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Heute schon visioniert?

Erfinde die Zukunft – es gibt keinen Plan B für unseren Planeten

Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft galt bisher als Motor des Fortschritts und Antrieb unserer Gesellschaft. Das hat sich geändert: Vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat sich die Zukunft zu einer Projektionsfläche für Kritik entwickelt.

Erfindung der Zukunft
(c) SKD, Foto: Alexander Peitz

Der Optimismus junger Menschen hängt nicht mehr nur damit zusammen, wie viel Geld sie im Portemonnaie haben. Oder wie sicher ihr Ausbildungs- und Studienplatz ist. Er ist auch sehr stark mit Themen wie Klimawandel und Umweltschutz verbunden.

„Wir müssen unsere Zukunft so gestalten, dass wir überhaupt noch eine haben“, sagt Gunda Habich. Sie macht ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Dort ist sie auch Mitglied im Jugendbeirat der Ausstellung „Die Erfindung der Zukunft oder von der Suche nach dem guten Leben“.

Die Ausstellung baut auf einer Umfrage unter 15- bis 35-Jährigen in Sachsen auf, die die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) 2018 durchgeführt haben. Einer der Förderer der Ausstellung ist die Sparkassen-Finanzgruppe. Der Eintritt ist frei.

Ausstellungsbereich "Selbermach-Werkstatt" - Foto: Alexander Peitz
(c) SKD, Foto: Alexander Peitz

Think Tank im dekonstruierten Zellbiologie-Labor

Wie wollen wir leben, und was macht ein gutes Leben aus? Diese Fragen waren Teil der Umfrage. Nun bilden sie den Ausgangspunkt für die Ausstellung. Aufbauend darauf zeigen die SKD rund 130 Objekte aus ihren Sammlungen. Außerdem haben zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler Handlungsansätze für die Zukunft entworfen.

So schuf die Berliner Projektgruppe REINIGUNGSGESELLSCHAFT aus alten Labormöbeln des Dresdner Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik einen gesellschaftlichen Think Tank. Dort treffen Jugendliche und Wissenschaftler zu Workshops aufeinander.

„Im Rahmen des künstlerischen Prozesses wurde aus dem Max-Planck-Labor ein Gesellschaftslabor“, erklärt Martin Keil, einer der beiden Künstler der REINIGUNGSGESELLSCHAFT. Die Laborelemente aus dem alten Institut fungieren als Spielwiese der Zukunft: Sie sind zum Display für wichtige gesellschaftliche Fragen geworden, die die Teilnehmer bewegen.

Gesellschaft mental entgiften

Ausstellungsbereich "Denkraum" - Foto: Alexander Peitz
(c) SKD, Foto: Alexander Peitz

Vor allem drei zentrale Themen haben die Teilnehmer definiert: Umwelt, Soziales und Wissenschaft. „Bei ihren Diskussionen wurde schnell deutlich, dass sie neben den Folgen des Klimawandels der Rechtsruck in Teilen unserer Gesellschaft und die zunehmende Intoleranz am meisten bewegt“, sagt sein Kollege Henrik Mayer.

„Interessant ist auch ein anderes Ergebnis: Der Dialog ist eine wichtige und nachhaltige Antwort auf diese Entwicklungen“, sagt Keil. „Ein offen geführter Dialog, der mit Neugier und Respekt dazu beiträgt, die Gesellschaft mental zu entgiften.“

Dabei sehen die Künstler die Verantwortung dafür nicht allein bei den staatlichen Institutionen: „Es kann nicht alles von der Politik kommen. Aber ohne ihre Unterstützung sind Initiierung und Bestand eines solchen Dialogs in der Zivilgesellschaft schwierig“, betont Keil.

Wichtig ist in den Augen der Künstler – neben dem gemeinsamen Vorgehen von Politik und Zivilgesellschaft – die Chancengleichheit: Es sollen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Glaubens sowie aus allen sozialen Bereichen vertreten sein.

Spieglein, Spieglein an der Wand

Gunda Habich unterstreicht diesen Ansatz: „Nachhaltig wird ein Wandel dann, wenn wir alle daran arbeiten“, betont sie. „Die Ausstellung zeigt, dass wir unser Verhalten ändern müssen, um Klima und Umwelt zu retten. Und nicht nur das meiner Generation, sondern auch der meiner Eltern.“

Habich sieht aber auch, dass die Inhalte der Ausstellung zu Kritik führen können: „Nicht jedem gefällt es, einen Spiegel vorgehalten zu bekommen“, sagt sie. Daher sei es wichtig, den Menschen verständlich zu machen, dass es sich um Anregungen handelt. „Sie sollen uns helfen, unsere Zukunft bewusster zu gestalten.“

Ausstellungsbereich "Verlorene Gärten" - Foto: Alexander Peitz
(c) SKD, Foto: Alexander Peitz

Die Erfindung der Zukunft – und die Sparkassen

Logo der Sparkassen-Finanzgruppe

Die Ausstellung wird gefördert im Rahmen des Engagements der Sparkassen-Finanzgruppe als Hauptförderer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Zum Fördererverbund gehören seit 2006 die Ostsächsische Sparkasse Dresden, der Sparkassen-Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), der Ostdeutsche Sparkassenverband, die Sparkassen-Versicherung Sachsen und die DekaBank Deutsche Girozentrale.

Bestandteil des Engagements der Sparkassen-Finanzgruppe ist außerdem ein Rabatt: Bei Vorlage ihrer Sparkassen-Card erhalten Kunden aller deutschen Sparkassen einen Nachlass von 25 Prozent auf den regulären Eintrittspreis, Jahreskarten sind um 10 Euro vergünstigt. Diese Aktion gilt (zunächst) bis Ende 2019.

„Werte, Haltung, demokratische Tugenden - Wie sieht die Welt von morgen aus?“

Das Thema Gestaltung der Zukunft interessiert Sie? Dann schauen Sie sich doch die Ergebnisse des Workshops „Werte, Haltung, demokratische Tugenden - Wie sieht die Welt von morgen aus?“ vom Deutschen Sparkassentag 2019 in Hamburg an.

Dort sprachen Expertinnen und Experten über dieses Thema und diskutierten spannende Lösungen.

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