufspassage

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Lieferprobleme haben sich bei einigen Produkten gegenüber dem Vorjahr entschärft. Schwierig ist es vor allem noch bei Elektronikartikeln.
  • Der Handelsverband Deutschland rechnet inflationsbereinigt mit einem Rückgang im Weihnachtsgeschäft.
  • Gutscheine, Spielwaren und Bücher sind die beliebtesten Geschenke.

Haben Sie einen konkreten Wunsch zu Weihnachten? Nun, viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Post- und Paketdienstbranche vermutlich schon: mehr Kolleginnen und Kollegen. Denn so schön die Rolle auch sein kann, vorweihnachtlich die Aufgabe des Weihnachtsmanns zu übernehmen und Millionen Pakete und Briefe zuzustellen, so stressig ist es in der Hauptsaison.

Personalmangel bedenken

Die Deutsche Post DHL rechnet an Spitzentagen mit 11 Millionen Sendungen und plant daher, für die Weihnachtszeit 10.000 Hilfskräfte zusätzlich einzustellen. Es ist nicht auszuschließen, dass erst kurz vor den Festtagen bestellte Geschenke nicht pünktlich eintreffen.

Der Mangel an Fachkräften beeinflusst aber auch andernorts die Geschenketouren. Im Einzelhandel gibt es voraussichtlich ebenfalls zu wenige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im August bezifferte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, die Zahl der offenen Stellen mit 56.500, was etwa 3.300 mehr waren als vor der Corona-Pandemie.

Lieferverzögerungen in China

Corona-Schutzmaßnahmen werden weniger als in den beiden vergangenen Jahren die Kauflust beeinflussen. Zumindest im Verkauf und bei der Zustellung. In der Produktion sieht die Lage hingegen etwas anders aus. Das liegt insbesondere an der aktuellen Lage in China, die ein wichtiger Grund ist, warum der Kauf von Weihnachtsgeschenken auch in diesem Jahr mit Enttäuschungen verbunden sein könnte.

Fans von Apple-Produkten wissen, dass Chinas strikte Corona-Politik Folgen hat, die auch hierzulande zu spüren sind. So konnten viele iPhone 14 erst später als ursprünglich geplant ausgeliefert werden, viele auch noch gar nicht. Das Modell war im September in den Verkauf gegangen, aber nur in homöopathischen Dosen verfügbar. Der Grund: Die chinesischen Fabriken, in denen das iPhone oder Teile davon hergestellt werden, mussten aus Quarantänegründen zeitweilig den Betrieb einstellen. 

Geschenke bereits versandt

Von Chinas Corona-Schutzmaßnahmen könnten durchaus auch andere Produkte betroffen sein. Gerade die zu Weihnachten häufig verschenkten Elektronikprodukte und Spielzeugwaren werden zu großen Anteilen in China hergestellt. Daher ist beispielsweise die Playstation 5 schon seit vielen Monaten nur sehr schwer zu bekommen. Allerdings dürften die meisten Geschenke längst verschifft worden sein. Neuerliche Lockdowns in China sollten daher keinen nennenswerten Einfluss mehr auf das Weihnachtsgeschäft haben.

Die in den vergangenen Monaten mitunter erheblichen Logistikprobleme auch an anderen internationalen Häfen haben sich zuletzt deutlich verringert. Das lässt sich gut in den stark gefallenen Frachtraten ablesen.

Inflation dämpft Kauflaune

Wesentlich beeinflussen wird das Weihnachtsgeschäft voraussichtlich die Inflation. Denn durch die hohe Inflation und der unklaren Situation bei den Energiepreisen (trotz Gas- und Strompreisbremse) könnte das ein oder andere Geschenk dieses Jahr kleiner ausfallen oder ganz wegfallen. Der HDE prognostiziert, dass die Umsätze im Weihnachtsgeschäft inflationsbereinigt 4 Prozent niedriger als im Vorjahr liegen werden.



Rabatte möglich

Für die Unternehmen sind die Kosten in diesem Jahr vielfach gestiegen. Sie wandern in der Preisgestaltung allerdings auf einem schmalen Grat. Sollte die Konsumlaune zu stark gedämpft sein, könnten einige Händler und Händlerinnen auf ihren Produkten sitzen bleiben. Nicht auszuschließen daher, dass es gerade zum Ende des Weihnachtsgeschäfts die ein oder andere Rabattaktion geben könnte.

Ihre Geschenke lassen sich die Menschen in Deutschland hingegen etwas kosten. Fast jede und jeder Fünfte (19 Prozent) plant laut HDE-Konsumentenbarometer, mehr als 300 Euro für Geschenke auszugeben.

So viel planen die Menschen hierzulande für Geschenke auszugeben:

< 100 Euro

32 Prozent

101 bis 200 Euro

24 Prozent

201 bis 300 Euro

16 Prozent

> 300 Euro

19 Prozent

Quelle: HDE

Gutscheine am beliebtesten

Am beliebtesten sind in diesem Jahr dem HDE-Konsumentenbarometer zufolge Geschenkgutscheine. 30 Prozent von 2.040 befragten Personen gaben an, Gutscheine zu Weihnachten zu besorgen. Da fällt die Inflation beim Kauf kaum ins Gewicht, sondern eher beim Einlösen. Zudem sind Gutscheine meist noch auf den letzten Drücker verfügbar. Und Sie unterstützen damit im Zweifel das ausstellende Unternehmen, da laut einer nicht ganz neuen, aber vermutlich noch gültigen Umfrage von 2015 jeder zweite Beschenkte (51 Prozent) einen Gutschein schon mal ungenutzt hat verfallen lassen.

Die beliebteste Idee muss eben auch nicht immer die beste sein.

(Stand: 21.11.2022)


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