Mein Businessplan: eine eigene Wakeboard-Anlage eröffnen

Kann man mit Sprungschanzen auf einem Baggersee Geld verdienen? Ja, man kann. Markus Haarmann hat sich mit seiner Wakeboard-Anlage einen Traum erfüllt. Die Geschichte eines Businessplans, der aufging.

1. Zeit für etwas Neues

„Irgendwann hatte ich genug von Einsen und Nullen“, sagt Markus Haarmann. Programmiercodes und Websites hatten 15 Jahre lang seinen Alltag als IT-und Online-Projektmanager bestimmt. In die Branche war er durch Zufall geraten. Haarmann ist Sportwissenschaftler. „Wassersport ist meine Leidenschaft – vor allem Wakeboarding“, sagt der 41-Jährige.

2. Wir haben eine Idee

Im Urlaub sprechen Haarmann und sein Freund Jürgen Dornbusch über Wakeboarding in ihrer Heimat NRW. Die vorhandenen Anlagen sind oft überfüllt. Sie überlegen: Wie sähe unser eigene Anlage aus? Wo könnte sie liegen? Zu Hause wird es konkret: Haarmann und Investor Dornbusch fahren geschätzt 100 Seen ab, sprechen mit Eigentümern – und kassieren Absagen. „Segler und Angler hatten beim Thema Wakeboarding oft Bedenken“, sagt Haarmann. Am Straberger See, einem Baggersee in Dormagen, stoßen sie auf offene Ohren. Der Eigentümer, die Kreiswerke Grevenbroich GmbH, gibt einen Abschnitt frei.

3. Wer hilft uns bei der Finanzierung?

Vision, Eigenkapital, Umsatz, Investitionen, Personal. Mit einem 30-seitigen Businessplan stellen sich Haarmann und Dornbusch Kreditinstituten vor. Zusätzliche Überzeugung soll ein Wakeboard-Video leisten. „Eine Bank lehnte ab, weil sie beim Personal anderer Meinung war“, sagt Haarmann. „Bei Herrn Bastians stimmte dagegen die Chemie.“ Erik Bastians ist Berater im GründerCenter der Sparkasse KölnBonn. „Wakeboarding kannte ich nicht und dass Gründer ihr Hobby umsetzen, ist bei Banken nicht beliebt. Hier lag aber ein überzeugender Businessplan vor.“ Bastians weiter: „Weil Zahlenspiele bei Gründern immer ein Blick in die Glaskugel sind, achten wir stark auf Persönlichkeiten. Herr Haarmann hat überzeugt, weil er sich mit Wakeboarding und mit Zahlen auskennt.“

4. Der Plan wird Realität

Im Mai 2013, drei Monate nach dem ersten Gespräch mit Erik Bastians, beginnt der Bau des Wakebeach 257. Haarmann stellt am Ufer Stahlmasten auf, spannt dazwischen Liftseile über den See. Rampen und Schanzen ankern auf dem Grund. Einen alten Schulbus baut er mit Küchen und Kühlschränken zum „Foodtruck“ um. In zwei Seecontainern lagert er 20 Wakeboards, 40 Neoprenanzüge, 50 Schwimmwesten.

5. Das Fazit

Ein Jahr ist seit der Eröffnung vergangen. Im Sommer besuchen bis zu 300 Menschen täglich den Wakebeach 257, 30 Mitarbeiter kümmern sich um sie. Gründer Haarmann hat den Schritt „keine Sekunde bereut“ – im Gegenteil: Der Wakebeach 257 wächst, ein neuer Rundkurs kommt. „Das hier ist meine Altersvorsorge geworden“, sagt er.

Die Geschichte des Wakebeach 257 im Video