Über den Wolken

Pascal König wollte schon als Kind Pilot werden. Kein Wunder, denn der 21-Jährige kommt aus einer Fliegerfamilie: Vater und Schwager sind Piloten, die Schwester ist Stewardess. Mit dem dualen Bachelor-Studium „Aviation Management & Piloting“ macht Pascal seinen Traum vom Fliegen wahr.

„Wir sind morgens in 400 Metern Höhe an der New Yorker Skyline entlang geflogen. Das war unglaublich“, beschreibt Pascal König sein bisher schönstes Erlebnis während der Ausbildung zum Piloten. Nach den ersten 60 Praxisstunden flog er mit zwei Kommilitonen acht Tage durch die USA. 6.000 Kilometer legten sie zurück.

Die Flugstunden in den USA sind Teil des Studiengangs „Aviation Management & Piloting“ der Hochschule Worms, der Piloten-Ausbildung und Betriebswirtschaftslehre verbindet. Die Ausbildung findet bei LGM Luftfahrt in Mannheim, die BWL-Vorlesungen in der Uni statt.

Für die Ausbildung zahlt Pascal 75.000 Euro. Die Sparkasse stellt den Piloten-Anwärtern der HS ein spezielles Darlehen zur Verfügung. Acht nutzen es aktuell. „Das Besondere ist, dass wir den Studierenden das Geld während der drei Jahre ohne Bereitstellungszinsen zur Verfügung stellen und die Tilgung erst nach dem Abschluss beginnt. Sie kann auf sieben bis zwölf Jahre verteilt werden“, sagt Wolfgang Gutzler, Firmenkundenbetreuer der Sparkasse Worms-Alzey-Ried. Er verspricht eine schnelle Abwicklung. Da der Flugschüler der Darlehensnehmer sei, besteht laut Gutzler die Möglichkeit, die Finanzierungskosten eventuell steuerlich geltend zu machen. Voraussetzungen für das Darlehen sind die bestandene Vorprüfung und eine Versicherung gegen Fluguntauglichkeit. „Wir sind froh, dass Bildung und Finanzen vor Ort eng zusammenarbeiten und jungen Leuten dadurch ein Traumberuf ermöglicht wird“, sagt Marcus Walden, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse.

Während des Studiums muss Pascal König nur die Zinsen für das Darlehen zahlen. Die Raten variieren. Maximal 200 Euro sind es pro Monat. Das Geld leiht er bei seinem Vater. Läuft alles wie geplant, macht Pascal König 2016 die Pilotenprüfung beim Luftfahrt-Bundesamt und schreibt seine Bachelor-Arbeit. Und dann? „Ich bin mit dem Abschluss, der Frozen ATPL, berechtigt, jedes Flugzeug zu fliegen“, sagt er. Gleich losfliegen kann er aber trotzdem nicht: „Man muss für jeden Flugzeugtyp ein Type Rating machen.“ Das bedeutet, dass er im Flugsimulator die Flugzeug-Theorie lernt und danach mit einem Trainingskapitän Linie fliegt. Bekommt er von diesem eine gute Beurteilung, wird er Co-Pilot.

Sein Umfeld unterstützt Pascal König bei seiner dualen Ausbildung: „Meine Familie steht hinter mir. Die Euphorie hält sich aber in Grenzen. Alles Neue, das ich erlebe, gab es bei uns schon. Bei meinen Mitschülern ist das anders: Erzählen sie zum Beispiel, wie sie mit einer kleinen Maschine neben einer Boeing hergeflogen sind, sind die Familien total begeistert.“