Teurer Kaffee: Darum steigen die Preise

Schlechte Ernten, politische Unruhen und die Folgen der Pandemie

Alles wird teurer – auch der Kaffee. Nach Erkenntnissen von Expertinnen und Experten sollen sich die Preise für das Lieblingsgetränk vieler Menschen in Deutschland ab dem 21. Februar 2022 stark erhöhen. Wie hoch die Preise steigen und welche Gründe es dafür gibt.

Ein Mann schlürft seinen Kaffee

Das Wichtigste in Kürze:

  • Kaffee ist ein Dauerbrenner in Deutschland und das Lieblingsgetränk vieler Menschen. Pro Kopf werden hierzulande jährlich 164 Liter getrunken.
  • Nach Angaben von Expertinnen und Experten sollen die Preise ab dem 21. Februar 2022 deutlich steigen. Je nach Herkunftsland und Sorte kann pro Pfund mit 50 Cent bis 1,30 Euro mehr gerechnet werden.
  • Angebaut werden die beliebten Bohnen überwiegend in Südamerika. Schlechte Ernten im vergangenen Jahr, politische Unruhen und durch die Corona-Pandemie ausgelöste Lieferengpässe erschweren derzeit das Geschäft und treiben die Preise nach oben.  

Kaffee ist das Lieblingsgetränk vieler Menschen

Die beliebten Bohnen schmecken nicht nur gut und machen wach, sondern sind vor allem eins: Gewohnheit. Hierzulande gehört der Kaffee am Morgen einfach dazu. Pro Kopf trinken die Menschen in Deutschland jährlich um die 164 Liter – in verschiedenen Variationen. Der klassische Filterkaffee ist dabei am beliebtesten.

Kaffeepreise steigen weiter

Umso ärgerlicher für viele Verbraucherinnen und Verbraucher, dass nun die Preise für das Heißgetränk weiter steigen sollen. Bereits im vergangenen Jahr mussten Café- und Restaurantbetreiberinnen und -betreiber die Preise für Cappuccino, Latte Macchiato oder Café Crema anheben. Im November 2021 knackten die Kaffeepreise dann ein zehnjähriges Rekordhoch. Anfang Dezember kostete das Pfund 2,50 US-Dollar.

Verschiedene Faktoren begünstigen den Höhenflug

Die zwei weltweit verkauften Bohnenarten oder Kaffeegruppen, Robusta und Coffea Arabica, werden überwiegend in Südamerika produziert – besonders in Brasilien und Kolumbien. Indonesien und Vietnam werden allerdings als Zulieferer ebenfalls immer wichtiger.

Besonders die Schwierigkeiten in Brasilien und Kolumbien tragen zu den steigenden Preisen bei. Ernteausfälle, Frost und politische Unruhen sowie die Folgen der Corona-Pandemie erschweren den Anbau und Transport. Durch knappe Rohstoffe, Lieferengpässe und Verzögerungen in der Logistik kann das Angebot die Nachfrage nicht mehr decken – Kaffee verknappt sich.

Handelsexpertinnen und -experten gehen davon aus, dass mit einer Besserung der logistischen Schwierigkeiten erst ab Mitte des Jahres gerechnet werden kann. Dadurch wird sich die weitere Erhöhung der Kaffeepreise in Deutschland vermutlich vorerst nicht verhindern lassen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Ja. Ab dem 21. Februar 2022 soll Kaffee nochmals teurer werden. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass mit 50 Cent bis 1,30 Euro mehr gerechnet werden muss.

Schlechte Ernten sowie politische Unruhen in den südamerikanischen Staaten Brasilien und Kolumbien tragen einen großen Teil zu den Preissteigerungen bei. Die Coronakrise tut ihr Übriges. Transportschwierigkeiten und Lieferengpässe sorgen dafür, dass das Angebot die Nachfrage nicht mehr decken kann.

Das lässt sich pauschal nicht sagen und hängt sowohl vom Herkunftsland als auch der Sorte des Kaffees ab.

Tchibo beispielsweise kann den Verkaufspreis selbst festlegen. Das liegt daran, dass die Ware nur in 900 eigenen Geschäften sowie 24.300 Depots in Supermärkten verkauft wird.

Die Preise für andere Kaffeemarken hängen von den Verhandlungen zwischen Supermarkt- und Discountergrößen wie Rewe, Edeka, Lidl und Aldi und den Branchengrößen auf dem Kaffeemarkt wie Nestlé, Dallmayr, Jacobs und Melitta ab.

Der Kaffeepreis setzt sich aus ganz unterschiedlichen Komponenten zusammen.

Dazu gehören Löhne für Arbeiterinnen und Arbeiter, Plantagenbesitzerinnen und -besitzer sowie Händlerinnen und Händler. Auch die Bezahlung der Röstereien und des Einzelhandels müssen berücksichtigt werden. Den größten Teil machen jedoch Steuern, Zölle und der Transport aus.

Außerdem: Kaffee aus fairem Handel beispielsweise ist grundsätzlich etwas teurer als handelsüblicher Kaffee, da beim Anbau und der Bezahlung auf faire Bedingungen geachtet wird.

(Stand: 16.02.2022)


Mit mehr Abstand als gewohnt. Aber genauso nah. Erreichen Sie jetzt Ihre Sparkasse vor Ort.