Wird der Immobilienerwerb für Familien bald attraktiver?

Zuschüsse für junge Familien im Gespräch

Wer sich den Traum vom Eigenheim erfüllen möchte, kennt das Problem: Zwar sind die Bauzinsen momentan auf niedrigem Niveau, die Preise für Wohnimmobilien sind jedoch stark gestiegen. So bleibt das eigene Zuhause für viele ein Traum. Das soll sich jedoch ändern: Die Politik will den Immobilienerwerb für Familien attraktiver machen. Aktuell sind unterschiedliche Konzepte im Gespräch.

SPD-Konzept: Familienzuschuss für Wohnungskauf oder -bau

Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) will Familien mit einem staatlichen Zuschuss von bis zu 20.000 Euro beim Kauf oder Bau von Wohnungen unterstützen. Allerdings nur in Ballungsräumen. Gefördert werden sollen Familien mit einem Einkommen von bis zu 70.000 Euro. Familien mit einem Kind sollen 8.000 Euro bekommen. Für das zweite und dritte Kind sind jeweils 6.000 Euro im Gespräch. Alles in allem will Bundesbauministerin Hendricks 500 Millionen Euro investieren – für etwa 40.000 Familien. Der staatliche Zuschuss zum Eigenkapital soll ihnen den Zugang zu Krediten erleichtern. Unklar ist bislang allerdings, woher das Geld für die Umsetzung der Pläne kommen soll.

CDU-Konzept: Baukindergeld

Auch die CDU will junge Familien mit einem beim Kauf von selber genutzten Eigenheimen unterstützen. Auf ihrem Bundesparteitag sprach sie sich daher für ein „Baukindergeld“, also einer Zahlung pro Kind beim Erwerb eines Eigenheims, aus. Finanzminister Schäuble von der CDU verhandelt darüber bereits mit Frau Hendricks. 

Auch klassische Förderungen nutzen

Die Sparkassen begrüßen die unterschiedlichen politischen Vorschläge einer staatlichen Unterstützung für Familien. Nicht zuletzt, weil die eigene Immobilie auch heute noch die beste Vorsorge fürs Alter ist. Zudem sind die Zinsen niedrig. Die Möglichkeit langfristiger Zinsbindung kann den Schritt in die eigenen vier Wände zu einer lohnenden Investition machen.

Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, empfiehlt, neben den neuen Überlegungen auch die klassischen Wege der Förderung nicht aus den Augen zu verlieren. Wohnungsbauprämie oder Arbeitnehmersparzulage sind bewährte Produkte, die Bauherren- und frauen unterstützten. Laut Fahrenschon müssen jedoch die Fördergrenzen angehoben werden, damit mehr Menschen von diesen Instrumenten profitieren können. Mit Blick auf die umstrittene Wohnimmobilienkreditrichtlinie fordert er, dass europäische Richtlinien mit mehr Orientierung an der Lebenswirklichkeit umgesetzt werden. Generell müsse es darum gehen, die Vergabe von Immobilienkrediten nicht mit immer mehr Bürokratie aufzuladen.

Noch ist nichts entschieden

Zuschuss zum Eigenkapital oder Baukindergeld? Noch ist nichts entschieden. Vielleicht gibt es einen Kompromiss – oder eine ganz andere Lösung. Wer den Kauf eines Eigenheims plant, sollte deshalb nichts überstürzen und nicht Fördermittel einplanen, die noch nicht beschlossen sind.

Dez. 2016