Jeden Dienstag fährt die Sparkasse vor

Wenn die Kunden nicht zur Sparkasse kommen können, dann kommt eben die Sparkasse zu den Kunden. Wie das geht? Lesen Sie selbst: Wir waren unterwegs mit einer 240 PS starken Geschäftsstelle.

Die zehn Minuten Fußweg schafft sie auch mit 77 Jahren noch locker. Den Berg hinunter, vorbei an der Kirche bis zu dem kleinen Platz neben dem Supermarkt – dann ist Hilde Heinemann am Ziel: der Sparkasse. „Es ist wichtig, dass ich Bankgeschäfte im Ort erledigen kann, denn ich habe keinen Führerschein“, sagt Heinemann. Immer wieder dienstags geht die Rentnerin diesen Weg. Dienstag ist der Tag, an dem die Sparkasse in ihrer Heimat Laudenbach vorfährt.

Es ist keine gewöhnliche Filiale, in der sie Geld abhebt und überweist. Die Sparkasse von Laudenbach hat acht Räder und 240 PS.

Der weiße Lkw mit dem Kennzeichen „ESW-SP-133“ nennt sich ÜberlandSparkasse und gehört der Sparkasse Werra-Meißner. Vor fünf Jahren kaufte das Bankinstitut aus dem Nordosten Hessens den 13,5-Tonner und baute den Auflieger zur mobilen Filiale um: Links an der Wand steht das Multifunktionsterminal für Überweisungen und Kontoauszüge, geradezu der Geldautomat, rechts geht es zum Servicepoint und in den Beratungsraum. Hier werden alle Dienstleistungen rund um das Sparkassen-Finanzkonzept angeboten. Der gesamte Lkw ist via Satellit mit dem Sparkassen-Rechenzentrum vernetzt. Gesamtkosten: 750.000 Euro.

Zahlreiche weitere Sparkassen, zum Beispiel in Euskirchen, Neu-Ulm-Illertissen und in der Region um Kiel, nutzen ähnliche Fahrzeuge. Was steckt hinter den mobilen Filialen?

Der weiße Lkw mit dem Kennzeichen „ESW-SP-133“ nennt sich ÜberlandSparkasse und gehört der Sparkasse Werra-Meißner. Vor fünf Jahren kaufte das Bankinstitut aus dem Nordosten Hessens den 13,5-Tonner und baute den Auflieger zur mobilen Filiale um: Links an der Wand steht das Multifunktionsterminal für Überweisungen und Kontoauszüge, geradezu der Geldautomat, rechts geht es zum Servicepoint und in den Beratungsraum. Hier werden alle Dienstleistungen rund um das Sparkassen-Finanzkonzept angeboten. Der gesamte Lkw ist via Satellit mit dem Sparkassen-Rechenzentrum vernetzt. Gesamtkosten: 750.000 Euro.

Ein Grund ist der demografische Wandel. Beispiel Werra-Meißner-Kreis: Pro Jahr verlassen circa 900 Menschen die Region. Bis 2035 wird die Bevölkerung laut Prognosen von aktuell knapp 100.000 auf 79.000 Einwohner schrumpfen. Im Jahr 2000 hat die Sparkasse Werra-Meißner die Zahl ihrer Filialen auch deshalb von 40 auf heute 19 reduziert. Auch in Laudenbach wich die Filiale zwischenzeitig einer Selbstbedienungs-Filiale ohne Personal. „Für mich war das keine optimale Lösung. Ich spreche gerne persönlich mit meinem Kundenberater“, sagt Hilde Heinemann, die seit ihrer Geburt in Laudenbach lebt.

„Für mich war die Selbstbedienungsfiliale keine optimale Lösung. Ich spreche gerne persönlich mit meinem Kundenberater“, sagt Hilde Heinemann.

„Mit der Überlandsparkasse festigen wir bestehende Kundenverbindungen und gewinnen neue Kunden im ländlichen Raum. Das ist unsere Interpretation einer Wachstumsstrategie“, sagt Frank Nickel, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Werra-Meißner. Neun Dörfer, alle um die 1000 Einwohner groß, steuert der Lkw an fünf Tagen in der Woche an. Aus der nächstgelegenen Filiale reisen die Mitarbeiter an – sie kennen ihre Kunden oft persönlich. Bei Hilde Heinemann in Laudenbach parkt der Lkw immer neben dem Supermarkt. „Erst gehe ich zur Sparkasse, dann kaufe ich ein. Für mich ist das die Bestätigung, dass ich trotz meines Alters selbstständig bin.“

Jeden Dienstag fährt die Sparkasse vor

Ein Tag mit der ÜberlandSparkasse im Video