Cross Mentoring für Frauen

Touché

Warum sollten die Sparkassen ihre Mitarbeiterinnen fördern? Gerade, wenn es um Führungspositionen geht? Weil sie von Können und Know-how dieser Frauen sehr profitieren. Das sagen Margareta Rieck, Gleichstellungsbeauftragte des RSGV, und Ina Begale, dort zuständig für personalwirtschaftliche Grundsatzfragen. Gemeinsam mit der Sparkassenakademie Nordrhein-Westfalen entwickelten sie für die rheinischen Sparkassen ein zwölfmonatiges Cross Mentoring-Programm für weibliche Nachwuchskräfte.

In der ersten Runde des Programms trafen sich 19 weibliche Mentees und ihre Mentorinnen beziehungsweise Mentoren ein Jahr lang im Rahmen einer unternehmensübergreifenden Partnerschaft. Das Ziel: Die weiblichen Nachwuchskräfte auf ihrem Karriereweg in den rheinischen Sparkassen zu fördern und die Sparkassen dabei zu unterstützen.

file
Frau Rieck und Frau Begale, Sie sind die Expertinnen auf dem Gebiet des Cross Mentorings für Frauen im RSGV. Seit wann und warum ist das ein Thema in Ihrem Verband?

Ina Begale: Auf Basis der Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage haben wir mit Vertreterinnen und Vertretern der rheinischen Sparkassen im Sommer 2016 einen Workshop initiiert. Sehr schnell wurde deutlich, dass Frauenförderung nicht nur aus frauen- beziehungsweise gesellschaftspolitischer Sicht erwünscht, sondern auch betriebswirtschaftlich sinnvoll ist. So entstand der Auftrag an uns, ein Cross Mentoring-Programm ins Leben zu rufen.

Wie ist die derzeitige berufliche Situation der Frauen in den rheinischen Sparkassen?

Margareta Rieck: Ganz allgemein betrachtet: Die rheinischen Sparkassen sind „weiblich“. Das Verhältnis der weiblichen zu den männlichen Angestellten ist 60 zu 40. Doch die Männer dominieren bereits in den unteren Führungsetagen. Und ganz oben beträgt der weibliche Anteil nur noch rund sieben Prozent.  Dabei gibt es bei den rheinischen Sparkassen sehr gut ausgebildete und hoch talentierte weibliche Nachwuchskräfte.

Frauen und Männer auf Dachterrasse
Leistungswille trifft Erfahrung: Die Mentees der rheinischen Sparkassen mit ihren Mentorinnen und Mentoren
Was sind die zentralen Stolpersteine für Frauen auf dem Weg nach oben?

Rieck: Es gibt einige Stolpersteine, zum Beispiel die Teilzeitarbeit. Sobald eine Frau in Teilzeit geht, entsteht ein Karriereknick. Dieses Modell passt offensichtlich nicht zum Führungsgedanken. Hier wird oft hundertprozentige Anwesenheit erwartet.

Begale: Allerdings ist dieser Gedanke häufig auch bei jungen Müttern vorhanden, die sich qualifizierte Teilzeitarbeit nicht vorstellen können oder sie sich nicht zutrauen. Einige Sparkassen müssen richtiggehend kämpfen, um sie davon zu überzeugen, dass sich Karriere mit Familie vereinbaren lässt.

Rieck: Weitere Stolpersteine sind, dass Frauen weniger erfolgreich netzwerken, kaum weibliche Vorbilder haben und sich bestimmte Aufgaben gar nicht erst zutrauen.

Welche Rolle spielt das Mentoring vor diesem Hintergrund?

Rieck: Mentoring bedeutet, den Mentees eine erfahrene Person zur Seite zu stellen, ganz gleich ob Frau oder Mann. Der Austausch soll den Mentees helfen, ihre Situation zu bestimmen und davon ihre beruflichen Ziele ableiten zu können.

Was sind die Ziele Ihres Programms?

Begale: Wir wollen die Frauen stärken, ihre Qualitäten sichtbar machen und ihnen für eine begrenzte Zeit eine Bühne geben.

Rieck: Zusätzlich haben wir ein sehr anspruchsvolles Rahmenprogramm in den Bereichen Kultur, Sport und Etikette entwickelt. Damit wollen wir den Frauen zum einen neue Impulse geben, weil der Blick über den Tellerrand das Gewinnen neuer Erkenntnisse fördert. Zum anderen wollen wir die Netzwerkidee fördern, getreu dem Motto: Gemeinsames Erleben verbindet.

Begale: Beim sportlichen Rahmenprogramm haben die Mentees bei einem ehemaligen Europameister einen Schnupperkurs im Säbelfechten absolviert. Im Bereich der Kultur haben wir sie in das Düsseldorfer Museum der jüngsten Kunstmäzenin Deutschlands eingeladen. Anschließend hat eine erfolgreiche Sparkassen-Managerin darüber berichtet, wie es ihr gelingt, Privat- und Berufsleben miteinander zu verbinden. Diese Art Vorbilder hilft den Frauen.

Worin sehen Sie die Stärken?

Begale: In den Tandembeziehungen. Eine Leiterin Marketing trifft einen Vorstand, die Nachwuchskräfte kleinerer Sparkassen treffen auf Führungspersonen aus Großsparkassen. Im Klartext: Leistungswille trifft Erfahrung.

Rieck: Die Tandembeziehung ist das Herzstück des Mentorings. Wichtig ist in dem Zusammenhang, dass jede Mentee hier Verantwortung für sich übernimmt. Dass sie also nicht konsumiert, sondern genau signalisiert, welche Form von Unterstützung sie braucht.

Worin besteht der Mehrwert des Programms für die Sparkassen?

Rieck: In der Arbeitgeberattraktivität nach außen und nach innen: Mit Cross Mentoring können die Sparkassen weibliche Nachwuchskräfte an sich binden und neue gewinnen. Auch die Mentorinnen und Mentoren profitieren von dem Programm, weil sie über die Mentees andere Perspektiven kennenlernen.

Fechtschülerinnen mit Lehrern
Sportliches Rahmenprogramm: Schnupperkurs im Säbelfechten bei einem ehemaligen Europameister
Würden Sie das Programm als Erfolg bezeichnen?

Begale: Ja. Aus drei Gründen: Das Programm hat bereits in seiner ersten Runde das Gütesiegel der Deutschen Gesellschaft für Mentoring erhalten. Die Rückmeldungen sind bislang sehr positiv. Und wir haben schon seit ein paar Monaten Anfragen für die zweite Runde, die im Frühjahr 2019 starten wird.

Krefeld: Bildung im Zoo

R wie Rüssel, Raubtier – und Respekt

Haben Elefanten wirklich ein so langes Gedächtnis? Warum sind Leoparden gefleckt? Und: Schmetterlinge können sprechen? Antworten auf all diese Fragen – aber auch darauf, wie jedes Tier auf seine Weise uns Menschen ähnlich ist – vermittelt der Krefelder Zoo seinen Besucherinnen und Besuchern.

Artenerhalt im Zoo

Die Arche Noah von Krefeld

Die Zeit, in der Zoos Orte reiner Tierschau waren, ist lange vorbei. Heute setzen sie auf artgerechte Haltung und tragen entscheidend zum Erhalt bedrohter Tierarten bei. So auch der Krefelder Zoo – sehr zur Freude seiner Besucherinnen und Besucher.