So geht glücklich

Das können wir von zwei der ältesten Sparkassenmitarbeiterinnen lernen

Anni Brenner und Johanna Rühl kennen sich nicht. Trotzdem verbindet die ehemaligen Sparkassen-Mitarbeiterinnen eine Menge miteinander: Beide wachsen in unsicheren Zeiten und zwischen zwei Weltkriegen auf. Beide finden dennoch ihren eigenen Weg, sind beruflich unabhängig – nicht gewöhnlich für Frauen damals. Und heute? Die 102-jährige Anni Brenner und die 96 Jahre alte Johanna Rühl blicken zufrieden auf ihr Leben zurück. Wir verraten Ihnen, was wir von den beiden Frauen lernen können.

Was wünschen Sie sich für den Moment, in dem Sie irgendwann auf Ihr Leben zurückblicken? Dass Sie immer ein tolles Auto hatten? Das neueste Handy? Oft sind doch genau die Dinge besonders wertvoll, die man nicht kaufen kann. Freiheit, Selbstbestimmung, Liebe und besondere Erlebnisse. Das wissen auch Anni Brenner und Johanna Rühl.

Anni Brenner – die älteste Ehemalige der Frankfurter Sparkasse

So geht glücklich

Kaum zu glauben, dass diese Frau bereits 102 Jahre alt ist! Genau das schießt einem durch den Kopf, wenn man Anni Brenner trifft. Die ehemalige Sparkassenmitarbeiterin ist aufgeweckt und sprüht vor Lebensfreude. Und das, obwohl ihr Leben nicht immer einfach war. Sie wuchs ohne Vater auf, verlor in ihrer Kindheit zwei Mal fast das eigene Leben und im Erwachsenenalter erst ihren Verlobten und dann den Ehemann. Trotzdem verließ sie nie der Mut. Anni Brenner kannte früh ihre Stärken und Leidenschaften – das Rechnen und Reisen – und gestaltete sich das Leben nach ihren Vorstellungen.

Johanna Rühl – aus der Nassauischen Sparkasse nicht wegzudenken

So geht glücklich

Johanna Rühl ist 96 Jahre alt. Schon das ist ein Grund zum Staunen. Denn die zierliche Frau wirkt um einiges jünger. Bewundernswert ist auch, dass sie sich erst im vergangenen Monat in die wohlverdiente Rente verabschiedete. 75 Jahre bei der Nassauischen Sparkasse liegen hinter ihr. Bereits mit 19 begann sie dort ihre Laufbahn als Stellvertreterin ihres Vaters, der das Büro der Sparkasse leitete. Nach dessen Tod übernahm sie seine Nachfolge und ging bis zuletzt in ihrer Arbeit auf. Kopfrechnen und Selberdenken lagen ihr schon immer gut. In den Rest sei sie reingewachsen, sagt sie heute. Vor allem der Kontakt mit Menschen bereicherte die 96-jährige immer. Gerade in schwierigen Zeiten, etwa als ihr Mann nach nur wenigen Jahren Ehe und kurz darauf ihr Sohn verstarb.

Das können wir von Anni Brenner und Johanna Rühl lernen

So geht glücklich

Anni Brenner und Johanna Rühl verbindet neben ihrem hohen Alter, ihrer Karriere bei einer Sparkasse oder den früh verstorbenen Ehepartnern vor allem ihre Einstellung zum Leben. Wir verraten Ihnen, was Sie von den beiden tollen Frauen lernen können:

1.     Sich auf Veränderungen einlassen
Die Welt verändert sich jeden Tag. Wenn Sie sich bei sich selber umsehen, werden Sie feststellen: Heute ist nichts mehr so wie gestern. Und das ist in vielen Fällen auch gut so. Wo wären wir heute zum Beispiel ohne technischen Fortschritt? Auch Anni Brenner und Johanna Rühl machten während ihres Lebens viele Veränderungen mit. So erlebten sie zum Beispiel zwei Währungsreformen und die Einführung von Computern bei der Arbeit. Beide haben sich auf Neues eingelassen und sind damit gut gefahren.

2.     Sich selber etwas zutrauen
„Du selbst bist Dein größter Feind.“ Haben Sie diesen Spruch schon mal gehört? Oft stehen wir uns selber viel zu sehr im Weg – auch weil wir an uns zweifeln. An Johanna Rühl können wir erkennen, dass es sich lohnt, an sich selber zu glauben. Sie konnte gut rechnen und begann schon in der Kindheit, diese Fähigkeit zu nutzen. Auch im späteren Berufsleben profitierte sie davon sehr und konnte sich durchsetzen. Und das, obwohl es für Frauen früher sehr untypisch war, überhaupt zu arbeiten. Sie brauchte damals zunächst das Einverständnis ihres Vaters und später ihres Mannes, um arbeiten zu dürfen. Für Johanna keine Hürde.

3.     Nicht aufgeben
Jeder von uns kennt Krisenzeiten. Berufliche Probleme, private Schicksalsschläge oder persönliche Herausforderungen rauben uns Mut und Kraft -  und das ist nur menschlich. Doch wir können Krisen auch nutzen, um gestärkt aus ihnen hervorzugehen. Anni Brenner kämpfte sich zurück ins Leben, nachdem sie als Kind fast von einem Hund totgebissen und später nahezu ertrunken wäre. Ihr Verlobter wurde im Krieg vermisst, ihr Mann starb nach nur zwölf Jahren Ehe. Und auch ihr Einstieg ins Berufsleben war holprig. Gleich ihren ersten Arbeitsplatz in einer Frankfurter Druckerei verlor sie nach nur einem halben Jahr. Aufgegeben hat sie nie und findet noch heute viel Freude am Leben.

4.     Freundschaften pflegen
Gerade, wenn wir schwere Zeiten durchleben, sind Familie, Freunde und Bekannte enorm wichtig. Sie stehen uns zur Seite, haben ein offenes Ohr und helfen, wo sie können.  Auch in Johanna Rühls und auch Anni Brenners Leben spielen zwischenmenschliche Beziehungen eine große Rolle. Aus Bankkunden wurden nicht selten Freunde. Auch zu Kollegen hielten sie gute Beziehungen. „So ist es gewesen, so bin ich 96 geworden“, weiß sie heute.

5.     Etwas mit Liebe tun
Wissen Sie, was Sie so richtig glücklich macht? Anni erinnert sich, dass das Rechnen schon in der Schule ihre Spezialität war. Und auch Johanna Rühl kam schon immer wunderbar ohne Taschenrechner zurecht. Durch ihren Beruf konnten die Frauen ihre Leidenschaft für die Mathematik ausleben. Sie taten täglich das, was sie liebten. Anni Brenner hegte außerdem schon immer eine Vorliebe fürs Reisen. Noch heute leuchten ihre Augen, wenn sie von den vielen Ländern spricht, die sie besucht hat. Also: Wissen Sie, was Sie zum Strahlen bringt? Finden Sie es heraus und machen Sie es zu einem Teil Ihres Lebens.