Weltfrauentag: Es gibt noch jede Menge zu tun

Der Kampf um gleiche Rechte geht weiter

Am 8. März feiern wir den internationalen Frauentag. Seit mehr als 100 Jahren demonstrieren Frauen an diesem Tag weltweit gegen Diskriminierung und für Gleichberechtigung – im Arbeitsleben, in der Gesellschaft und vor dem Gesetz. Wofür steht der Internationale Frauentag und was steckt dahinter? Wir geben einen Überblick - und einen Einblick in die Sparkassen-Finanzgruppe.

Der Frauentag am 8. März

Heute ist der Frauentag am 8. März eine Plattform für eine vielfältige Frauenbewegung und fest im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert. Auch im 21. Jahrhundert ist die Gleichstellung der Geschlechter noch nicht erreicht. Auch wenn die Hauptforderungen der Gründerinnen des Internationalen Frauentags erreicht sind: In Sachen Frauenrechte bleibt noch viel zu tun.

Erst im vergangenen Jahr protestierten Frauen und Männer in Deutschland unter dem Motto „Die Periode ist kein Luxus“. Ihr Protest richtete sich gegen den Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent, mit dem Hygieneartikel besteuert werden. Und das mit Erfolg: Seit dem 1. Januar 2020 gilt der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent für Tampons und Co.

Es wird Zeit, dass wir Frauen anfangen, über Geld zu sprechen.
Marlies Mirbeth, Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse München
Eine Gruppe Frauen - Illustration

Auch in Sachen Finanzen gibt es eine Diskrepanz der Geschlechter. Der Gender Pay Gap dürfte für keine Frau ein unbekanntes Phänomen sein.

Rund sechs Prozent verdienen Männer im Durchschnitt mehr als Frauen – trotz gleicher Erfahrung und Karrierestufe. In Deutschland nehmen Frauen immer noch häufiger und länger Elternzeit als Männer. Der Prozentsatz an Frauen in einer Teilzeitbeschäftigung ist ebenfalls höher. Das wirkt sich negativ auf die Rente aus – und häufig auch auf die Karriere. Hier erhalten Sie Tipps, wie sie finanziell unabhängig bleiben und optimal für Ihre Zukunft vorsorgen.

Frauen aller Länder nutzen daher den 8. März weiterhin, um auf ihre Belange aufmerksam zu machen und fordern eine Gesellschaft, in der alle Menschen gleichberechtigt sind.

Gleichberechtigung in der Sparkassen-Finanzgruppe – Noch nicht alles erreicht

Frauen in der Finanzbranche haben es weiterhin schwerer beim Aufstieg – und sie verdienen weniger als ihre Kollegen. Während Frauen in Deutschland über alle Branchen hinweg 21 Prozent weniger verdienen als Männer, ist die Kluft in den Geldhäusern besonders groß. Nach Berichten des Handelsblatts, unter Verweis auf das Statistische Bundesamt, liegt der Abstand hier bei 28 Prozent.

Gleichberechtigung im beruflichen Kontext sollte als selbstverständlich umgesetzt werden.
Christiane Michelsen, Kommunikationsdesignerin bei der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg

Die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe können sich aktuell noch nicht ganz freimachen von diesen Trends. Denn obwohl bei uns die Mehrheit der Mitarbeiter weiblich ist (61,9 Prozent), finden sich nur 5,1 Prozent von ihnen ganz oben, also im Vorstand. Allerdings mit steigender Tendenz. So betrug 2017 der Anteil von Frauen in Vorstandspositionen in deutschen Sparkassen noch 4,7 Prozent.

Initiativen in der Sparkassen-Finanzgruppe

Klar ist: Ohne gezielte Maßnahmen wird sich an der männlichen Dominanz in der Führungsebene nicht viel ändern. Doch Verband und Institute arbeiten daran, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen.

Viele meiner Mentoren und beruflichen Vorbilder sind Frauen aus dem Unternehmen – Menschen, mit denen ich mich identifizieren kann.
Kanimoli Pavanandarajah, Bankbetriebswirtin der Sparkasse KölnBonn

Zum Beispiel mit dem so genannten Cross Mentoring Programm. Mentoring ist eine Personalentwicklungsmaßnahme, bei der eine erfahrene Mitarbeiterin oder ein erfahrener Mitarbeiter Wissen und Erfahrungen an einen weniger erfahrenen Mitarbeiter weitergibt. Potenzialträgerinnen sollen sichtbar gemacht, auf ihrem individuellen beruflichen Karriereweg gestärkt und letztlich ge- und befördert werden.

Die mutigen Anfänge

  • Im März 1911 gingen erstmals Frauen in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz zum Frauentag auf die Straße. Ziel und Hauptforderung war das Frauenwahlrecht.
  • Nach dem Ende des ersten Weltkriegs erhielten Frauen das aktive und passive Wahlrecht und durften 1919 erstmalig wählen.
  • In der Zeit des Nationalsozialismus erhielt der Kampf für die Gleichberechtigung einen Dämpfer. Der Frauentag wurde verboten, schließlich stand er in sozialistischer Tradition und forderte die Gleichberechtigung und Einbindung der Frau ins Berufsleben - und widersprach damit der NS-Ideologie.
  • In der DDR wurde der 8. März offiziell als „Tag der Frau“ gefeiert – mit verordneten sozialistischen Veranstaltungen.
  • In Westdeutschland gewann der Frauentag Ende der 1960er Jahre wieder an Bedeutung. Mit der Forderung „Das Private ist politisch“ ging es in den Demonstrationen um Gewalt in der Ehe und das Recht, ohne Zustimmung des Ehemanns eine Arbeit aufzunehmen.
  • 1975 erklärten die Vereinten Nationen einen Tag im Jahr offiziell zum Internationalen Frauentag.

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