file

„Das Bauhaus kommt aus Weimar“

Kunst, Gestaltung, Handwerk und vor allem: Architektur – das Bauhaus ist aktueller denn je

Die Sparkasse Mittelthüringen hat gute Gründe, das Erbe von Walter Gropius, Paul Klee und Co. lebendig zu halten, sagt Dieter Bauhaus, Vorstandsvorsitzender des Instituts. Welche das sind, darüber spricht er im Interview. 

Grafische Darstellung verschiedener Bauhaus-Gebäude

Das Bauhaus feiert in diesem Jahr seinen einhundertsten Geburtstag. Städten wie Weimar, Erfurt und Apolda kommt dabei eine besondere Rolle zu. Denn Thüringen ist die Wiege dieser einzigartigen weltweiten Bewegung.

Die Sparkasse Mittelthüringen hat einen wichtigen Anteil daran, die Zeitlosigkeit des Bauhauses in die Zukunft zu führen. Warum und wie das Institut dies tut, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, der denselben Namen trägt wie die Bewegung: Dieter Bauhaus.

Bauhaus Förderung
Interview mit
Dieter Bauhaus
Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mittelthüringen

Herr Bauhaus, müssen Sie sich manchmal kluge Sprüche über Ihren Nachnamen anhören?

Das kommt tatsächlich immer wieder vor. Allerdings verbinden die Menschen mit meinem Nachnamen oft den Heimwerkermarkt, weniger die Bauhaus-Bewegung.

Walter Gropius hat seine Design-Schule in Weimar gegründet und ihr diesen Namen gegeben. Tatsächlich existiert er aber schon seit dem 11. Jahrhundert. Heute gibt es in Deutschland noch achthundert bis achthundertfünfzig Menschen, die so heißen. Einer davon bin ich.

Sie sind Vorstandschef der Sparkasse Mittelthüringen, aber auch in Sachen Bauhaus engagiert. Was genau machen Sie und wie kam es dazu?

Ich hatte schon immer eine große Affinität zu Kunst und Kultur. Als ich dann Anfang der 1990er Jahre in den Vorstand unserer Sparkasse eingetreten und dafür nach Weimar gezogen bin, habe ich mich sehr bald für das Thema Bauhaus interessiert.

Schließlich ist das Bauhaus hier in Weimar entstanden – und nicht in Berlin! Gemeinsam mit anderen Bauhaus-Interessierten habe ich einen Freundeskreis und andere Initiativen zur Förderung dieses wertvollen kulturellen Erbes gegründet. Aus diesem Engagement ist 1994 das Bauhaus-Museum entstanden. 

Seit wann setzt sich die Sparkasse Mittelthüringen für das Bauhaus ein und in welchem Umfang?

Mein persönliches Engagement ist eng mit dem meines Jobs als Sparkassenvorstand verbunden. Seit Mitte der 1990er Jahre bis heute hat unser Institut den Erhalt unseres thüringischen Bauhaus-Erbes in Weimar, Erfurt und Apolda mit insgesamt 1,2 Millionen Euro unterstützt.

Darunter fällt neben dem Bauhaus-Museum unter anderem auch die Sanierung des „Haus am Horn“. Das gilt als Ur-Haus der Moderne und wird wegen seiner Form im Scherz oft als Kaffeemühle bezeichnet.

Das Bauhaus-Museum in Weimar bei Nacht

Was macht das Bauhaus so förderungswürdig?

Die Bauhaus-Bewegung ist in all ihren Ausprägungen, nicht nur in der Architektur, weiterhin brandaktuell. Einhundert Jahre nach ihrer Entstehung ist das sehr bemerkenswert.

Als Wiege dieser Bewegung ist Thüringen kunsthistorisch betrachtet sehr wertvoll. Deswegen sehen wir als Sparkasse es als unsere Aufgabe an, das Bauhaus in unserer Region zu fördern.

Warum?

Das hängt mit dem öffentlichen Auftrag der Sparkassen zusammen, das eigene Geschäftsgebiet zu fördern. Als breit aufgestelltes Unternehmen möchten wir unseren Kunden etwas zurückgeben.

Indem wir das Bauhaus fördern, werten wir die ganze Region auf. Nicht nur Kultur und Tourismus profitieren davon, sondern auch das Handwerk und viele andere Unternehmen.

Wer sind die Partner, die gemeinsam mit Ihrer Sparkasse dieses Engagement möglich machen?

Das sind eine ganze Reihe: von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und die SV SparkassenVersicherung über die Klassik Stiftung Weimar bis hin zu einigen Verbundunternehmen aus der Sparkassen-Finanzgruppe.

Auch kleinere Akteure wie das Bauhaus-Museum in Weimar, das Margaretha-Reichardt-Haus in Erfurt oder Schülerinnen und Schüler unterstützen uns. Dieser vielfache Schulterschluss macht unseren Einsatz so bedeutend.

Wie genau profitieren die Menschen und die Region davon?

Thüringen ist insgesamt schon gut aufgestellt. Unsere Wirtschaft ist nicht nur regional und national erfolgreich, sondern auch international. Die Förderung unserer Kultur sorgt aber für sehr wichtige sogenannte weiche Standortvorteile.

Sie steigert unsere Lebensqualität und die Lebendigkeit unserer Region, sorgt für eine attraktive Kunst- und Kulturszene und macht uns in der ganzen Welt bekannt. Die Menschen kommen her, weil sie die Wurzeln der Bauhaus-Bewegung mit eigenen Augen sehen wollen. Das können nur wir ihnen bieten.

Infografik "Kulturförderung - Die Sparkasse Mittelthüringen und das Bauhaus"

Lesen Sie auch diese Inhalte: