Krefeld: Bildung im Zoo

R wie Rüssel, Raubtier – und Respekt

Haben Elefanten wirklich ein so langes Gedächtnis? Warum sind Leoparden gefleckt? Und: Schmetterlinge können sprechen? Antworten auf all diese Fragen – aber auch darauf, wie jedes Tier auf seine Weise uns Menschen ähnlich ist – vermittelt der Krefelder Zoo seinen Besucherinnen und Besuchern.

Nicht nur Erwachsene, auch Kinder und Jugendliche wollen das Verhalten von Tieren verstehen. Um sie darüber besser aufklären zu können, hat der Tierpark am Niederrhein ein abwechslungsreiches Bildungsprogramm entwickelt: In Workshops, Führungen, Camps und anderen Veranstaltungen haben sie die Möglichkeit, rund 1.000 Tiere aus knapp 200 überwiegend exotischen Arten genau zu beobachten und zum Teil hautnah kennenzulernen.

Forscher für einen Tag
Kinder beobachten Flachlandgorillas
Spannung pur: Flachlandgorillas ganz nah erleben.

So lernen die „Forscher für einen Tag“, dass jedes Tier so geschaffen ist, dass es in seiner heimischen Umgebung – egal ob im Regenwald, im ewigen Eis oder in der Tundra – überleben kann. Was sie fressen, warum die einen Fell, die anderen Federn haben und wie sie sich vor Feinden schützen. Auch das sind zentrale Themen dieses aufschlussreichen Tags.

Im „Juniorclub“ erfahren Kinder und Jugendliche, was bei der Gestaltung der Gehege im Zoo wichtig ist und welche Rolle Tierparks für den Artenschutz spielen.

Bei den „Individuellen Führungen“ erleben die Teilnehmer den Tierpark unter der Aufsicht fachkundiger Zooführer einmal ganz anders: Sie dürfen Schlangen anfassen, Pinguine füttern, Spielzeug für Affen basteln und mit einem Blasrohr schießen. Sie sind übrigens nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, sondern auch bei Erwachsenen heißbegehrt.

Ein Insekt ist nicht Igittigitt
Zoopädagogin mit Kindern
Ferienzoo: Unterricht im Schmetterlings-Dschungel des Krefelder Zoos.

Schon seit vielen Jahren ist der „Ferienzoo“ bei Kindern besonders beliebt - und immer lange im Voraus ausgebucht: Eine Woche lang schauen sie hinter die Kulissen des Regenwaldhauses, malen, basteln und lernen im Forscherhaus einige der kleinsten Tiere kennen. Das Jahrhunderte alte Fachwerkhaus wurde an seinem ursprünglichen Ort am Niederrhein abgetragen und in dem Tierpark wieder originalgetreu aufgebaut. Möglich war das unter anderem durch die finanzielle Unterstützung der Sparkasse Krefeld.

„Hier dürfen die Kinder Heuschrecken und Schnecken in die Hand nehmen und so die Besonderheiten dieser Tiere aus nächster Nähe miterleben“, schildert die Biologin Gaby Borg, eine der Pädagoginnen des Zoos, das Programm des Ferienzoos. Dabei lernen sie, warum die Heuschrecken Fühler, Körper wie Panzer und manche sogar einen Stachel ähnlich dem der Skorpione haben. Warum manche lang und dünn, andere breit und kurz sind, und welche Funktionen die einzelnen Körperteile erfüllen.

„Manchmal reagieren Kinder mit Ekel“, erzählt Gaby Borg. „Das ist dann unsere Chance ihnen zu erklären, dass vielleicht nicht alle Tiere ‚süß‘ sind. Aber dass auch sie Bedürfnisse und Gefühle haben und dass jedes Tier Respekt verdient – genauso wie wir Menschen.

Ein Leben lang
Zoopädagogin zeigt Kindern eine Schnecke
Ganz gleich ob hochentwickeltes Säugetier, Weichtier oder Insekt: Alle verdienen Respekt.

Besonders aufmerksam hören und schauen die Kinder zu, wenn Gaby Borg über die Überlebensstrategien der Tiere spricht: „Warum sieht die Stabschrecke aus wie ein Ast? Weil sie sich tarnt. Warum muss sie sich tarnen? Damit sie nicht von den Vögeln gefressen wird“, erklärt sie. „All diese Themen helfen den Kindern, eine ganz neue Sicht auf die Tierwelt zu entwickeln.“

Das Schöne daran sei, dass sie im Laufe dieser Begegnungen anfangen, Vorurteile abzulegen und den Tieren ganz neu zu begegnen. „Diesen Moment vergessen die Kinder nicht mehr“, so Gaby Borg. „Der begleitet sie ihr Leben lang.“

Artenerhalt im Zoo

Die Arche Noah von Krefeld

Die Zeit, in der Zoos Orte reiner Tierschau waren, ist lange vorbei. Heute setzen sie auf artgerechte Haltung und tragen entscheidend zum Erhalt bedrohter Tierarten bei. So auch der Krefelder Zoo – sehr zur Freude seiner Besucherinnen und Besucher.

Cross Mentoring für Frauen

Touché

Warum sollten die Sparkassen ihre Mitarbeiterinnen fördern? Gerade, wenn es um Führungspositionen geht? Weil sie von Können und Know-how dieser Frauen sehr profitieren. Das sagen Margareta Rieck, Gleichstellungsbeauftragte des RSGV, und Ina Begale, dort zuständig für personalwirtschaftliche Grundsatzfragen. Gemeinsam mit der Sparkassenakademie Nordrhein-Westfalen entwickelten sie für die rheinischen Sparkassen ein zwölfmonatiges Cross Mentoring-Programm für weibliche Nachwuchskräfte.