„Wir schenken Wärme“

Der Deutsche Bürgerpreis ist der größte Ehrenamtspreis unseres Landes. Veranstaltet wird er unter anderem von den Sparkassen. Mit dem Themenschwerpunkt „Vorausschauend engagiert: real, digital, kommunal“ greift er in diesem Jahr einen Aspekt auf, der die Zukunft des Ehrenamts maßgeblich beeinflussen wird: die Digitalisierung. Projekte wie die Berliner Initiative „Helfen WOLLEn“ zeigen schon heute, wie sehr soziale Netzwerke das Ehrenamt vereinfachen.


Frau Schwabe, Sie haben die Initiative „Helfen WOLLEn“ gegründet und machen sich gemeinsam mit den anderen Mitgliedern ehrenamtlich für obdachlose Menschen in Berlin stark. Warum und wie tun Sie das?


Gerade Obdachlose haben keine Lobby. Sie leben am Rand unserer Gesellschaft, und nur sehr wenige Menschen helfen ihnen. Da hatte ich schon länger das Bedürfnis etwas zu tun. Außerdem stricke ich sehr gerne. Irgendwann fiel mir ein, dass ich für die Bedürftigen in Berlin stricken könnte.

Wie wurde daraus eine Initiative?

Nachdem ich einmal damit angefangen hatte, kam ich auf die Idee, eine Facebook-Seite dazu einzurichten. Ich wollte das vor allem Freunden zeigen. Aber innerhalb kürzester Zeit wurde die Seite mehrere hundert Male geliked und geteilt. Und die ersten Anfragen kamen über Facebook, ob ich Interesse an Unterstützung hätte. Zum größten Teil haben mir damals wildfremde Menschen ihre Hilfe angeboten.

Wie wichtig ist das Internet für dieses gesellschaftliche Engagement?

Es verschafft unserem Einsatz eine Bekanntheit und eine Reichweite, die er sonst nicht hätte. Und es vereinfacht die Organisation enorm. Wenn unsere Mitglieder einmal pro Woche auf dem Alexanderplatz die Mützen, Decken und Schals an Obdachlose verteilen, oder wenn wir uns zum Stricken treffen wollen, brauchen wir das nur auf Facebook zu posten – und alle wissen Bescheid. Auch unsere Bedarfslisten teilen und ergänzen wir online. Alle haben Zugriff darauf. Einfacher geht es nicht.

Was versprechen Sie sich von diesem Einsatz?

Wir wollen dazu beitragen, mehr Aufmerksamkeit für das Los der Obdachlosen zu schaffen. Und wir wollen zeigen, dass sie Menschen sind, die dringend unsere Hilfe brauchen.