Über Geld spricht man doch

Seit mehr als vierzig Jahren vermitteln Sparkassen Wissen über Wirtschaft und Finanzen – ganz ohne Werbung. In Wuppertal lernen Schüler zum Beispiel, wie man im Alltag mit Geld umgeht.

Für die zehnte Klasse der Wuppertaler Ganztagshauptschule aus dem Stadtteil Uellendahl ist heute ein ungewöhnlicher Tag. Der Unterricht findet nicht in der Schule statt und vor der Klasse steht kein Lehrer. Sondern ein Mann im dunklen Anzug, roter Krawatte und einem grauen Namensschild mit Sparkassen-Logo. Der Mann heißt Remo Radtke, arbeitet in der Sparkasse Wuppertal und hat sich für die nächsten eineinhalb Stunden vorgenommen, mit den 15- bis 16-jährigen Schülern eine große Frage zu beantworten: Wie geht man mit Geld um?

Mit dem „Sparkassen-SchulService“ unterstützen Sparkassen bereits seit 1975 nicht nur in Wuppertal, sondern in ganz Deutschland die Schulen dabei, ihre Schüler zu wirtschaftlich kompetenten Menschen zu machen, die ökonomische Zusammenhänge verstehen. Radtke fragt Dinge wie „Was sind eure Träume und Wünsche?“, „Was sind Zinsen?“, erklärt den Unterschied zwischen Lastschrift und Dauerauftrag und warum ein Kredit für ein Haus in Wuppertal sinnvoller ist als ein Kredit für einen Urlaub in der Südsee. Immer wieder gehen die Arme der Schüler hoch, um die Geldfragen von Remo Radtke zu beantworten.

Die neunzig Minuten Finanzbildung in der Zentrale der Sparkasse Wuppertal sind für die Schüler eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag. Für Remo Radtke sind sie die beste Art, um den Bildungsauftrag der Sparkassen in die Praxis umzusetzen. Dieser Auftrag steht in den „Sparkassengesetzen“ der Bundesländer oder den Satzungen der einzelnen Sparkassen.

„Wir wollten hier in der Region in Sachen Finanzbildung wirklich was bewegen, vor allem für junge Leute“, sagt Radtke. Deshalb sitzt er meist nicht an seinem Schreibtisch in der Sparkasse, sondern gibt Grundkurse in Sachen Finanzen, wie heute der zehnten Klasse aus Uellendahl, und ist in ganz Wuppertal unterwegs. In Hauptschulen, Gesamtschulen und Gymnasien und für das Planspiel Börse, mit dem Jugendliche lernen, wie Börsen und Geldanlagen funktionieren.

„Der Unterricht muss lebensnah sein“

Dabei geht es nicht darum, Produkte oder Kreditinstitute zu empfehlen. Radtke nennt in seiner Veranstaltung nur allgemeine Begriffe wie „Girokonto“, „Kredit“ oder „Sparen“ und bietet keine Beratung an. Die Verbraucherzentralen bewerteten die Materialien des Sparkassen-SchulService wegen ihrer pädagogischen Qualität als sehr gut. Die UNESCO zeichnete den Sparkassen-SchulService im Rahmen des Projekts „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ aus. 

Neunzig Minuten sind schnell vergangen. Radtke und die Schüler haben über Smartphones und Autos, über Schulden und Finanzierungen gesprochen und darüber, wozu wir Geld eigentlich brauchen.

Beispiel Smartphone: Kostet ja nur 1 Euro. Denken zumindest einige. Gemeinsam rechnen dann alle durch, dass sie das Telefon über den Vertrag abzahlen und es am Ende nicht 1 Euro, sondern 700 Euro kostet. „Der Unterricht muss lebensnah sein, nur so erreiche ich junge Menschen mit diesem Thema“, sagt Radtke.

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