In fünf Schritten zu Ihrer Altersvorsorge

So werden Sie finanziell unabhängig

Noch immer verlassen sich viele bei der Absicherung ihrer Zukunft auf den Staat oder ihre Familie. Dies trifft besonders Frauen im Alter hart. Dabei ist nur eine Person dafür verantwortlich, dass Sie später von Ihrer Rente leben können: Sie selbst! Mit diesen fünf Schritten machen Sie sich finanziell unabhängig.

Immer noch wiegen sich viele Menschen in der Sicherheit, dass die gesetzliche Rente schon reichen wird. Oder sie gehen davon aus, dass sich der Partner um die gemeinsame Absicherung kümmert, die Kinder irgendwann aushelfen werden. Vor allem Frauen können diese Annahmen teuer zu stehen kommen.

Denn: Männer sind im Schnitt deutlich besser abgesichert als Frauen. Aber selbst die gesetzliche Rente eines Mannes reicht in vielen Fällen nicht, um den gewohnten Lebensstandard aufrechtzuerhalten, schon gar nicht für zwei Personen. Im Fall einer Trennung stehen dann häufig die Frauen ohne Absicherung für den Ruhestand da.

Deshalb sollte jede Frau – ob Single oder verheiratet, ob in Teilzeit oder in Vollzeit arbeitend, ob gering- oder besserverdienend – ihre Altersvorsorge in die eigenen Hände nehmen. Je früher, desto besser!

Mit diesen fünf Tipps können Sie sich Schritt für Schritt auf den Weg in Ihre finanzielle Unabhängigkeit machen.

1. Verschaffen Sie sich einen Überblick

Wenn Sie Geld zurücklegen möchten, sollten Sie wissen, welche Summe Sie monatlich aufbringen können. Nur wer höhere Einnahmen als Ausgaben hat, kann etwas sparen.

Ziel sollte es sein, zehn Prozent Ihres Bruttoeinkommens für die Altersvorsorge zur Seite zu legen. Es gilt aber: Kleine Summen sind besser als nichts! Auch kleine Beträge helfen, wenn Sie möglichst früh damit anfangen.  

Das kostenfreie Haushaltsbuch vom Beratungsdienst Geld und Haushalt hilft Ihnen dabei, einen Überblick über Ihre finanzielle Situation zu gewinnen. Möchten Sie wissen, wo Sie eventuell sparen können, helfen Ihnen die sogenannten Referenzbudgets. Hier können Sie Ihre Ausgaben mit anderen Haushalten in ähnlicher Situation vergleichen und dadurch Ihre eigenen Ausgaben kritisch überprüfen.

2. Treffen Sie klare Vereinbarungen mit Ihrem Partner

Über finanzielle Angelegenheiten zu sprechen, birgt in vielen Partnerschaften reichlich Konfliktpotenzial. Die Absicherung des Alters deshalb auszuklammern, ist jedoch keine empfehlenswerte Strategie. Dabei lassen Sie wertvolle Zeit verstreichen, die Sie für den Aufbau Ihrer Vorsorge gut brauchen können. Wenn Sie sich beizeiten gemeinsam mit Ihrem Partner Gedanken darüber machen, wie Sie Ihren Ruhestand gestalten möchten und woher das Geld dafür kommen soll, können Sie sich danach entspannt wieder anderen Themen zuwenden.

Dazu gehört auch, eine klare Vereinbarung zu treffen, wenn Sie für die Erziehung Ihrer Kinder längere Zeit aus dem Job aussteigen oder mehrere Jahre in Teilzeit arbeiten. Ihr Partner sammelt in dieser Zeit weiter Rentenpunkte und baut vielleicht zusätzlich eine betriebliche Altersvorsorge auf. Einen finanziellen Ausgleich für den Ausstieg aus dem Job können Sie beispielsweise über den Abschluss einer privaten Altersvorsorge auf Ihren Namen vereinbaren.

3. Lassen Sie Staat und Arbeitgeber mitsparen

Der Staat und viele Unternehmen fördern die betriebliche und private Vorsorge. Nutzen Sie die Unterstützung und nehmen Sie alle Zulagen mit!

Von der Riester-Rente profitieren vor allem Frauen mit kleinen und mittleren Einkommen sowie Mütter. Der Vorteil: Die staatlichen Zulagen lassen das Vermögen auch ohne hohe Zinsen wachsen.

Die Grundzulage beträgt 175 Euro pro Jahr – Voraussetzung ist, dass jährlich vier Prozent des Bruttoeinkommens in einen riesterfähigen Sparvertrag eingezahlt werden. Hinzu kommen 185 Euro für jedes bis Ende 2007 geborene Kind und 300 Euro für jedes ab 2008 geborene Kind.

Wer wenig oder gar nichts verdient, kann schon ab einem Beitrag von 60 Euro pro Jahr die volle staatliche Förderung erhalten. Verheiratete Frauen, die nicht in einem versicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis sind, können über ihren Ehepartner „mitriestern“ und die volle Zulage einstreichen. Auch dafür werden nur 60 Euro pro Jahr fällig.

