Wir wachsen

Fünf bis sechs Meter kann der Kiribaum in nur einem Jahr wachsen, ungefähr zehnmal so schnell wie eine Eiche. Das bedeutet viel Holz in wenig Zeit. Grund genug für die WeGrow GmbH, mit dem Kiribaum den Holzmarkt zu revolutionieren – mit Unterstützung der Sparkasse KölnBonn.

„Eigentlich war es zuerst nur ein Hobby“, erzählt Peter Diessenbacher, als er durch das Gewächshaus seines Unternehmens in Tönisvorst bei Düsseldorf geht. Mit prüfendem Blick schaut er sich einige der Jungpflanzen an. Fast einen halben Meter sind sie schon hoch, obwohl sie vor wenigen Wochen noch Setzlinge waren. „Das funktioniert ganz ohne Gentechnologie“, betont Diessenbacher, der an der Universität Bonn seinen Abschluss in Agrarwissenschaften gemacht hat. Im Forschungsbereich „Nachwachsende Rohstoffe“ war er dort danach als Wissenschaftler tätig. In Bonn hat er auch zum ersten Mal einen Kiribaum gesehen. „Der Gedanke, dass ein Baum innerhalb so kurzer Zeit eine so beträchtliche Größe erreichen kann, und er dabei besonders stabiles und zugleich extrem leichtes Holz produziert, hat mich von Anfang an fasziniert.“

Das sei 2005 gewesen, erinnert er sich, während er mit den Fingern über die großen Blätter einer der Jungpflanzen fährt. Ziemlich bald habe er dann begonnen, in seiner Studentenbude die ersten Setzlinge in Töpfe zu pflanzen. Schnell erkannte er mit der aus seiner Schulzeit bekannten Volkswirtin Allin Gasparian das Geschäftspotenzial der Bäume, die ursprünglich aus Japan, China, Korea und anderen asiatischen Ländern stammen. „Wir haben kurzerhand ein Gewächshaus gemietet und rund 15.000 Kiribäume gezüchtet“, erzählt sie. „Die haben wir dann über das Internet verkauft.“ Als die EU schließlich 2009 erlaubte, Bäume auch außerhalb eines Waldes für die Holzwirtschaft anzubauen, entschlossen sich die beiden, die WeGrow GmbH zu gründen und legten eine fünf Hektar große Plantage bei Bonn an.

Um das nachhaltige Geschäft mit den Bäumen wirklich professionell zu betreiben, nahmen sie an dem rheinländischen NUK-Businessplanwettbewerb teil. Dahinter stehen vor allem die Sparkasse  KölnBonn, die Kreissparkasse Köln und  führende Wirtschaftsunternehmen aus der Region. „Dort haben wir mithilfe von Coaches, Rechtsanwälten und Steuerberatern eine erste Ideenskizze zu einem vollständigen Businessplan weiterentwickelt, den Markt analysiert, unsere Vertriebs- und Marketingstratege entwickelt und eine Finanzplanung erstellt“, beschreibt Allin Gasparian den Gründungsprozess ihres Unternehmens.

All ihre Geschäftskonten haben sie seitdem bei der Sparkasse KölnBonn eingerichtet. Auch ihren Fuhrpark sowie ihre Pflanzmaschinen haben sie über das Institut finanziert. „Wir haben bislang nur gute Erfahrungen mit der Sparkasse gemacht“, freuen sich die beiden Unternehmensgründer. „Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in der Begleitung von Unternehmensgründungen konnten uns die Sparkassenberater  von Anfang an sehr gut betreuen“, bringt Allin Gasparian die Qualität der Geschäftsbeziehungen auf den Punkt. Außerdem verlaufe die Zusammenarbeit immer reibungslos: „Schnell, zuverlässig und erfreulich unkompliziert!“ Eine solche Finanzpartnerschaft sei eine der Grundvoraussetzungen, um so schnell wachsen zu können, betont Diessenbacher. Immerhin verfüge WeGrow mittlerweile über knapp 300 Hektar Plantagenfläche in Deutschland und Spanien. Der Unternehmenssitz wurde im Januar 2016 von Bonn nach Tönisvorst verlegt, die Mitarbeiterzahl ist auf zwölf Festangestellte und rund 30 Saisonkräfte gestiegen. Ihr Berater bei der Sparkasse KölnBonn, Martin Gaebler, bestätigt das gute Geschäftsverhältnis: „Das nachhaltige Konzept von WeGrow hat uns sofort gefallen. Außerdem haben uns Frau Gasparian und Herr Diessenbacher von Anfang an durch ihre Professionalität beeindruckt.“

Für die Zukunft kann man sich bei WeGrow weitere Betriebsstätten in Portugal und Frankreich vorstellen. „Außerdem möchten wir bald über den Anbau hinaus in eine eigene Verarbeitung einsteigen“, sagt Diessenbacher, als er das Gewächshaus hinter sich schließt. Dazu gehören neben Möbeln auch Gebrauchsobjekte wie Vasen, Skier oder Surfbretter.