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„Zusammenhalt statt Spaltung“

„F.A.Z.“-Konferenz gibt Anregungen, wie Gemeinschaft besser gelingen kann

Welchen Stellenwert hat heute Zusammenhalt in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft? Will überhaupt noch jemand eine gemeinsame Lösung für die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen? Wird Gemeinschaft noch gelebt? Und wenn ja, wie kann sie gefördert werden?

Redner diskutieren auf dem Podium

Diesen zentralen Fragen gingen am 1. Oktober fünf Experten aus Wissenschaft, Journalismus, Wirtschaft und Kultur bei der Konferenz „Zusammenhalt statt Spaltung“ in Hamburg nach. Im Rahmen von Impulsvorträgen, einer Podiumsdiskussion, in Interviews und Talks zeigten sie spannende Möglichkeiten auf, wie der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft gestärkt werden kann.

Zu dem Austausch hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (F.A.Z.) gemeinsam mit der Sparkassen-Finanzgruppe eingeladen.

Dabei kamen nicht nur die Experten auf dem Podium zu Wort. Auch die geladenen Gäste aus Wirtschaft und Wissenschaft, vom Fußballverein HSV sowie das Publikum, das spontan an der Konferenz in der Filiale der Hamburger Sparkasse in Rotherbaum teilnehmen konnte, tauschten sich sehr angeregt darüber aus, warum die Menschen immer mehr zu Einzelkämpfern werden, statt gemeinsam Lösungen zu finden.

„Gemeinsam allem gewachsen“

Christian Achilles, Leiter Kommunikation und Medien der Sparkassen Finanzgruppe, sagte während der Podiumsdiskussion, dass Gemeinschaft nicht allein entstehen könne. „Sie braucht das Engagement aller“, betonte er und verwies darauf, dass die Sparkassen seit ihrer Gründung vor rund zweihundert Jahren für Gemeinschaft stehen.

„Die Idee der Sparkassen ist, die Menschen bei einem wirtschaftlich selbstbestimmten Leben zu unterstützen. Wir stehen für finanzielle und damit gesellschaftliche Teilhabe – unabhängig von persönlicher Situation, Einkommen, Alter oder Nationalität“, sagte Achilles. „Zugleich stärken sie die Wirtschaft in der Region, indem sie die Unternehmen mit Krediten und anderen Finanzdienstleistungen versorgen.“

Besonders hob er hervor, dass sich die Sparkassen darüber hinaus für das Ehrenamt stark machen: „Jahr für Jahr fördern sie Personen und Projekte mit vielen Millionen Euro“, so Achilles. Allein 2018 investierten die rund 380 Institute 422 Millionen Euro in das gesellschaftliche Engagement. „Wir haben das in unserer aktuellen Kampagne mit der Botschaft #GemeinsamAllemGewachsen zusammengefasst“, sagte er.

Gesellschaft gestalten

Der Geschäftsführer vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE), Dr. Ansgar Klein, betonte ebenfalls die Dimension des Ehrenamts für die Gemeinschaft: „Die Engagierten gestalten das Miteinander in der Gesellschaft bereits im Kleinen”, sagte er.

Das BBE hat sich seit bereits 2002 zum größten nationalen Netzwerk in Europa für die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, von Partizipation und der Bürgergesellschaft entwickelt. In ihm haben sich Institutionen und Organisationen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Arbeitsleben, aus Staat, Politik, Medien und Wissenschaft zusammengeschlossen.


Die Kraft der Gemeinschaft gehört zu den wesentlichen Grundlagen für die notwendigen Veränderungen in unserem Land.
Christian Achilles, Leiter Kommunikation und Medien der Sparkassen-Finanzgruppe

Potenzial stärken

Unterdessen hob Projektleiter Arnd Boekhoff von Viva con Agua einen ganz anderen Aspekt für mehr Zusammenhalt hervor: den positiven Aktivismus. „Es geht nicht darum, Menschen zu nötigen, etwas Gutes zu tun, sondern ihnen mit freudvoller Kommunikation ihr Potenzial aufzuzeigen”, erklärte Boekhoff.

Mit diesem Ansatz gelingt es dem gemeinnützigen Hamburger Verein mittlerweile in vielen Ländern, sich dafür einzusetzen, dass alle Menschen weltweit Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

Mit Limonade helfen

Ähnlich argumentierte Paul Bethke, einer der Gründer des Sozialunternehmens LemonAid. Er verwies darauf, wie wichtig Empathie als Motor für die Gemeinschaft sei: „Wenn es einem Menschen neben mir schlecht geht, dann motiviert mich das zu handeln.“

Schon seit vielen Jahren treibt Bethke der Gedanke an, die Welt etwas besser zu machen. Dafür ist die Limonade von LemonAid Mittel zum Zweck: Pro verkaufter Flasche fließt ein fixer Betrag in soziale Projekte in den Anbauregionen in Südasien, Südafrika und Lateinamerika.

Einstehen für Werte

Der Sozialpsychologe Prof. Dr. Dieter Frey von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) unterstrich, wie wichtig jeder Einzelne für die Schaffung eine großen Ganzen ist: „Kulturveränderungen entstehen über Menschen. Das heißt, wir brauchen Repräsentanten aus der Gesellschaft, die für unsere Werte einstehen und Zivilcourage zeigen.”

Diesen Ansätzen folgte eine sehr angeregte Diskussion darüber, wie sich gemeinsame Lebensumwelten verbessern lassen und welche Wege in eine zukunftsorientierte starke Gesellschaft führen.

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