Für Frauen in einem beständigen Arbeitsverhältnis interessant: Jeder Arbeitnehmer hat einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung. Das heißt, dass Sie von Ihrem Chef verlangen können, dass Teile Ihres Gehalts in die betriebliche Altersvorsorge eingezahlt werden. Ein wichtiger Vorteil für Sie: Die Beiträge sind bis zu acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei, bis zu vier Prozent frei von Sozialabgaben. 2018 bleibt also ein monatlicher Sparbetrag von bis zu 520 Euro steuerfrei, auf 260 Euro müssen außerdem keine Sozialabgaben entrichtet werden.

Manche Unternehmen geben heute schon etwas zur Betriebsrente dazu. Für Verträge ab 2019 müssen dann alle Firmen mindestens 15 Prozent der Entgeltumwandlung als Zuschuss zahlen. Ab 2022 gilt das sogar für alle bestehenden Verträge.

Rund 94 Prozent aller Arbeitnehmer haben zudem Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen, kurz VL genannt. Dabei zahlt der Arbeitgeber bis zu 40 Euro extra als monatlichen Sparbetrag direkt auf eine bestimmte Geldanlage. Auch dieses Geld können Sie in Ihre Altersvorsorge stecken.

Wer innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen bleibt, streicht außerdem noch staatliche Zulagen ein: die Arbeitnehmersparzulage und die Wohnungsbauprämie.

Eine Übersicht über alle Varianten der geförderten Altersvorsorge finden Sie im Ratgeber „Sparen für später“ des Beratungsdienstes Geld und Haushalt.

4. Kombinieren Sie flexible Sparformen

Stecken Sie nie all Ihr Geld in eine Anlage. Setzen Sie stattdessen lieber auf einen Mix verschiedener Sparformen. Da Sie über einen sehr langen Zeitraum Geld zurücklegen, sollten diese Sparformen zudem möglichst flexibel sein. Sicher verändern sich Ihr Einkommen und Ihre Lebenssituation im Laufe der Jahre mehrmals. Die Verträge sollten sich dann so modifizieren lassen, dass sie zur neuen Situation passen.

Je näher Sie dem Ruhestand kommen, desto weniger Risiken sollten Sie eingehen. Schließlich sollen die Ersparnisse nicht gerade im Wert sinken, wenn Sie sie in Kürze brauchen.

Für das Wertpapiersparen gibt es zum Beispiel eine einfache Faustregel: 100 minus Lebensalter ergibt die optimale Aktienquote in Prozent. Wenn Sie also 40 Jahre alt sind, sollten Sie nicht mehr als 60 Prozent Ihres Geldes in Aktien anlegen.

Sie zahlen eine Wohnung oder ein Haus ab? Ein Eigenheim kann ein wichtiger Baustein für Ihre Altersvorsorge sein, doch auch dafür gilt: Fokussieren Sie sich nicht allein darauf. Mietfreiheit im Alter ist super, aber Sie brauchen zusätzlich eine solide Rente für alle übrigen Ausgaben.

5. Bleiben Sie beständig

Richten Sie am besten einen Dauerauftrag ein, über den direkt nach Gehaltseingang eine fixe Summe in Ihre Sparanlage fließt. Das Motto dabei: Aus den Augen, aus dem Sinn! So kommen Sie gar nicht erst in Versuchung, das Geld noch anderweitig auszugeben. Sie werden so schnell Erfolgserlebnisse spüren, weil das finanzielle Polster für Ihren Ruhestand Stück für Stück wächst.

Ein weiterer Vorteil des monatlichen Sparens mit festgelegten Beträgen: Wenn Sie in Geldanlagen mit Kursschwankungen investieren, zum Beispiel in eine fondsgebundene Rentenversicherung, profitieren Sie bei monatlichen Käufen vom sogenannten Cost-Average-Effekt. Das bedeutet: Sind die Papiere teuer, bekommen Sie wenige Stücke für Ihren Sparbetrag. Sind Sie billig, erhalten Sie umso mehr. Auf diese Weise kaufen Sie immer eine optimale Menge an Anlagen zu einem Durchschnittspreis.

Auch gut zu wissen: Jede Kündigung und jeder Neuvertrag kosten Geld. Das frisst die Rendite wieder auf. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre persönliche Strategie und bleiben Sie bei der Stange. Unsere erfahrenen Finanzberaterinnen und -berater unterstützen Sie gern dabei, die für Ihre Lebenssituation und Ihr Budget am besten passende Altersvorsorge-Strategie zu entwickeln.

Auf zur finanziellen Unabhängigkeit! Sprechen Sie mit Ihrer Finanzberaterin.

Bitte wählen Sie Ihre Sparkasse aus:

Ist das nicht Ihre Sparkasse?