Angriff Russlands bringt Wirtschaft und Börse aus dem Tritt

Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs

Die russische Invasion der Ukraine ist in vollem Gange. Es gibt Kämpfe im ganzen Land. „Dies ist ein dunkler Tag für Europa“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Die Auswirkungen des Krieges sind schon jetzt weit über die Grenzen der Ukraine hinaus spürbar. Die Märkte werden erschüttert, der Dax verlor massiv an Wert.

Eine Frau blickt auf einen Bildschirm mit Aktienkursen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Russische Truppen sind in die Ukraine einmarschiert. Es gibt Kämpfe in nahezu allen Landesteilen. Auch die ukrainische Hauptstadt Kiew steht unter Beschuss.
  • Die EU und die USA antworten mit weitreichenden Sanktionspaketen gegen Russland. Ein Ausschluss vom Zahlungssystem SWIFT ist aber noch nicht Teil der Sanktionen.
  • Die Märkte reagieren mit heftigen Ausschlägen. Die Dax rutschte zeitweise auf ein Jahrestief. Mittlerweile haben sich die Börsen weltweit aber wieder etwas erholt. 

Krieg in Europa: Russland hat mit der Invasion des Nachbarlands Ukraine begonnen. Russische Truppen rücken in allen Teilen des Landes vor und nehmen die Hauptstadt Kiew ins Visier.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat den Angriff auf das Nachbarland befohlen, wie er erklärte, um die russische Minderheit in der Ukraine zu schützen und den Einfluss der NATO in Osteuropa zurückzudrängen.

Die Weltgemeinschaft verurteilte den Krieg dagegen nahezu einhellig. Russland breche das Völkerrecht und nehme zahllose unschuldige Opfer in Kauf, hieß es beispielsweise von der EU. 

Die Märkte beruhigen sich nach dem Absturz

Weltweit zeigten sich die Menschen – und die Märkte – geschockt vom rücksichtlosen Vorgehen Russlands. Während fast alle Kurse kurzfristig auf Talfahrt gingen, kletterte der Ölpreis auf über 100 Dollar pro Barrel, zum ersten Mal seit 2014. Mittlerweile hat sich die Situation etwas beruhigt.

Nach dem Kursrutsch kehrten viele Anlegerinnen und Anleger zum Wochenschluss an Europas Aktienmärkte zurück. Der Dax stieg um etwa ein Prozent auf 14.183 Punkte, nachdem er als Reaktion auf den russischen Einmarsch in die Ukraine um etwa vier Prozent abgerutscht war.

Der Moskauer Leitindex RTS verbuchte sogar einen Rekord-Kurssprung von zeitweise 30 Prozent und machte damit seine jüngsten Verluste größtenteils wieder wett.

„Anlegerinnen und Anleger tun gut daran, langfristig zu denken und die Phase der Unsicherheit durchzustehen.“
Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank

EU und USA beschließen weitreichende wirtschaftliche Sanktionen

Unterdessen haben die EU und die USA Russland mit verschärften Sanktionen belegt. Trotz seiner großangelegten Attacke setzt Russland eigenen Angaben zufolge die Gaslieferungen über Pipelines durch die Ukraine nach Europa fort.

Die Maßnahmen der EU betreffen vor allem den Energie-, den Finanz- und den Transportsektor. Ein Ausschluss vom internationalen Zahlungssystem SWIFT steht weiter zur Diskussion, wurde aber bislang nicht beschlossen. 

Kurz und knapp: Fakten zur Ukraine

  • Gründung: Seit dem 24. August 1991 unabhängig von der Sowjetunion
  • Bevölkerung: 41,8 Mio. Einwohnerinnen und Einwohner
  • Größe: 576.800 km² ohne Krim
  • Staatsoberhaupt: Präsident Wolodymyr Selenskyj
  • Nachbarländer: Russland, Belarus, Polen, Ungarn, Rumänien

Wie geht es weiter mit Märkten und Preisen?

Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass sowohl die Kriegshandlungen selbst als auch die Sanktionen für große Bewegungen an den Märkten sorgen werden. Abhängig von den Entwicklungen, werden diese Unsicherheiten noch eine Weile andauern. „Die Konjunkturprognose für dieses Jahr dürfte sich insgesamt deutlich verschlechtern – in Deutschland von 3 auf 1 Prozent Wirtschaftswachstum, in Europa von 4 auf 2 Prozent“, so der Chefvolkswirt der DekaBank, Dr. Ulrich Kater.

Insgesamt dürfte es zumindest kurzfristig also nicht wieder deutlich nach oben gehen. „Anlegerinnen und Anleger tun gut daran, langfristig zu denken und die Phase der Unsicherheit durchzustehen“, so Kater.

Klar scheint ebenso, dass die Rohstoffpreise sehr hoch bleiben oder sogar noch weiter klettern werden. Das werden Verbraucherinnen und Verbraucher bei den Energierechnungen und an der Zapfsäule zu spüren bekommen.

Die Hoffnung, dass sich die Inflationsrate im Euroraum schnell wieder auf ein Normalmaß reduziert, dürfte sich ebenfalls zerschlagen haben. 

(Stand: 25.02.2022)


Tipp: Deka-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater zum Ukraine-Krieg

In einer weiteren Sonderfolge des Podcast Mikro trifft Makro spricht Dirk Huesmann mit dem Chefvolkswirt der DekaBank, Dr. Ulrich Kater, zur aktuellen Einschätzung der Lage. Welche Sanktionen gegen Russland bringt der Westen auf dem Weg? Wie werden diese die Gesamtwirtschaft beeinflussen? Und wie werden sich die Kapitalmärkte weiterhin verhalten? Antworten mit Dr. Kater:

Dr. Kater Portrait
Podcast Mikro trifft Makro mit
Dr. Ulrich Kater
Chefvolkswirt der Deka

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