Es gibt keinen Schweinehund

Das Deutsche Sportabzeichen ist der nationale „Fitnessorden“. Doch die meisten machen ihn für das gemeinschaftliche Erlebnis. Die Sparkasse hilft dabei.

Schweißperlen rinnen über Karims glühende Wangen. Der Zehnjährige hat gerade einen 50-Meter-Sprint absolviert, jetzt saugt er an seiner Trinkflasche. Seine Mutter streicht ihm über die Schulter, sein Trainer Ronny Wermuth vom SSV Altenberg lächelt ihn an. Mit den 9,13 Sekunden, die Karim gesprintet ist, wird er das Deutsche Sportabzeichen bekommen.

Nicht jedem geht es heute um die Zahlen vor und hinter dem Komma. „Ich wollte einfach wissen, ob ich es wieder schaffe“, sagt etwa eine Mitarbeiterin der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Normalerweise übt die 45-Jährige Yoga, tanzt und fährt Fahrrad. Doch heute ist alles anders: Für ihr Sportabzeichen stößt sie eine Eisenkugel, springt Seil, läuft 3000 und sprintet 100 Meter. Zusammen mit mehr als 3400 Menschen. So viele gehen an diesem schönen Sommertag für das Deutsche Sportabzeichen an den Start – 2565 davon Dresdener Schüler, 78 Kinder im Vorschulalter, 500 Erwachsene und weitere Hunderte aus der Region.

Möglich machen dieses große Gemeinschaftserlebnis die Ostsächsische Sparkasse Dresden und die Sparkassen-Finanzgruppe. Sie fördern das Sportabzeichen zusammen mit rund 10.000 Euro. Diese Summe finanziert Prüfungsbögen, Info-Hefte, das Rahmenprogramm – und ein kleines Dankeschön für die insgesamt 275 ehrenamtlichen Helfer, die Entfernungen messen und Zeiten stoppen. Außerdem wird die sportlichste Gruppe in der „Team Challenge“ mit 500 Euro belohnt. Die Dresdner Sparkasse reiht sich damit ein in eine ausgeprägte Tradition: Jahr für Jahr stärken die Sparkassen den Breitensport mit rund 90 Millionen Euro.

Auch Danny Ecker engagiert sich: „Sport verbindet“, sagt der ehemalige Leistungssportler und Olympiateilnehmer. Als Sportbotschafter für das Deutsche Sportabzeichen läuft, springt und wirft der 38-Jährige mit. Sein Motto: ”Es gibt keinen inneren Schweinehund, wenn man die richtige Sportart für sich findet.“ Ecker möchte in einer sportlichen Gesellschaft leben und ist überzeugt, dass der Bewegungsdrang in allen steckt.

Das kann Ronny Wermuth nur bestätigen. „Die Kids haben immer Spaß dran, sich zusammen zu bewegen“, sagt der Trainer. Als Karim und seine Freunde ihre Disziplinen absolviert haben, liegen sie gemeinsam verschwitzt und geschafft, aber sichtlich glücklich im Schatten. Dann sehen sie den Rasensprenger in der Mitte des Sportplatzes – ein letztes Mal raffen sie sich auf: Zeit, etwas gegen die Schweißperlen zu tun.