Für 49 Euro monatlich: Das "Deutschlandticket" kommt

Verkehrsministerien einigen sich auf bundesweites Nahverkehrsticket

Bund und Länder haben sich auf eine Nachfolgelösung des 9-Euro-Tickets verständigt. Das bundesweit geltende Ticket soll 49 Euro kosten und bestenfalls ab März 2023 eingeführt werden. In der Finanzierungsfrage wurde eine Einigung gefunden. Einige offene Punkte gilt es jedoch noch zu klären.

Mann steht auf einem Bahnhof und schaut aufs Handy

Für 27 Euro drei Monate lang deutschlandweit unbegrenzt reisen – so günstig war der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) noch nie. Das 9-Euro-Ticket war mit rund 52 Millionen verkauften Rabatttickets derart erfolgreich, dass sowohl die Bundes- als auch die Landesregierungen daran anknüpfen wollen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bund und Länder einigen sich auf einen Nachfolger des beliebten 9-Euro-Tickets.
  • Das Monatsabo soll 49 Euro kosten und im Idealfall ab März 2023 eingeführt werden.
  • Das Ticket soll deutschlandweit gültig sein.

Das Nachfolgeticket soll schnellstmöglich kommen

Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten haben sich mit dem Bundeskanzler geeinigt das Ticket schnellstmöglich einzuführen. Der 1. Januar 2023, wie ursprünglich angepeilt, wird es jedoch nicht werden. Aktuell steht als Startdatum der 1. März 2023 im Raum.



Für 49 Euro monatlich durch ganz Deutschland – das beinhaltet das Ticket

Die Fahrkarte soll wie das 9-Euro-Ticket bundesweit im Nahverkehr gelten, also in

  • Linienbussen,
  • S- und U-Bahnen,
  •  Straßenbahnen sowie in
  • Regional- und Regionalexpresszügen (2. Klasse).

In Fernzügen wie ICE, IC, oder EC gilt das Ticket nicht. Es soll personalisiert, also nicht übertragbar, und monatlich kündbar sein.

Anders als beim 9-Euro-Ticket soll es das 49-Euro-Ticket nur im digitalen Abo geben. Der Fahrschein kann also nicht am Automaten oder am Schalter gekauft werden, sondern ist nur in den gängigen Apps und auf den Webseiten der Verkehrsverbünde erhältlich.

Struktur des neuen Tickets – jetzt teilweise auch für Fernbusse

Das alte 9-Euro-Ticket galt in Linien-, aber nicht in Fernbussen. Die Fahrgastzahlen in Fernbussen seien in den drei Sommermonaten wegen des günstigen Tickets massiv eingebrochen – teils bis zu über 60 Prozent, beklagten Anbieter laut Branchenverband der privaten Busunternehmen.

Flixbus hat als erstes Busunternehmen im September 2022 bekannt gegeben, sein nationales Fernbusangebot für Nutzerinnen und Nutzer eines Nachfolgetickets der 9-Euro-Variante bereitzustellen – stellt aber einige Bedingungen. Gespräche mit der Politik in Bund und Ländern laufen. Das Unternehmen wolle damit die Lücke zwischen Regional- und Fernverkehr schließen. Vor allem im ländlichen Raum, wo der Fernbus oft die einzig verfügbare Alternative zum Pkw sei, entstünde dadurch künftig ein Mehrwert für Millionen Menschen.

Bevölkerungsbefragung: So viel darf ein Nachfolgeticket kosten

Ein Großteil der Bevölkerung wäre grundsätzlich bereit, einen Preis von rund 50 Euro für eine Nachfolgelösung des 9-Euro-Tickets zu zahlen. Das ergab die Studie „Mobilität.Leben“  der Technischen Universität München (TUM). Die Zahlungsbereitschaft hänge dabei vor allem von der individuellen finanziellen Situation der Menschen ab. Personen mit höheren Einkommen können sich laut der Studie vorstellen, bis zu 15 Euro mehr im Monat zu bezahlen als Menschen mit niedrigeren Einkommen.

Wie wird das neue Ticket finanziert?

Anders als beim 9-Euro-Ticket wird das „Deutschlandticket“ nicht nur vom Bund, sondern auch durch die Länder finanziert. Aktuell müssen die jeweiligen Landtage der Finanzierung zustimmen und das Geld bereitstellen. Zeitgleich müssen zahlreiche regionale Verkehrsverbünde in Deutschland den Verkauf und Vertrieb des Tickets organisieren. Beide Verfahren könnten sich ziehen.

Hier lohnt sich das 49-Euro-Ticket am meisten

Ein Ticket im Wert von 49 Euro bedeutet vor allem für die Stadtgebiete teils erheblichen Rabatt. In Hamburg (Ersparnis: 65,30 Euro), Köln (Ersparnis: 60,70 Euro) und Nürnberg (Ersparnis: 45 Euro) würden die Menschen am meisten Geld sparen.

Weniger lohnen würde sich so ein Rabattticket in München (Ersparnis: 10,10 Euro) oder Bremen (Ersparnis: 18,80 Euro).

(Stand: 03.11.2022)


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