Altersarmut: Mythos oder Wahrheit

Altersarmut ist in Deutschland ein großes Problem

Meldungen dazu finden sich in Medien immer wieder. Betrachtet man die durchschnittliche Altersrente von Frauen, scheint das wahrscheinlich: 2014 betrug die durchschnittliche Altersrente bei Frauen 636 Euro pro Monat. Das reicht, gerade in Großstädten, kaum zum Leben.

Altersarmut: Mythen und Gerüchte

Allerdings berücksichtigen diese Zahlen nicht das tatsächliche Haushaltseinkommen. Das ist meist deutlich höher – durch die Rente eines Partners, eine Witwenrente oder Einkünfte aus einer Lebensversicherung beispielsweise. Hinzu kommt, dass Rentner geringere Ausgaben haben als Berufstätige. Ein monatliches Haushaltseinkommen, das 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens beträgt, kann im Alter also für ein gutes Leben ausreichen.  

Kurz gesagt: Ja, es gibt in Deutschland Altersarmut. Allerdings nicht in dem Ausmaß, das manche befürchten. Außerdem sind alte Menschen von Armut nicht mehr betroffen als andere Altersklassen, im Gegenteil: Bei den jungen Menschen bis 30 Jahren leben deutlich mehr in Armut als bei Menschen über 70.

Es gibt heute mehr arme Rentner als früher


Das stimmt, die Zahl der armen Alten in Deutschland ist seit dem Jahr 2000 angestiegen. Waren zwischen 2000 und 2002 noch 10,4 Prozent der ab 71-Jährigen von Armut betroffen, sind es zwischen 2009 und 2011 schon 11,6 Prozent gewesen. Diese Zahl ist aber auch in anderen Altersgruppen im gleichen Zeitraum gestiegen. Bei den 21- bis 30-Jährigen etwa von 15,4 auf 19,1 Prozent. Armut ist kein Problem, das nur alte Menschen betrifft.

Altersarmut: Mythen und Gerüchte

Frauen sind stärker gefährdet als Männer


Ja, das ist richtig. Wegen Kinderpausen und Teilzeitarbeit zahlen viele Frauen weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein als Männer und erhalten dadurch später auch weniger gesetzliche Rente. Während bei älteren Generationen Frauen häufig durch ihre Ehemänner abgesichert waren, fällt dieses Netz heute oft weg. Denn es gibt mehr Scheidungen. Deshalb müssen gerade Frauen privat vorsorgen, um im Alter nicht zu wenig Geld zu haben.

In einigen Jahren wird Altersarmut noch viel mehr Menschen betreffen


Richtig ist: Die gesetzliche Rente wird weniger werden. Lag das Rentenniveau über viele Jahrzehnte bei über 50 Prozent des Durchschnittseinkommens, ist es der Bundesregierung zufolge 2014 auf 48,1 Prozent gesunken. Bis 2030 wird dieser Wert wohl auf bis zu 43 Prozent fallen. Wer sich nur auf die gesetzliche Rente verlässt, droht tatsächlich, im Alter arm zu werden.

Man kann gegen Altersarmut nichts machen


Doch. Dabei sollte sich aber niemand allein auf die gesetzliche Rente verlassen. Private und betriebliche Vorsorge sind nötig. Das gilt auch in Zeiten niedriger Zinsen. Das Sparen für später ist deshalb zwar schwieriger als früher, aber dennoch alternativlos, wenn man im Alter seinen Lebensstandard halten möchte.  

Besprechen Sie mit uns, welche Form der Vorsorge am besten zu Ihnen passt.

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