Entlastungspaket der Regierung: Das 9-Euro-Ticket kommt

Die 7 wichtigsten Fragen und Antworten

90 Tage lang Bus und Bahn für nur 9 Euro im Monat nutzen – das verspricht der Vorstoß der Bundesregierung als Teil des Entlastungspakets. Wir beantworten Ihnen die wesentlichen Fragen rund um die Vergünstigung im öffentlichen Personennahverkehr. 

Eine Frau mit FFP2-Maske steigt in einen Bus

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das geplante 9-Euro-Ticket zur Entlastung von Bürgerinnen und Bürgern soll ab dem 1. Juni 2022 verfügbar sein und für drei Monate gelten.
  • Der Verkauf soll überwiegend online stattfinden. Für Menschen ohne Online-Zugang ist jedoch der Verkauf in Kundencentern oder an Fahrkartenautomaten angedacht.
  • Für Abonnentinnen und Abonnenten von Jahrestickets ist ein „Treuebonus“ geplant. Die Vergünstigung soll entweder beim Bankeinzug abgezogen oder nach bereits abgebuchter Zahlung rückerstattet werden. 

Bürgerinnen und Bürger sollen entlastet werden

Das 9-Euro-Ticket ist Bestandteil des Entlastungspakets, auf das sich die Bundesregierung bereits am 24. März 2022 geeinigt hat. Eine Energiepreispauschale von 300 Euro, ein Kinderbonus sowie ein Tankrabatt sind zudem inbegriffen.

Mit dem 9-Euro-Ticket soll der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) für Bürgerinnen und Bürger für drei Monate günstiger werden und sie angesichts der derzeit drastisch hohen Energiepreise entlasten. Die Umsetzung ist bundesweit von Juni bis August 2022 geplant – die Durchführung ist allerdings derzeit noch mit Schwierigkeiten und Einnahmeausfällen für die Verkehrsunternehmen verbunden. 

Warum gibt es das 9-Euro-Ticket?

Das 9-Euro-Ticket ist Bestandteil des Entlastungspakets des Bundes und soll den ÖPNV für Bürgerinnen und Bürger zumindest auf Zeit vergünstigen. Die Verkehrsbranche sieht darin aber auch die Chance auf Anreize für Neukundinnen und -kunden – besonders nach dem starken Fahrgastrückgang durch Corona. 

Was beinhaltet das 9-Euro-Ticket?

Die Vergünstigung soll bundesweit und städteübergreifend für den Nah- und Regionalverkehr gelten. Wer sich beispielsweise in Berlin ein Ticket kauft, soll auch die Busse und Bahnen in anderen Städten damit nutzen können. Auch Fähren sind inbegriffen. Ein gesondertes Kinderticket wird es nicht geben – Kinder, die jünger sind als sechs Jahre, fahren grundsätzlich kostenlos. 

Welche Verkehrsmittel sind ausgeschlossen?

Es gibt Ausnahmen. So kann das 9-Euro-Ticket beim Regionalverkehr genutzt werden, nicht allerdings beim Fernverkehr der Deutschen Bahn. Dazu zählen ICE, IC oder EC. Außerdem können Fahrräder nicht kostenlos mitgenommen werden. 

Wo kann ich ein 9-Euro-Ticket kaufen?

Anfangs war geplant, das 9-Euro-Ticket ausschließlich online anzubieten, um die Digitalisierung voranzubringen. Jedoch schließt das Personen ohne Online-Zugang aus. Daher soll das vergünstigte Ticket auch regulär über Kundencenter und Fahrkartenautomaten angeboten werden. Wie genau das umgesetzt werden kann, wird derzeit allerdings noch diskutiert.  

Was passiert, wenn ich ein Fahrkarten-Abonnement besitze?

Wer ein Fahrkarten-Abonnement besitzt, muss sich keine Sorgen machen, die Vergünstigung zu verpassen. Abonnentinnen und Abonnenten sollen einen „Treuebonus“ erhalten und sich um nichts kümmern müssen. Der Bankeinzug soll verringert oder eine bereits getätigte Zahlung rückerstattet werden. Auch für Studierende, Seniorinnen und Senioren sowie Schülerinnen und Schüler wird nach einer Lösung gesucht.

Woher kommt das Geld für die Tickets?

Die Bundesregierung stellt für die Finanzierung des vergünstigten Monatstickets insgesamt 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Laut dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen sei es wichtig, dass das Geld vor dem Start bei den Unternehmen ankäme. Die Länder fordern zudem weitere Hilfen für die Verkehrsunternehmen. Sonst bestünde die Gefahr, dass die Tarifpreise nach Ablauf des 9-Euro-Tickets nach oben schießen. 

Muss ich mit überfüllten Bussen und Zügen rechnen?

Es kann durchaus sein, dass Busse und Bahnen deutlich voller sein werden. Das liegt auch daran, dass das 9-Euro-Ticket fast zeitgleich mit dem Pfingstwochenende und den Schulferien startet: Wer Geld sparen möchte, fährt mit einer Regionalbahn oder mehreren regionalen Verbindungen in den Urlaub. Zusätzliche Busse und Züge können aufgrund mangelnder Kapazitäten eher nicht erwartet werden.

(Stand: 26.04.2022)


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