Weltfrauentag: Es gibt noch jede Menge zu tun

Der Kampf um gleiche Rechte geht weiter

Am 8. März feiern wir den internationalen Frauentag. Seit mehr als 100 Jahren demonstrieren Frauen an diesem Tag weltweit gegen Diskriminierung und für Gleichberechtigung – im Arbeitsleben, in der Gesellschaft und vor dem Gesetz. Wir zeigen Ihnen, wofür der Internationale Frauentag steht und warum es noch immer einiges zu tun gibt. 

Frau auf der Straße mit gereckter Faust

Das Wichtigste in Kürze:

  • Auch im 21. Jahrhundert ist die reale Gleichstellung der Geschlechter noch lange nicht erreicht.
  • 2019 protestierten Frauen und Männer in Deutschland unter dem Motto „Die Periode ist kein Luxus“. Der Protest richtete sich gegen den Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Mit Erfolg: Seit dem 1. Januar 2020 gilt ein ermäßigter Steuersatz von sieben Prozent für Tampons & Co.
  • Über alle Branchen hinweg erhielten Frauen im Jahr 2020 18 Prozent weniger Gehalt als Männer, bei Banken liegt der Abstand sogar bei 28 Prozent.
  • Der bereinigte Gender Pay Gap beträgt rund sechs Prozent. So viel verdienen Männer im Durchschnitt noch immer mehr als Frauen – bei gleicher Erfahrung, Tätigkeit und Karrierestufe.
  • Durch Cross Mentoring Programme sollen Potenzialträgerinnen ausfindig gemacht und Karrierewege geebnet werden. 

Der Frauentag am 8. März

Heute bietet der Frauentag am 8. März eine Plattform für eine vielfältige Frauenbewegung und ist fest im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert. Auch im 21. Jahrhundert ist die reale Gleichstellung der Geschlechter noch nicht erreicht. Denn obwohl die Hauptforderungen der Gründerinnen des Internationalen Frauentags erreicht sind, bleibt in Sachen Frauenrechte noch viel zu tun.

Im Jahr 2019 protestierten Frauen und Männer in Deutschland unter dem Motto „Die Periode ist kein Luxus“. Ihr Protest richtete sich gegen den Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent, mit dem Hygieneartikel besteuert werden. Mit Erfolg: Seit dem 1. Januar 2020 gilt der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent für Tampons und Co.

Es wird Zeit, dass wir Frauen anfangen, über Geld zu sprechen.
Marlies Mirbeth, Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse München

Auch in Sachen Finanzen gibt es eine Diskrepanz der Geschlechter. Der Gender Pay Gap dürfte für niemanden ein unbekanntes Phänomen sein.

Rund sechs Prozent verdienen Männer im Durchschnitt mehr als Frauen – trotz gleicher Erfahrung und Karrierestufe. In Deutschland nehmen Frauen immer noch häufiger und länger Elternzeit als Männer. Der Prozentsatz an Frauen in einer Teilzeitbeschäftigung ist ebenfalls höher. Corona trägt dazu bei, dass sich dieser Umstand kaum bessert – im Gegenteil. Durch die Krise ist der Anteil der Frauen, die ihre Arbeitszeit verkürzen, um sich um Haushalt oder Kinder zu kümmern, sogar angestiegen. Wenn sich das nach der Pandemie nicht ändert, könnte sich die Ungleichheit im beruflichen Alltag noch mehr vertiefen. Geringere Arbeitszeit wirkt sich zudem negativ auf die Rente aus – und häufig auch auf die Karriere. Hier erhalten Sie Tipps, wie sie finanziell unabhängig bleiben und optimal für Ihre Zukunft vorsorgen. Schließlich beträgt der Renten Gap bisher 53 Prozent, sprich: Frauen bekommen 53 Prozent weniger Rente als Männer.

Kein Land dieser Erde hat bisher die Gender Equality erreicht – in 150 Ländern gibt es noch immer Gesetze, die Frauen diskriminieren. Daher nutzen Frauen und auch Männer den 8. März weiterhin, um auf diese Problematik aufmerksam zu machen und eine Gesellschaft zu fordern, in der alle Menschen gleichberechtigt sind und auch so behandelt werden. 

Gleichberechtigung in der Finanzbranche – Noch ist nicht alles erreicht

Frauen in der Finanzbranche haben es weiterhin schwerer beim Aufstieg – und ihr Gehalt ist geringer als das ihrer Kollegen. Während Frauen in Deutschland über alle Branchen hinweg 18 Prozent weniger verdienen als Männer, ist die Kluft in den Geldhäusern besonders groß. Nach Berichten des Handelsblatts, unter Verweis auf das Statistische Bundesamt, liegt der Abstand hier bei 28 Prozent.

Gleichberechtigung im beruflichen Kontext sollte als selbstverständlich umgesetzt werden.
Christiane Michelsen, Kommunikationsdesignerin bei der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg

 

Auch die Sparkassen-Finanzgruppe bemüht sich konstant darum, Defizite auszugleichen und sich von geschlechterungleichen Trends loszumachen. Klar ist: Ohne gezielte Maßnahmen wird sich an der männlichen Dominanz in Führungsebenen nicht viel ändern. Doch Verbände und Institute arbeiten daran, mehr Frauen in führenden Positionen zu bringen.

Viele meiner Mentoren und beruflichen Vorbilder sind Frauen aus dem Unternehmen – Menschen, mit denen ich mich identifizieren kann.
Kanimoli Pavanandarajah, Bankbetriebswirtin der Sparkasse KölnBonn

Eine Methode ist beispielsweise das Cross Mentoring Programm. Mentoring ist eine Personalentwicklungsmaßnahme, bei der eine erfahrene Mitarbeiterin oder ein erfahrener Mitarbeiter Wissen und Erfahrungen an einen weniger erfahrenen Mitarbeiter weitergibt. Potenzialträgerinnen sollen sichtbar gemacht, auf ihrem individuellen beruflichen Karriereweg gestärkt und letztlich ge- und befördert werden.

Die mutigen Anfänge:

  • Im März 1911 gingen erstmals Frauen in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz zum Frauentag auf die Straße. Ziel und Hauptforderung war das Frauenwahlrecht.
  • Nach dem Ende des ersten Weltkriegs erhielten Frauen das aktive und passive Wahlrecht und durften 1919 erstmalig wählen.
  • In der Zeit des Nationalsozialismus erhielt der Kampf für die Gleichberechtigung einen Dämpfer. Der Frauentag wurde verboten, schließlich stand er in sozialistischer Tradition und forderte die Gleichberechtigung und Einbindung der Frau ins Berufsleben - und widersprach damit der NS-Ideologie.
  • In der DDR wurde der 8. März offiziell als „Tag der Frau“ gefeiert – mit verordneten sozialistischen Veranstaltungen.
  • In Westdeutschland gewann der Frauentag Ende der 1960er Jahre wieder an Bedeutung. Mit der Forderung „Das Private ist politisch“ ging es in den Demonstrationen um Gewalt in der Ehe und das Recht, ohne Zustimmung des Ehemanns eine Arbeit aufzunehmen.
  • 1975 erklärten die Vereinten Nationen einen Tag im Jahr offiziell zum Internationalen Frauentag.

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