Einfach machen

In unserer zunehmend komplexen Welt wollen die Menschen einfache Lösungen: Etwa eine Fernbedienung, mit der man Fernsehen, Film und Musik auf einmal steuern kann. Die hat Finn Plotz entwickelt, einer der jüngsten Unternehmer Deutschlands. Begleitet hat ihn dabei die Sparkasse Westholstein.

Das Zimmer von Finn Plotz unterscheidet sich auf den ersten Blick nicht von den Zimmern anderer Jugendlicher auf dem Sprung ins Erwachsenenalter: Schrank, Bücherregal, Bett, ein Schreibtisch mit Monitor und Tastatur. An den Wänden hängen Poster. Doch dass hier noch vor einem Jahr kein gewöhnlicher Abiturient seine Hausaufgaben gemacht hat, verrät gerade der Schreibtisch des 19-Jährigen aus dem schleswig-holsteinischen Glückstadt. Genauer gesagt: Das silberfarbene, mit nur wenigen Knöpfen ausgestattete Gerät, das darauf liegt. Ganz leicht und ergonomisch schmiegt es sich in die Handfläche des Nutzers.

„Vion“ – ein Kunstwort aus Vision und Innovation – heißt dieses Gerät, das Finn Plotz ab seinem 17. Lebensjahr entwickelt hat.  Und das auf großes Interesse der Branche stößt: „Von Media Markt über Saturn bis Conrad Electronic sind alle dabei. Mit weiteren Interessenten wie Expert und Euronics spreche ich“, erzählt er so, als sei das ganz normal für jemanden seines Alters. Angefangen hat alles, als sich seine Eltern einen neuen Fernseher kauften. „Die Fernbedienungen haben sie überfordert. Sie brauchten immer wieder meine Hilfe, um sie bedienen zu können“, erinnert er sich. „Dann kam mir eine Idee, wie ich es vereinfachen könnte. Ich fing an, etwas Neues zu entwickeln.“

„Marktchancen genau geprüft“

Um seriös arbeiten zu können, brauchte Finn Plotz natürlich eine Finanzierung. Also wurde der damals gerade 18-jährige strohblonde junge Gründer mit dem Lausbubenlächeln bei seiner Hausbank vorstellig, der Sparkasse Westholstein. „Die war von den Erfolgsaussichten so überzeugt, dass sie mir die Türen zur Bürgschaftsbank und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein öffnete“, sagt er. „Als Sparkasse sind wir traditionellerweise der wichtigste Partner des Mittelstands. Selbstverständlich begleiten wir dabei auch viel versprechende Ideen von Existenzgründern“, erklärt Firmenkundenberater Kay Burrichter dieses Engagement.

Als ein weiterer Kredit für die Produktion notwendig wurde, half die Sparkasse Westholstein abermals. „Wir haben die Marktchancen des Geräts genau geprüft“, erklärt Burrichter. „Als die großen Händler ihre ersten Bestellungen schickten, unterzeichneten wir die Verträge.“ Ein wesentlicher Teil der Produktionskosten von immerhin 750.000 Euro stammt von der Sparkasse. „So waren wir bei allen wesentlichen Schritten der Finanzierung mit im Boot“, betont er.

Seit wenigen Tagen liegen die ersten Vions in den Regalen deutscher Geschäfte. Bestellungen erhält Finn Plotz nun auch über die Webseite seines Unternehmens. „Wenn sich der Vertrieb in Deutschland weiter so gut entwickelt“, sagt er mit einem Lächeln, „liefern wir auch bald in andere Länder.