Eine neue Mitte für das Dorf

Wie kann die Sparkasse auch in ländlichen Regionen für ihre Kunden da sein? Mit dieser Frage hat sich der Ostdeutsche Sparkassenverband beschäftigt und ein Modell entwickelt: Die „Große Emma“ im sächsischen Zabeltitz vereint mehrere Dienstleister unter einem Dach.

Zabeltitz macht gleich auf den ersten Blick Eindruck: St.-Georgen-Kirche, Palais, Altes Schloss, Barockgarten. Eine prächtige Kulisse in der historischen Mitte des Dorfes, das nördlich von Dresden liegt und 1.000 Einwohner zählt. Dennoch kämpft Zabeltitz wie viele ländliche Gemeinden in Deutschland mit einem Problem: Für Post- und Sparkassenfilialen oder Versicherungen lohnt es sich oft kaum noch, vor Ort präsent zu sein – zu wenige Menschen nutzen ihr Angebot.  

Das liegt daran, dass Landbewohner in die Städte abwandern. Und auch im ländlichen Raum begleichen viele ihre Rechnungen online, verschicken Mails anstelle von Briefen und schließen Policen im Netz ab. Verbraucher lassen sich darüber hinaus seltener beraten, sie informieren sich selbst. 

Gemeinsam mit der Sparkasse Meißen hat der Ostdeutsche Sparkassenverband daher ein Konzept namens „Große Emma“ entwickelt, in Anlehnung an den „Tante-Emma-Laden“. Kern der Idee: Mehrere Dienstleister nutzen dieselben Räume, jedoch zu unterschiedlichen Zeiten. So bleiben sie erreichbar und senken gleichzeitig ihre Kosten. In Zabeltitz ist die Große Emma ein frisch saniertes, barrierefreies Haus an der Hauptstraße. Daneben liegt ein Getränkehandel, gegenüber ein Supermarkt. 

Unter ihrem Dach vereint die Große Emma derzeit acht Dienstleister. Ein Friseursalon hat ein Drittel der Fläche gemietet, an fünf Tagen geöffnet und kümmert sich zusätzlich um einen gemeinsamen Paketshop von drei Versandunternehmen – eine deutschlandweit einmalige Kooperation. Den kleinen Beratungsraum teilt sich die Sparkasse Meißen mit dem Lohnsteuerhilfeverein und der Diakonie. Die Sparkassenfiliale ist zwei Mal in der Woche geöffnet, an den anderen Tagen sitzen die Mitarbeiter des Lohnsteuerhilfevereins oder der Diakonie am selben Schreibtisch. Im Sozialraum, dem großen Zimmer mit Schaufenstern zur Straße hin, steht außerdem ein Bücherregal der örtlichen Bibliothek.

In diesem Raum treffen sich gerade Ralf Krumbiegel, Pressesprecher der Sparkasse Meißen, und Martina Heinze, ehrenamtliche Seniorenbetreuerin. Bei einem Kaffee besprechen sie die Pläne von Frau Heinze, die demnächst ein monatliches Treffen für die älteren Bürger von Zabeltitz im Sozialraum organisieren will. Die Sparkasse Meißen unterstützt Martina Heinze. „Ich hoffe, dass die Große Emma auch dadurch noch weiter wächst“, so Ralf Krumbiegel.

Die Chancen stehen gut: Je zahlreicher und unterschiedlicher die Angebote sind, desto lebendiger geht es zu im Haus. Die Große Emma kann sich so in der Tradition der „Tante-Emma-Läden“ zum sozialen Mittelpunkt im Dorf entwickeln. Dafür spricht auch eine weitere Entwicklung: Für Familien ist Zabeltitz anscheinend wieder attraktiv, mittlerweile sind Kindergartenplätze im Ort bereits zu einem knappen Gut geworden. Gegen den demografischen Trend der Region wächst die Bevölkerung Zabeltitz in letzter Zeit wieder.

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