Mehr als nur geträumt

Der Reiz des Vergangenen faszinierte Sibylle und Wolfgang Stich schon lange. So sehr, dass sie vor einigen Jahren 40 Kilometer westlich von Berlin ein denkmalgeschütztes Ensemble kauften und sanierten. Nun wohnen sie im Landhaus Luise.

Schon seit vielen Jahren beschäftigen meine Frau und ich uns mit historischen Gebäuden. Beruflich. Sie ist Architektin und ich bin Statiker. Seit der Wende haben wir viele alte Häuser saniert. Der Wunsch,  auch selbst in einem Denkmal zu wohnen, war über viele Jahre unser Traum. Der Reiz besteht für uns vor allem in seiner Vergangenheit, die immer etwas über Kultur- und Baugeschichte aussagt. Je mehr man den alten Bestand erhalten kann, umso gegenwärtiger sind uns seine Wurzeln.

Ein befreundetes Architektenpaar erzählte uns von einem maroden Gasthof in Paretz in den Niederungen der Havel. König Friedrich Wilhelm III. von Preußen und seine Gemahlin Königin Luise hatten sich hier vor mehr als 200 Jahren ihre Sommerresidenz errichten lassen.  Doch das Ensemble mit Haupthaus und Stallungen glich mittlerweile mehr einer Ruine als einer Immobilie. Aber das ist eben auch der besondere Charme eines solchen Gebäudes. Da wir beide Profis sind und unsere Wünsche ganz gut mit den damit einhergehenden Risiken abwägen können, beschlossen wir, uns auf das Wagnis einzulassen.

Natürlich ist eine denkmalgerechte Sanierung immer mit Überraschungen verbunden. Deswegen ist es wichtig, einen zuverlässigen Finanzpartner zur Seite zu haben, wie etwa die Sparkassen. Sie geben auch hilfreiche Tipps und können günstige Förderdarlehen beschaffen. Denn es kommt meist etwas schlimmer als man denkt. Aber es lohnt sich in der Regel – auch für uns!

Wir haben unseren Traum verwirklicht und leben nun in einem Haus, das wieder ganz die Handschrift seiner Entstehungszeit trägt: einen großzügigen aber dabei schlicht und funktional gehaltenen Klassizismus. Dabei haben wir das Ensemble auch seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt: der Gastlichkeit. Im Erdgeschoss befinden sich nun zwei Ferienwohnungen. In einem Ziegelgewölbe des Kellers haben wir einen Weinkeller eingerichtet. Und sogar die Königin haben wir in gewisser Weise wieder lebendig werden lassen. Unsere Herberge heißt nun Landhaus Luise.