Wie aus der Leidenschaft für Holz ein Startup wurde

Vor einigen Jahren hat Martin Ferner noch Holzplatten aus dem Baumarkt in seinem Wohnzimmer zusammengeschraubt. Heute baut er mit seinem Unternehmen „Vollholzgut“ Möbel-Unikate für Kunden aus ganz Deutschland – auch mit Hilfe der Sparkasse.

Wenn Martin Ferner, Gründer und Chef des kleinen Unternehmens, die Produktionsräume betritt, wundert er sich manchmal, wie weit er mit seinem kleinen Unternehmen vorangekommen ist: Vor gut vier Jahren hat der gelernte Tischler angefangen, Möbel zu bauen, zu Hause im Wohnzimmer, nachdem er seinen Job im Messebereich aufgegeben hatte. „Mit einfachsten Werkzeugen aus dem Baumarkt habe ich zu Hause Holzplatten gesägt und zusammengeschraubt“, sagt Ferner. Damit sei er dann durch Berlin gefahren und habe Ladeninhaber gefragt, ob sie von ihm Möbel gebaut haben möchten. Einer der ersten größeren Aufträge war die Komplettausstattung der veganen Avesu-Schuhgeschäfte.

In den Produktionsräumen der Firma Vollholzgut in einem alten Industriebacksteinbau in Berlin-Weißensee riecht es nach Holz und Öl. Und es sieht nach harter Arbeit aus: Auf den großen Maschinen und an den Wänden hat sich feiner, ockerfarbener Holzstaub abgesetzt. Es ist laut, überall dröhnt und vibriert es. Fünf junge Mitarbeiter bearbeiten große und kleine Holzelemente, sie sägen, hobeln, fräsen und hämmern. An den Wänden hängen Blätter mit Bleistiftzeichnungen und Maßangaben.

Das passte. Nachhaltigkeit und ökologisches Wirtschaften sind für Martin Ferner zentrale Aspekte seiner unternehmerischen Arbeit. Er verwendet Holz von regionalen Bäumen, verzichtet auf chemische Zusätze. Holzspäne, die während der Produktion anfallen, wirft Ferner nicht einfach weg. Stattdessen presst er sie zu kleinen, festen Holzbriketts, die man in jedem Ofen oder Kamin verfeuern kann.

Seit Ferner 2011 sein Unternehmen gründete, ist viel passiert. Klinkenputzen muss er heute nicht mehr. Seine Mitarbeiter und er fertigen Möbelstücke wie Tische und Regale, aber auch ganze Küchen in Auftragsproduktion für Kunden aus Deutschland, der Schweiz und Luxemburg. Für Privatleute, Start-ups und Ladeninhaber. Auch einige prominente Kunden waren schon dabei.

Die erste Finanzierung der Firma lief über einen Kredit von Ferners Hausbank, der Berliner Sparkasse. Das Besondere: Für kleinere Investitionen müssen Kunden der Berliner Sparkasse nicht die üblichen Unterlagen einreichen, solange Bonität und monatliche Umsätze stimmen. Nach diesem ersten Kredit folgten weitere Investitionen, mit denen Ferner seine Firma vergrößerte. Die wichtigen Dinge macht der Chef immer noch selbst. „Alle Entwürfe und Auslieferungen und jedes Kundengespräch: Das geht alles durch meine Hand. Ich will die Kunden direkt beraten und den Raum gesehen haben, in dem später das Möbelstück stehen soll“, sagt Ferner.

Auch wenn Martin Ferner sich mit Vollholzgut einen Traum erfüllt hat: Einfach ist es nicht immer. „Es ist harte Arbeit. Wir müssen hier mit hohem Qualitätsanspruch arbeiten, kleine Fehler können schnell richtig ins Geld gehen. Wir arbeiten mit hochwertigem Holz, alles entsteht in Handarbeit“, sagt Ferner und fügt an: „Manchmal müssen wir auch eine ältere Maschine gegen ein neues Modell austauschen, um besser und effizienter arbeiten zu können. Das kann schnell teuer werden. In solchen Situationen ist es natürlich gut, einen Partner wie die Sparkasse zu haben.“